Eine Mutter in Somalia kämpft für das Überleben ihrer Familie

Veröffentlicht am 23 November 2011

Die Mutter Hawa Aden und ihre Familie sind in Galkayo, in Zentral-Somalia angekommen und der Dürre entflohen. Sie bekommen im Rahmen eines „Food for Work“- Projekts monatlich eine Nahrungsmittelration von WFP.  Copyright WFP/ Susannah Nicol

Hawa Aden ist aus dem von Dürre geplagten und von Konflikt zerrütteten Süden Somalias geflohen. Jetzt versucht sie, sich und ihre Familie zu ernähren. Nach zahlreichen Entbehrungen hat sie mittlerweile einen Weg gefunden, dies zu tun.

Über das Klirren zerbrochener Gläser, das Knacken alter Dosen und Rascheln alter Plastiktüten legt sich der Klang eines Liedes.  Durch ihren Gesang motivieren sich die Müllsammlerinnen  und Müllsammler in Galkayo, in Zentral-Somalia.

Lokalen Autoritäten fürchten, dass mit der kommenden Regenperiode auch vermehrt Krankheiten und Epidemien auftreten werden. Sie wollen dieser Gefahr entgegen wirken.

Da gleichzeitig immer mehr Menschen, meist durch Dürre und bewaffneten Konflikt von ihrer Heimat Vertriebene,  nach Galkayo strömen und Arbeit suchen, führt WFP hier ein neues „Food for Work“- Projekt durch. Im Austausch für monatliche Nahrungsmittelrationen helfen die Teilnehmer dabei, die Wohngebiete der Flüchtlinge sauber zu halten. Dadurch soll der Abfall entsorgt werden und den Projektteilnehmern eine Lebensgrundlage geschaffen werden.
Für viele Menschen sichert die Teilnahme an dem Projekt das Überleben. Auch für Hawa Aden.

Hawas Geschichte
Hawa Aden ist eine schmale, ältere Frau mit klugen Augen. Die Auswirkungen der Dürre bekam sie bereits vor drei Jahren zu spüren, als die ersten ihrer Tiere starben. Daraufhin ging  Hawa nach Galkayo, um Arbeit zu finden. Doch Arbeit ist rar und so finanzierte sie sich durch die Zuwendungen entfernter Verwandter. Gleichzeitig verschlimmerte sich die Dürre zusehends.  Mittlerweile sind alle ihre Tiere gestorben.  Ihre sechs Kinder, zwei Enkel und ihr blinder Ehemann sind zu ihr nach Galkayo gezogen, aber die Zuschüsse ihrer entfernten Verwandten wurden immer geringer.

„Diesen Morgen musste ich mich nach einem anderen Wohnplatz umschauen, da ich mir die Miete nicht mehr leisten kann“, sagt Hawa. „Alles, was ich noch besitze, ist jetzt auf der Straße.“

Hawa kann sich nur noch auf eines verlassen - die monatliche Ration an Nahrungsmitteln, die sie sich durch ihre Teilnahme am „Food for Work“- Projekt des WFP erarbeitet.

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Ein weiter Weg
Als Hawas Familie in Galkayo ankam, waren zwei ihrer Kinder mangelernährt.  Beide wurden mit der WFP-Spezialnahrung Plumpy’Sup aufgepäppelt. Beiden geht es mittlerweile besser. Trotzdem muss die Familie immer noch um ihr Wohl kämpfen. Hawas Mann hat zwar einen Nebenverdienst gefunden, aber das Geld reicht nicht aus, um die ganze Familie zu ernähren. Die Nahrungsmittel, die die Familie durch Hawas Teilnahme am „Food for Work“- Projekt erhält, reichen zumindest, um ihr Überleben trotz aller Widrigkeiten zu sichern.

„Wir bekommen anderthalb Säcke Getreide, Öl und Hülsenfrüchte. Dafür sind wir dankbar,“ fügt Hawa hinzu.