Die globalen Nachhaltigkeitsziele


Die 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) stehen für einen Zukunftsvertrag, der es bis 2030 jedem Menschen ermöglichen soll, in Würde, Frieden und einer intakten Umwelt zu leben.

Die SDGs lösen die Milleniumsziele (MDGs) ab dem Jahr 2016 ab. Sie sind im Gegensatz zu den MDGs von zwei Grundgedanken geleitet:

  • Ganzheitlichkeit: Im Fokus der SDGs steht die Idee, die Welt ganzheitlich zu betrachten und nicht wie bei den MDGs in Industrienationen und Entwicklungsländer einzuteilen. Denn um Probleme wie Armut, Ungleichheit und Klimaschäden nachhaltig zu lösen, müssen alle mitmachen, auch die Industrieländer.
  • Ursachenbekämpfung: Erst wenn Probleme an der Wurzel angegangen werden, können sie auch nachhaltig gelöst werden. Um zum Beispiel das SDG 2 – kein Hunger bis 2030 – trotz wachsender Weltbevölkerung zu erreichen, muss die Landwirtschaft produktiver und nachhaltiger gestaltet werden.

SDG 2: Kein Hunger bis 2030

Den weltweiten Hunger zu beenden – das steht bei den SDGs, wie auch schon bei den MDGs, mit an vorderster Stelle. Konkret heißt das, bis 2030: „Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern.“ In acht Unterzielen haben die Staaten das konkretisiert:

 

 

  1. Ganzjährlicher Zugang zu ausreichend Nahrungsmitteln für alle Menschen
  2. Hunger von Kindern stoppen und dessen Langzeitfolgen vorbeugen
  3. Landwirtschaftliche Produktivität verdoppeln
  4. Auffangsysteme für Krisenzeiten schaffen
  5. Biodiversität von Saatgut, Pflanzen und Tieren erhalten
  6. Investitionen und Partnerschaften in Forschung, Technologie und landwirtschaftliche Infrastruktur verstärken
  7. Handelshemmnisse wie Subventionen und Zölle abschaffen
  8. Maßnahmen ergreifen, die für funktionierende Rohstoffmittelmärkte sorgen und Nahrungsmittelreserven aufzubauen, um massive Preisschwankungen vorzubeugen

 

WFP hat mit der Initiative „Zero Hunger“ das SDG 2 maßgeblich mitgeprägt. Seit 1990 ist die Zahl der Menschen, die sich nicht dauerhaft ausreichend ernähren können, um 216 Millionen  – und damit von 23,3 auf 12,9 Prozent der Weltbevölkerung gesunken. Das MDG 2, den Hunger weltweit zu halbieren, wurde somit fast erreicht. Dennoch haben derzeit 815 Millionen Menschen nicht genügend Nahrungsmittel, um sich ausreihend zu ernähren. 
Mit den SDGs hat sich die internationale Gemeinschaft das hohes Ziel gesetzt, den Hunger komplett zu beenden. Auch WFP ist davon überzeugt: Eine Welt ohne Hunger ist möglich. Wir haben sowohl das Wissen, als auch die Instrumente, um Hunger bis 2030 zu besiegen. Auch wenn der Weg schwer war, auf einem Berg in Kerauja, einem Dorf in Nepal, konnte der Hunger nach dem Erdbeben besiegt werden. Die Flagge „Zero Hunger“ ist in Kerauja gehisst.

WFP bekämpft Hungerursachen nachhaltig

WFP leistet nicht nur Nothilfe in Krisenzeiten. Wenn die Katastrophe überstanden ist, unterstützen wir die Betroffenen dabei, ihre Existenz wieder nachhaltig aufzubauen und bald wieder ein eigenständiges Leben zu führen. WFP-Entwicklungsprogramme helfen zugleich gezielt die Ursachen des Hungers zu beseitigen: 
Kleinbauern werden gefördert, um den lokalen Anbau zu stärken und mit Schulspeisungen wird zur Bildung von Kindern beigetragen. Mit Food & Cash for Work-Programmen unterstützt WFP Menschen bei Wiederaufbauarbeiten oder Resilienz-Projekten, bei denen es darum geht krisenanfällige Gemeinden widerstandsfähiger zu machen. Frauen sind ein verlässlicher Partner im Kampf gegen den Hunger. WFP setzt in seinen Programmen verstärkt auf Frauen und Kleinkinder, um Unter- und Mangelernährung gezielt vorzubeugen. In Regionen, in denen noch ausreichend Nahrungsmittel verfügbar sind, hilft WFP den Menschen mit Cash-and-Voucher-Programmen. So wird auch in Krisenzeiten die einheimische Wirtschaft gestärkt.