Investitionen in eine Zukunft ohne Hunger: Bargeld-Programme helfen Kleinbauern in Burundi

Veröffentlicht am 26 August 2016

Dank deutscher Zuwendungen unterstützt WFP in Karusi 1.630 der bedürftigsten Familien mit Bargeld-Programmen. Foto: WFP/Archiv

In Karusi – einer Provinz in Burundi – regnet es seit Jahren zu wenig. Die Felder sind ausgetrocknet und damit die Lebensgrundlage der Menschen zunichte gemacht, die sich und ihre Familien hauptsächlich durch eigene Landwirtschaft ernähren. WFP unterstützt die betroffenen Kleinbauernfamilien in Karusi deshalb mit Cash-for-Work-Programmen, um sie widerstandsfähiger gegen Klimaveränderungen zu machen.

Die Teilnehmer der Programme verbessern die Infrastruktur ihrer Gemeinden, lernen neue Fähigkeiten oder ergreifen Schutzmaßnahmen gegen den Klimawandel und erhalten in dieser Zeit Bargeld von WFP, um Nahrungsmittel zu kaufen. So können die Kleinbauern ihre Lebenssituation nachhaltig verbessern, um ihre Familien künftig wieder eigenständig zu ernähren. Dank der Zuwendungen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit unterstützt WFP in Karusi auf diese Weise 1.630 der bedürftigsten Familien in den Gemeinden Bugenyuzi und Gitaramuk.


Liberatas Familie kann sich dank WFPheutebesser gegen den Klimawandel schützen. Foto: WFP/Archiv

Eine der Teilnehmerinnen ist Liberata Mamvita, die mit ihrer Familie in Gitaramuka lebt. Armut ist in der Region weit verbreitet und wie viele andere Gemeindemitglieder hat auch Liberatas Familie wegen des ausbleibenden Regens große Schwierigkeiten, sich zu ernähren. Im Rahmen der Cash-for-Work-Programme erhalten die Familien in Liberatas Gemeinde spezielle Ausbildungen, bauen neue Zufahrtsstraßen zu den Märkten in der Umgebung und pflanzen Bäume in Gebieten, die unter Abholzung leiden. 
 „Bevor wir an diesem Programm teilgenommen haben, konnten wir kaum ausreichend essen. Die meiste Zeit gab es bei uns nur eine Mahlzeit am Tag. Nur unsere kleinen Kinder konnten abends etwas essen“, sagte Liberata. „Die Kosten für die Gesundheitsvorsorge und die Ausbildung meiner Kinder waren ein Alptraum.“
Bei einem WFP-Training lernte Liberata, wie man näht und Seife herstellt. Am Ende bekamen sie und die anderen Teilnehmer die Grundausrüstung von WFP, um ein kleines Geschäft aufzubauen. Auf diese Weise erhalten die Familien die Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt vielfältiger zu gestalten, damit sie zukünftig nicht mehr allein vom Verkauf ihrer landwirtschaftlichen Erträge leben müssen.  

Neue Kleidung, Schuhe, zwei Mahlzeiten am Tag: Liberata ist zuversichtlich für die Zukunft. Foto: WFP/Archiv

Mit dem Geld – umgerechnet 28 US-Dollar pro Monat – hat Liberata Nahrungsmittel gekauft und einen Teil in ein lokales Sparprogramm eingezahlt, das die Gemeinde mithilfe der WFP-Partnerorganisation World Vision eingeführt hat. Jeder Bewohner, der monatlich einen kleinen Beitrag einzahlt, kann sich aus dem Sparfond Geld leihen. Von diesem Mikrokredit konnte Liberata noch zwei Ziegen kaufen. 

Mittlerweile besitzt sie sechs Ziegen, sieben Schweine, fünf Hühner und drei Hasen. Für die Zukunft ihrer Familie ist Liberata zuversichtlich und plant, zwei der Ziegen zu verkaufen um ihr Geschäft zu vergrößern. „Die Unterstützung durch WFP ist ein Geschenk Gottes für meine Familie. Das Geld, das ich verdiene, hat unser Leben verbessert. Wir können jetzt zweimal am Tag essen und meine Kinder tragen gute Kleidung. Sogar Schuhe kann ich ihnen jetzt kaufen“, sagt sie mit einem Lächeln.