Hunger kostet Ruanda jedes Jahr 820 Millionen US-Dollar

Veröffentlicht am 06 März 2014

WFP-Landesdirektor Jean-Pierre de Margerie, Ruandas Gesundheitsministerin Dr. Agnes Binagwaho und Kommissar für Soziales der Afrikanischen Union Dr. Kaloko S. Moustapha (von links nach rechts) bei der Veröffentlichung der Studie „The Cost of Hunger in Africa“ für Ruanda. 

Eine neue Studie zeigt, dass die Folgen von Hunger und Mangelernährung in Ruanda das Land jedes Jahr 820 Millionen US-Dollar kosten – dies entspricht 11,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Die Studie „The Cost of Hunger in Africa“ (Die Kosten des Hungers in Afrika) stellt fest, dass Ruanda im Kampf gegen Mangelernährung beeindruckende Fortschritte gemacht hat. Der Anteil untergewichtiger Kinder sank deutlich: von 18 Prozent in 2005 auf 11 Prozent in 2010. Dennoch ist die Rate der von stunting (eine zu geringen Körpergröße im Vergleich zu Gleichaltrigen) betroffenen Kinder im Land mit 44 Prozent sehr hoch und die Gesamtzahl sogar größer als vor 10 Jahren.

Weitere Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass 29 Prozent der Erwachsenen in Ruanda als Kinder von stunting betroffen waren. Zudem vermindert durch Unterernährung bedingte Kindersterblichkeit die Arbeitskraft des ostafrikanischen Staates um 9,4 Prozent. Erfahren Sie hier mehr über Hunger und seine weitreichenden Folgen. 

„The Cost of Hunger in Africa“ ist eine länderübergreifende Studie, um die ökonomischen und sozialen Folgen von Mangelernährung bei Kindern in Afrika zu erfassen. Die Kommission der Afrikanischen Union (AUC) und NEPAD leiten die Untersuchung und werden in ihrer Arbeit von der UN Wirtschaftskommission für Afrika und dem UN World Food Programme (WFP) unterstützt. 

„WFP wird die Partnerschaft mit der ruandischen Regierung und weiteren UN-Organisationen fortführen, um die Ernährungssituation von Müttern und Kindern zu verbessern. Kinder werden als Erwachsene nur dann ihr volles Potential erreichen, wenn sie die richtige Nahrung bekommen. Besonders die ersten 1000 Tage in ihrem Leben sind von einzigartiger Bedeutung für ihre geistige und körperliche Entwicklung“, sagte Jean-Pierre de Margerie, WFP-Landesdirektor in Ruanda.

12-Länder-Studie

Die Studie wird in 12 afrikanischen Ländern durchgeführt, darunter neben Ruanda auch Äthiopien, Botswana, Burkina Faso, Kamerun, Ägypten, Ghana, Kenia, Malawi, Mauretanien, Swasiland und Uganda. Sie soll politischen Entscheidungsträgern Afrikas zeigen, wie wichtig es ist, in Ernährung zu investieren und wie unnötige Verluste in der Entwicklung ihrer Länder vermieden werden können. 

Der „Cost of Hunger in Africa“- Report für Ruanda empfiehlt, dass sowohl die Ursachen des Hungers als auch Lösungen sektorenübergreifend an die Sozialpolitik des Landes gekoppelt werden: stunting zu reduzieren wird politisches Handeln in unterschiedlichen Bereichen erfordern, dem Gesundheits- und Bildungswesen, der sozialen Sicherheit und der sozialen Infrastruktur. Außerdem soll durch die Studien auch bei den Menschen, die von Mangelernährung und stunting betroffen sind, ein –  bisher eher wenig verbreitetes – Bewusstsein für richtige und ausgewogene Ernährung geschaffen werden, die auch durch angereicherte Nahrungsmittel gefördert werden sollte. 

Die kompletten Ergebnisse der Studie für Ruanda finden Sie hier (in englischer Sprache).