Erfolg für somalische Kleinbauern

Veröffentlicht am 12 März 2014

"Wir haben in der Ausbildung viel gelernt. Das Training hat uns gezeigt, wie wichtig die Einstufung und die Vermarktung unseres Mais ist", erzählt Nafisa Haji Shukri, ein Mitglied der Bauernkooperative. Copyright: WFP/ Laila Ali

Zum ersten Mal sind somalische Kleinbauern selbst Erzeuger und nicht nur Empfänger von Ernährungshilfe. Die von ihnen produzierten Grundnahrungsmittel werden genutzt, um in Krisengebieten somalische Bürger zu unterstützen. 

Mehr als ein Jahr lang haben Spezialisten von FAO und WFP unter Unterstützung der EU mit Dutzenden Bauern in verschiedenen Gemeinden zusammengearbeitet und sie geschult. Kenntnisse über Qualitätssicherung und Lagerung nach der Ernte helfen den Kleinbauern nun, die Erträge und die Qualität ihrer Ernte zu erhöhen sowie Schäden durch Verschmutzungen und Plagen zu mindern.

Nun werden sie erstmals 200 Tonnen hochqualitativen Mais an das UN World Food Programme (WFP) verkaufen. Die finanziellen Mittel für den Ankauf der Nahrungsmittel stellt die österreichische Regierung zur Verfügung. Das Getreide wird im Rahmen der WFP-Ernährungshilfe innerhalb des Landes eingesetzt und kommt ärmeren Somaliern zugute:  Sie werden mit den Nahrungsmitteln für ihre Arbeit bezahlt, die wiederum ganzen Gemeinden hilft, wie beispielsweise der Bau eines verbesserten Bewässerungssystems.

Ländliche Gemeinden – besonders im südlichen Somalia, der eigentlichen Kornkammer des Landes – waren in den letzten zwei Jahrzehnten von akuter Dürre und Konflikten betroffen, was zu vielen Missernten und schlechten Erträgen geführt hat. 

Der WFP-Landesdirektor in Somalia Stefano Porretti beschreibt die Initiative „als einen wichtigen Erfolg für die Kleinbauern“ und einen Meilenstein für die WFP-Programme in Somalia, die nun auf lokal produzierte Nahrungsmittel zurückgreifen können.

„Den Lebensunterhalt der Familien zu sichern und die Widerstandsfähigkeit gegen Dürren zu stärken, ist ein wichtiger Teil der WFP-Strategie für Somalia“, ergänzt Porretti. „WFP wird auch in Zukunft Kleinbauern in Somalia unterstützen und ihnen helfen, mehr Nahrungsmittel zu produzieren und zu verkaufen, damit sie wettbewerbsfähige Teilnehmer der lokalen Märkte werden.“ 

Mit dem lokal produzierten Mais unterstützt WFP die Menschen in ärmeren Gebieten Somalias – finanziert wird die Ernährungshilfe vom österreichischen Lebensministerium

Die österreichische Botschaft der Region ist sehr froh, dass die Initiative so erfolgreich war: Dieser Erfolg zeige einmal wieder, dass viele Menschen in Not in der Lage seien, sich selbst zu helfen und ihre Lebenssituation zu verbessern, wenn sie die Möglichkeit dazu bekommen.

Ziel von FAO und WFP ist es, das Getreideangebot der Kleinbauern in Somalia zu erhöhen, da bislang nur 40 Prozent der Nachfrage des Landes von einheimischen Bauern gedeckt werden können. Sie sollen einen besseren Zugang zu den lokalen Märkten bekommen, um so ihre Lebensumstände zu verbessern.

In Somalia hatten Dürre und Hungersnot 2011 mit 4 Millionen Hungernden einen Höhepunkt erreicht. Diese Zahl sank dank humanitärer Hilfsprogramme und normalisierten Regenfällen in weiten Teilen des Landes zwar signifikant, dennoch haben laut jüngster Analysen der FAO noch immer 860.000 Menschen in Somalia nicht ausreichend zu Essen und 203.000 Kinder unter fünf Jahren sind unterernährt.