Hilfe nach monatelangem Verstecken

Veröffentlicht am 13 März 2012

Die sudanesische Mutter Talata und ihre Familie sind auf der Flucht vor Gewaltausschreitungen in ihrer Heimat. Jetzt gehören sie zu 50,000 sudanesischen Flüchtlingen, die in Äthiopien Unterstützung von WFP und der EU erhalten. Copyright: WFP/Judith Schuler

 

Die dramatischste Auswirkung der Krise am Horn von Afrika war die Hungersnot in Somalia. Für die Nachbarländer Äthiopien und Kenia, die ebenfalls unter der verheerenden Dürre litten, waren die Folgen schwerwiegend. Viele der Menschen in Ostafrika wussten, dass sie in äthiopischen und kenianischen Flüchtlingslagern Sicherheit und lebensrettende Unterstützung finden würden. So auch die sudanesische Mutter Talata und ihre Familie.

Talata und ihre Familie gehören zu denjenigen, die zahlreiche Hindernisse überwunden haben, um nach Äthiopien zu gelangen, wo sie schließlich lebensrettende Unterstützung erhielten. Fünf Monate lang hatten sich Talata und ihre Familie an der Grenze zwischen dem Sudan und Äthiopien versteckt. Sie haben von Wurzeln gelebt und Wasser aus dem Fluss getrunken.

Um sie herum nahmen die gewalttätigen Gefechte kein Ende. Oft mussten sie ihr Versteck wechseln. Als ihr Zuhause niedergebrannt wurde, mussten die ganze Familie aus der Gegend fliehen – bis auf wenige Kleidungsstücke konnten sie nur ihr Radio mitnehmen.  

Zwei Tage bevor Talatas Familie das Flüchtlingslager Admazine erreichte, war es ihnen endlich gelungen, die Grenze zu Äthiopien zu überqueren. Die Bewohner der Gemeinde Gemed hatten sie im Wald gefunden und ins Dorf gebracht, wo sie das erste Mal seit langem wieder eine richtige Mahlzeit bekommen haben. Gemed, die kleine, ländliche Gemeinde lebt von der Landwirtschaft und von einfachem Goldabbau.

Hunger-Hotspots


Das Horn von Afrika ist einer drei aktuellen Hotspots
 neben der Sahelzone und dem Südsudan, an denen WFP Nothilfe leisten muss. Hier erfahren Sie mehr.  

Seit September 2011 haben hier mehr als 3,000 Menschen Zuflucht gesucht und sind mit Nahrungsmitteln und Unterkünften versorgt worden. Die Bewohner von Gemed können zwar selbst kaum von dem leben, was sie haben, doch sie sind glücklich, helfen zu können: Sie wollen ihre Nachbarn unterstützen – sie wollen Leben retten. 
 
Mit Hilfe der Europäischen Union unterstützt WFP momentan knapp 300,000 Flüchtlinge in Äthiopien mit Ernährungshilfe, etwa 50,000 von ihnen aus dem Sudan. Neben den allgemeinen Nahrungsmittelrationen, versorgt WFP mangelernährte Kinder sowie schwangere und stillende Mütter mit „Super Cereal“, einer angereicherten Spezialnahrung, die ihnen hilft, wieder an Gewicht zu gewinnen. Aufgrund der instabilen Lage in den drei Nachbarländern Somalia, Sudan und Eritrea, steigt die Zahl der Flüchtlinge in Äthiopien täglich weiter an.