Hunger kostet Swasiland 3,1 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts

Veröffentlicht am 23 Juli 2013

Kinder, die Schulklassen wiederholen müssen weil sie zu hungrig sind, um sich zu konzentrieren, verursachen für das Bildungssystem Swasilands jährlich Kosten in Höhe von 701.000 US-Dollar. Copyright: WFP/ Michael Huggins

Das afrikanische Königreich Swasiland verliert jedes Jahr rund 3,1 Prozent seines Bruttoinlandproduktes (BIP) auf Grund der Langzeitfolgen von Hunger. Dies ist das alarmierende Ergebnis der Studie „The Cost of Hunger in Africa“ (Die Kosten des Hungers in Afrika), die die Regierung Swasilands und das UN World Food Programme (WFP) veröffentlichten.

MBABANE – Laut der Studie, die von der Regierung Swasilands in Zusammenarbeit mit WFP erarbeitet wurde, verringert Hunger die Arbeitsproduktivität, was Swasiland jährlich rund 92 Millionen US-Dollar kostet.

„Diese Studie bietet ein schlagkräftiges Argument, das Problem der Unterernährung anzugehen“, sagte Prinz Hlangusemphi, der Minister für wirtschaftliche Planung und Entwicklung des Landes. Er fügte hinzu, dass die Beseitigung des Hungers ein „greifbares Ziel“ sei, das Swasiland zu erreichen verpflichtet ist.

Hoher Tribut
Die Studie verwendete Daten aus dem Jahr 2009, um die ökonomischen Folgen von Stunting – einer zu geringen Körpergröße im Vergleich zu gesunden Gleichaltrigen – und chronischer Mangelernährung zu messen. Stunting resultiert aus einem Mangel an Proteinen, Vitaminen und Mineralien, die Kinder unter fünf Jahren dringend benötigen, um sich gesund zu entwickeln.

Rund 270.000 Erwachsene in Swasiland, das sind 40 Prozent aller Arbeitskräfte, sind von Stunting betroffen. Dadurch sind sie anfälliger für Krankheiten, können weniger arbeiten und haben eine geringere Lebenserwartung.

Es kostet Swasiland jährlich rund 6 Millionen US-Dollar, die Fälle von Durchfall, Eisenmangel, Atemwegserkrankungen und anderen gesundheitlichen Problem, die mit Hunger verbunden sind, zu behandeln. Schätzungsweise 37 Millionen Arbeitsstunden gingen 2009 durch hungerbedingte Sterbefälle verloren – dies kostete die Wirtschaft rund 1,4 Prozent des BIP.

Die niedrigere Produktivität der Arbeitskräfte entzieht den Sektoren, die auf manuellen Prozessen basieren, circa 14,8 Millionen US-Dollar und weitere 29,5 Millionen US-Dollar aus Arbeitsbereichen, die eine Ausbildung erfordern. Kinder, die Schulklassen wiederholen müssen, weil sie zu hungrig sind, um konzentriert zu lernen, kosten das Bildungssystems Swasilands jährlich rund 701.000 US-Dollar.

Die Studie schätzt, dass das Land, indem es die Stunting-Rate in der Bevölkerung bis 2025 von 40 auf 10 Prozent reduziert, die wirtschaftlichen Verluste um bis zu 60 Millionen US-Dollar pro Jahr verringern könnte.

Die Kosten des Hungers in Afrika
Swasiland ist das vierte Land auf dem Kontinent, das die „Cost of Hunger in Africa“-Studie durchführte. Frühere Untersuchungsergebnisse zeigen, dass Äthiopien jährlich 16,5 Prozent seines BIP auf Grund des Hungers verliert, was 4,7 Milliarden US-Dollar entspricht.

Ägypten veranschlagt seine durch Hunger bedingten Verluste auf 3,7 US-Dollar (1,9 Prozent des BIP) während Uganda, das erste Land das den Report veröffentlichte, schätz, dass Hunger das Land rund 5,6 Prozent des BIP, oder 899 Millionen US-Dollar, pro Jahr kostet.

Insgesamt führten 12 afrikanische Länder die Untersuchung mithilfe einer Methode durch, die ursprünglich in Lateinamerika angewendet wurde. Acht weitere Länder werden ihre Studien im Laufe des Jahres veröffentlichen: Botswana, Burkina Faso, Kamerun, Ghana, Kenia, Malawi, Mauretanien und Ruanda.