Im Kampf gegen Mangelernährung in Somalia

Veröffentlicht am 13 Februar 2013

Die somalische Mutter Sarah Osman wartet auf Spezialnahrung für ihr Baby Anas. Copyright: WFP/David Orr

Die Hungerkrise in Somalia hat sich laut des letzten Berichts der UN Welternährungsorganisation (FAO) entspannt. Aber der Besuch von WFP in Kismayo hat gezeigt, dass Mangelernährung noch immer ein akutes Problem bleibt, vor allem unter Kindern.

Im Arm seiner Mutter sitzend starrt der kleine Anas Mohammed in das überfüllte Wartezimmer des Krankenhauses in der Stadt Kismayo, die im südlichen Teil des Landes liegt. Der 9 Monate alte Junge ist mangelernährt und seine Mutter Sahra hat ihn ins Krankenhaus gebracht, um spezielle Nahrungsmittel für ihn zu erhalten. Bei seinem vorherigen Besuch wurde er bereits untersucht und für die Nahrungsunterstützung registriert. Die Registrierungskarte hält Sahra in ihren Händen. Sie ist damit eine von hunderten Frauen, die auf die monatliche Ration der besonders nahrhaften und verzehrfertige Erdnusspaste Plumpy’Sup warten.

„Wir sind sehr arm“, sagt Sahra Osman Odawa (32). „Deshalb hat mein Ehemann jetzt außerhalb Kismayo Arbeit gesucht. Ich koche und wasche Kleidung von Leuten, aber das Leben ist nicht einfach.“ Der Ehemann von Sahra hat einen Teil der Kinder mit in das Dorf genommen, wo er als Landarbeiter arbeitet. Sarah selbst kümmert sich um die drei jüngsten Kinder und um das Ungeborene in ihrem Bauch.

Das Ernährungsprogramm, das WFP in insgesamt fünf Zentren in der Nähe der Stadt durchführt, behandelt auch schwangere und stillende Frauen, die mangelernährt sind. Seitdem das Programm Anfang des Jahres begann, wurden bereits insgesamt über 5.000 Frauen und Kinder unter fünf Jahren registriert. Zwei Drittel der behandelten Personen sind Kinder.

“Die meisten kommen aus den umliegenden Camps”, sagt ein Mitarbeiter der lokalen Nichtregierungsorganisation, die in diesem Zentrum mit WFP zusammenarbeitet. „Manche sind schon lange in diesen Camps, andere kommen neu an oder kehren von den Flüchtlingscamps in Kenia zurück. Wenn sie Glück haben, finden sie Arbeit als Bauarbeiter oder Frachtlader am Hafen.“

Lebenskraft kehrt zurück

Hier in Kismayo, wie auch in anderen Teilen Somalias, kehrt langsam wieder Normalität ein. Nach zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg kann sich nur noch die ältere Generation an friedliche Zeiten erinnern. Kismayo gehört zum südlichen Teil des Landes, der 2011 von der dramatischen Hungersnot heimgesucht wurde.

 




Nach vier Jahren, in denen Konflikte und Unsicherheit Kismayo für die humanitäre Gemeinschaft unzugänglich machten, konnte WFP Ende 2012 nach Kismayo zurückkehren, um dringend notwendige Hilfe zu leisten. Eine Umfrage ergab, dass fast die Hälfte der Einwohner nicht genügend Nahrung zur Verfügung hat und fast ein Viertel der Kinder unter 5 Jahren mangelernährt sind. Zusätzlich zu den Ernährungszentren hat WFP drei Zentren in der Stadt eröffnet, in denen jeden Tag warme Mahlzeiten für 5.000 Menschen ausgegeben werden.