Hungerkrise in der Sahelzone: Land für Land

Veröffentlicht am 17 April 2012

WFP erhöht die Unterstützung, um über zehn Millionen Menschen in der Sahelzone zu erreichen, wo im dritten Jahr in Folge eine Hungerkrise aufgrund von Dürre auftritt. Copyright: WFP/Koko Masseme

 
In der Sahelzone in West-Afrika breitet sich Hunger immer weiter aus: in einer Region, die acht Länder umschließt, vom Tschad im Osten bis hin zum Senegal im Westen. Erfahren Sie hier in einem kurzen Überblick, wie die gegenwärtige Situation in den einzelnen Ländern aussieht, und wie WFP den Menschen dort hilft.



Niger

Situation: Bereits vor der aktuellen Krise war hier die Rate der Mangelernährung sehr hoch – im letzten Jahr waren 20 Prozent aller Kinder unter zwei Jahren mangelernährt. Unregelmäßiger Regen und Schädlingsbefall haben die Ernten im Zentrum und im Westen des Landes einbrechen lassen. Es fehlen mehr als 500.000 Tonnen Getreide. Aktuell liegen die Getreidepreise weit über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.
Wie hilft WFP? WFP hat eine Nothilfeoperation gestartet, um 2,6 Millionen Menschen zu unterstützen, mit einem besonderen Fokus auf unter Zweijährige. 35 Prozent der Bedürftigen werden mit Bargeld unterstützt. Mehr als 600.000 Menschen erhalten Unterstützung durch “Food for Work” Programme.
 

Mauretanien

Situation: Unregelmäßige Regenfälle haben sich negativ auf das Weideland ausgewirkt und die landwirtschaftliche Produktivität sinken lassen. Die Ernährungssituation von etwa 25 Prozent der Haushalte (rund 700.000 Menschen) ist gefährdet. Der Osten und der Süden des Landes sind am meisten von der Krise betroffen. 2011 lagen die Ernteerträge 34 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. 
Wie hilft WFP? WFP unterstützt mit einer Nothilfeoperation 506.000 Menschen durch verschiedene Programme, wie etwa ”Food for Work” Projekte . Zudem erhalten Betroffene Spezialnahrung, um Mangelernährung vorzubeugen. WFP wird außerdem über 63,000 Flüchtlinge aus Mali unterstützen.
 

Tschad

Situation: In dem Teil des Tschads, der zur Sahelzone gehört, ist das Weideland wegen späten und geringen Regenfällen extrem trocken. Über eine Million Menschen hungert, weitere 2,5 Millionen sind akut gefährdet. Aufgrund der Lage im Inneren von Afrika, ist es eine enorme logistische Herausforderung, Hilfe in den Tschad zu transportieren. 
Wie hilft WFP? WFP wird im April 1,5 Millionen Hungernde unterstützen, darunter Ernährungshilfe für alle Kinder unter zwei Jahren sowie für Mütter mit Kleinkindern. ”Food for Work” Programme werden in insgesamt sieben betroffenen Regionen des Tschads umgesetzt. Hinzukommen 205.000 Schüler, die in diesem Jahr Schulmahlzeiten erhalten.
 

Mali

Situation: Auch hier hat später Regen zu geringen Ernteerträgen geführt, die laut der Regierung 25 Prozent unter denen des Vorjahrs liegen. Die Preise für Hirse sind sehr hoch. Es wird geschätzt, dass 1.7 Millionen Menschen vom Hunger bedroht sind. Hinzu kommt, dass sich die Situation im Norden von Mali zusätzlich durch den Rebellenaufstand verschärft hat. Über 200.000 Menschen sind von dort in die Nachbarländer geflüchtet.
Wie hilft WFP? WFP beobachtet die Sicherheitssituation in Mali und vor allem im Norden des Landes besonders sorgsam. 2012 muss WFP 1,3 Millionen Hungernde in Mali unterstützen. 
 

Burkina Faso

Situation: 40 Prozent des Landes sind von Ernteausfällen betroffen und die Getreideproduktion ist um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Fast 1,7 Millionen Menschen sind vom Hunger bedroht. Die Nahrungsmittelpreise sind drastisch gestiegen. Die Regierung hat eine Hungerkrise ausgerufen und um nationale und internationale Unterstützung gebeten. 
Wie hilft WFP? WFP muss insgesamt 1,1 Millionen Menschen unterstützen. Das Ziel ist, Familien für vier Monate während der Trockenzeit von Juli bis Oktober zu unterstützen. Außerdem stellt WFP für alle Kinder unter zwei Jahren ein halbes Jahr lang Spezialnahrung zur Verfügung, um akute Mangelernährung vorzubeugen.
 

Senegal

Situation: Im Senegal sind über eine Million Menschen vom Hunger bedroht. Viele Haushalte haben begonnen, die Zahl ihrer täglichen Mahlzeiten zu reduzieren. In den am schlimmsten betroffenen Gegenden verkaufen die Menschen bereits ihr Vieh. Zu den schlechten Ernteerträgen kommen hohe Nahrungsmittelpreise hinzu. Die Trockenphase hat in diesem Jahr früh begonnen.  
Wie hilft WFP? WFP unterstützt bereits 335.000 Hungernde mit Ernährungshilfe und muss in den kommenden Monaten die Hilfe auf insgesamt 860.000 Menschen ausweiten. Momentan versorgt WFP 2.900 Schulen mit Schulmahlzeiten, sodass die Familien die Trockenzeit überstehen.
 

Kamerun

Situation: In den nördlichen Regionen des Landes lag die Getreideproduktion unter den Erträgen des Vorjahres, mit einem Gesamtverlust von 119,500 Tonnen. Die Rate der Mangelernährung überschreitet in diesen Regionen den kritischen Schwellenwert von 10 Prozent. Die Situation wird sich während der Trockenzeit weiter verschärfen.
Wie hilft WFP? WFP bereitet eine Nothilfeoperation für mehr als 3258.000 Menschen vor, die Ende April beginnen soll. Die Unterstützung sieht Ernährungshilfe für die am schwersten betroffenen Gemeinden und die Verteilung von Spezialnahrung für mangelernährte Kinder sowie für Schwangere und Mütter mit Kleinkindern vor.
 

Gambia

Situation: Die gambische Regierung hat die internationale Gemeinschaft um Unterstützung gebeten, um die Ernteausfälle und die stark steigenden Nahrungsmittelpreise zu bewältigen. Schätzungen zufolge ist die landesweite Getreideproduktion im Vergleich zum Jahr 2010 um 62 Prozent eingebrochen. Mehr als 600.000 Menschen sind gefährdet. 
Wie hilft WFP? WFP arbeitet mit der Regierung und anderen humanitären Organisationen zusammen, um eine Nothilfeoperation für 206.000 Menschen durchzuführen. WFP wird vor allem in ländlichen Gegenden bedürftige Familien mit Notrationen, wie Reis, Erbsen, angereichertem Getreide und Speiseöl unterstützen.



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