Gemeinsam gegen den Klimawandel in Malawi – wie WFP die Widerstandsfähigkeit von Kleinbauern stärkt

Veröffentlicht am 24 Juni 2016

Mithilfe der R4-Initiative unterstützt WFP die Widerstandsfähigkeit von Kleinbauern in Malawi. Foto: WFP/Wongani Mwandira

In Malawi bedroht eine schwere Dürre das Leben von 8,5 Millionen Menschen – der Hälfte der Bevölkerung. Das UN World Food Programme (WFP) unterstützt lokale Gemeinden deshalb mit innovativen Maßnahmen, um sich dauerhaft gegen die Folgen des Klimawandels zu schützen.  

Abseits der Stadt Balaka im Süden Malawis, liegt das Dorf Jumbe. Die Bewohner der Gemeinde leben hauptsächlich vom Maisanbau. Doch zwischen Gebüsch und Lehmhäusern stehen die Felder leer – ausgetrocknet von einer schweren Dürre in Folge des Klimaphänomens El Niño.
„Unser Mais hat die Hitze nicht überstanden”, sagt Katelin Singano-Dick, die zusammen mit ihrem Mann und sieben Kindern in Jumbe lebt. Die Familie bestreitet ihren Lebensunterhalt ausschließlich über die eigene Landwirtschaft und eine kleine Brauerei.

                             R4-Initiative: Maßnahmen gegen den Klimawandel

Eine so schlechte Ernte würde unter normalen Umständen die Existenz von Familien wie Katelins bedrohen. Doch ihr Dorf ist seit einem Jahr Teil der R4-Initiative, mit der WFP die Resilienz – die Widerstandsfähigkeit – von Kleinbauern stärkt. In diesem Programm ergreifen Familien, deren Ernährung nicht gesichert ist, mit Unterstützung von WFP Schutzmaßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels und lernen, die Risiken von Dürren oder Überschwemmungen aktiv einzudämmen.

In einem Training für nachhaltige Bodenbewirtschaftung erfuhren die Bewohner in Jumbe, dass sich Mais nur sehr schlecht anbauen lässt, wenn Regen die einzige Wasserquelle ist. Seitdem pflanzen die Familien auch Süßkartoffeln, die im Vergleich zum Mais wesentlich resistenter gegen Dürren sind. Zusätzliche Unterstützung erhielt Katelin vom WFP-Klimadienst, der Kleinbauern über Radio oder Mobiltelefon zu landwirtschaftlichen Fragen berät und aktuelle Klimainformationen versendet.


              Innovative Ansätze: Food for Work-Programme und Mikroversicherungen


Neben ihrer Arbeit auf dem Feld errichtet Katelin an 20 Tagen im Monat für je 4 Stunden Bewässerungsanlagen für ihre Dorfgemeinschaft oder pflegt Pflanzen und Bäume. Auch einen Garten für Obst und Gemüse hat sie angelegt. Dafür erhält Katelin monatlich Nahrungsmittelrationen von WFP. Das Food-for-Work-Programm ermöglicht Katelin und ihrer Familie so, sich ausreichend zu ernähren. 

Katelin hat sich dafür entschieden, zusätzlich 14 Tage in diesem Programm zu arbeiten – dadurch wird ihre Familie in eine Mikroversicherung von WFP und einem lokalen Versicherungsunternehmen aufgenommen. Die Versicherung greift, wenn Regen ausbleibt und hilft den Versicherten so, Klimarisiken zu minimieren. Kontrolliert werden die Niederschläge mithilfe von Satellitenbildern und einem einfachen Regenmesser, der im Garten von Katelin steht. „Nach jedem Regen notiere ich die Niederschlagsmenge“, erklärt Katelin und zeigt ihr Notizheft, in das sie diese Saison schon viele Nullen schreiben musste. 

In einer kommunalen Sparkasse, die ein Versicherungspartner von WFP im Rahmen der R4-Initiative organisiert, kann Katelin außerdem kleine aber regelmäßige Beträge ansparen. „Die Mitglieder der Sparkasse helfen sich gegenseitig. Wenn wir zu Hause kein Geld mehr haben, können wir uns welches leihen. Dieses Jahr habe ich schon etwas Geld geliehen, um eine Ziege und Dachziegel für ein besseres Haus zu kaufen“, sagt Katelin. 

Deutschland, Japan, Norwegen und die Schweiz unterstützen die R4-Initiative und damit die Resilienz der Kleinbauern in Malawi. Zusammenwirkend sichern diese innovativen Ansätze Ernährung langfristig, reduzieren Klimarisiken im Vorfeld und fördern die wirtschaftliche Entwicklung ganzer Gemeinden.  

Wie Resilienzprogramme die Erträge von Kleinbauern in Malawi steigern, zeigt auch dieser Beitrag des ZDF heute journal: