Alles, was Sie über WFP-Schulmahlzeiten wissen müssen

Veröffentlicht am 03 März 2016

WFP unterstützt über 18 Millionen Kinder weltweit mit nahrheaften Schulmahlzeiten – damit sie den Teufelskreis aus Hunger, Armut und mangelnder Bildung durchbrechen können. Für eine Zukunft mit #ZeroHunger.
Foto: WFP/ Leonora Baumann

WFP arbeitet darauf hin, dass jedes Kind auf der Welt täglich eine nahrhafte Schulmahlzeit bekommt. Schulmahlzeiten sind ein effektives Sicherheitsnetz und helfen sicherzustellen, dass jedes Kind lernen kann, gesund aufwächst und die richtige Nahrung bekommt. Im Kampf gegen Hunger sind Schulmahlzeiten eine wichtige Investition in die Zukunft der nächsten Generation. 

Am internationalen Tag der Schulmahlzeiten (3. März) schauen wir genauer auf die Arbeit von WFP und erklären die Vorteile von Schulmahlzeiten für Kinder und Familien.

  • ​Welche Rolle spielt WFP bei Schulmahlzeiten?

WFP spielt eine doppelte Rolle: Einerseits bekommen Kinder direkt Schulmahlzeiten, andererseits werden und Regierungen dabei unterstützt, nationale Programme zu entwickeln, die als Sicherheitsnetz für die Ärmsten wirken und Bildungschancen stärken. WFP konzentriert sich zunehmend auf die Rolle des technischen Unterstützers, damit Regierungen über die politischen und finanziellen Mittel verfügen, um qualitativ hochwertige Programme voranzubringen.

  • Wie viele Kinder und Regierungen kann WFP durch Schulmahlzeiten unterstützen?

In den letzten Jahren erhielten zwischen 18 bis zu 25 Millionen Kinder pro Jahr Schulmahlzeiten von WFP. Die meisten von ihnen sind sie Grundschüler, gleich viele Jungen wie Mädchen. Derzeit unterstützt WFP Schulmahlzeitenprogramme in 74 Ländern – fast jedem in dem wir aktiv sind. In neun Ländern leistet WFP ausschließlich technische Unterstützung für Regierungen.
Schreibübrungen in Bangladesch
 

  • Wie sieht eine Schulmahlzeit aus?

Eine Schulmahlzeit ist nicht unbedingt eine komplette Mahlzeit. Es kann ein Frühstück, ein Mittagessen, oder ein Snack sein, wie z.B. mit Vitaminen und Nährstoffen speziell angereicherte Energiekekse. Manche Kinder erhalten aber auch Nahrungsmittel oder Bargeld, die sie als „take-home“-Rationen mit zu ihren Familien nach Hause nehmen. Sie bestehen in der Regel aus Reis oder einem speziell angereicherten Öl. Werden die Nahrungsmittel lokal produziert, verbessert das auch die Vielfalt und Frische der Mahlzeiten. 

  • Was sind die wichtigsten Ziele der Schulmahlzeitenprogramme?

Schulmahlzeiten helfen auf vielfältige Weise und können auf spezielle Bedürfnisse zugeschnitten werden:

  • Sicherheitsnetze: Schulmahlzeiten sind die weltweit am weitesten verbreiteten Sicherheitsnetze. Sie können die Familien bei der Ausbildung ihrer Kinder unterstützen und gleichzeitig ihre Ernährung sichern. Sie helfen dabei, den „Kreislauf von Hungers und Armut“ zwischen den Generationen zu durchbrechen, indem sie helfen, dass die Kinder sich zu gesunden und produktiven erwachsenen Menschen entwickeln können.
  • Bildung: Mit einer täglichen Schulmahlzeit können sich Kinder auf den Unterricht konzentrieren, statt auf ihren Magen. Einschulungsquoten steigen, weniger Kinder brechen die Schule ab und ihre Leistungen verbessern sich. Take-home Rationen geben zusätzlich vor allem Mädchen die Chance, in die Schule zu gehen – und helfen so Geschlechtergleichheit zu stärken. 
  • Ernährung: In armen Ländern sind Schulmahlzeiten oft die einzige regelmäßige und nahrhafte Mahlzeit, die Kinder erhalten. Hunger und Mangelernährung können die heranwachsenden Kinder unwiderruflich schädigen. Wenn Schulmahlzeiten durch Entwurmungsmittel und Mikronährstoffe angereichert werden, verstärkt das die positiven Effekte noch. Das gilt vor allem, wenn die Programme auf die speziellen Ernährungsbedürfnisse von jugendlichen Mädchen oder Kindern mit HIV/AIDS angepasst werden.

Mädchen aus Nigeria in der Klasse
 

  • Was sind die langfristigen Vorteile der Schulspeisung?

Kinder, die länger die Schule besuchen und außerdem die richtige Nahrung erhalten, um besser lernen zu können, haben mehr Chancen auf eine Arbeit und können später mehr verdienen. Mädchen, die länger in der Schule bleiben, sind gesünder und können später wiederum gesündere Kinder bekommen. So profitieren mehrere Generationen von den Schulmahlzeitenprogrammen. 

  • Wie können Schulmahlzeiten arme Haushalte unterstützen?

Oft erhalten die Familien der Schulkinder auch take-home Rationen mit Nahrungsmitteln oder Bargeld. Außerdem entlasten Schulmahlzeiten die Familien auch finanziell – dieses Geld können sie in ihre anderen Kinder und den Haushalt investieren.

  • Wie leistet WFP technische Unterstützung an?

Um die Nachhaltigkeit der Programme zu steigern, unterstützt WFP Regierungen auf drei Arten: Bei der Entwicklung von Konzepten und Strategien für Schulmahlzeitenprogramme, die in breit angelegte soziale Sicherungsnetze eingebettet sind; bei der Umsetzung und der Einsatzfähigkeit; bei der Organisation der Finanzierung. Dazu gehört die Analyse von Marktstrukturen und der Wirkung verschiedener Maßnahmen zur Umsetzung wie zum Beispiel über Bargeld, Gutscheine oder Nahrungsmittel. WFP ermöglicht auch den Wissenstransfer und den Austausch von Know-how durch Süd-Süd- und Dreieckskooperation. Das WFP Kompetenzzentrum in Brasilien ist ein wichtiger Knotenpunkt in dieser Arbeit.

 

  • Was sind Schulmahlzeiten „aus eigenem Anbau“?

Werden Schulmahlzeiten für die Kinder lokal produziert und eingekauft, hat das den größtmöglichen Nutzen für die Schüler, Kleinbauern und Gemeinden. Wenn die Nachfrage nach frischen Nahrungsmitteln in den Schulen mit der Produktion durch Kleinbauern vor Ort und im ganzen Land zusammengebracht wird, fördert das die Entwicklung der Landwirtschaft, wachsen Märkte und steigen wirtschaftliche Chancen.

  • Was ist anders, wenn Schulmahlzeiten in Krisen eingesetzt werden?

In Krisensituationen es das oberste Ziel, die Kinder mit lebenswichtigen Nährstoffe  zu versorgen – weniger, langfristige Programme aufzubauen. Schulmahlzeiten helfen Kindern in Notfällen oder lang anhaltenden Krisen dabei, in Schulen zu bleiben und geben Sicherheit und Hoffnung. In Reaktion auf bewaffnete Konflikte, Naturkatastrophen, Nahrungsmittel- und Finanzkrisen baut WFP die Schulmahlzeitenprogramme oft aus.