Inmitten der Gewalt: Ernährungshilfe für Familien in Mali

Veröffentlicht am 04 März 2013

Seitdem die Mutter Aissata Walet fliehen und ihr Zuhause im Norden Malis vor einem Jahr verlassen musste, lebt sie in in der Hauptstadt Bamako in einer kleinen Hütte, die sie sich mit Verwandten teilt. Copyright: WFP/ Daouda Guirou

Da die Kämpfe in Mali zunehmen, mussten Tausende Menschen ihr Zuhause verlassen und Zuflucht in anderen Teilen des Landes suchen, um zu überleben. Aissata Walet ist eine von ihnen. Sie muss eine Hütte in Bamako mieten, die sie sich mit 30 anderen Personen teilt. Ohne die Hilfe des WFP wüsste Aissata nicht, wie sie ihre Kinder ernähren sollte.

Als im Frühling 2012 die Kämpfe im Norden Malis ausbrachen, floh Aissata Walet mit ihren Kindern in die Hauptstadt Bamako. Seitdem teilen sie sich dort mit ihren Verwandten eine Hütte mit zwei Räumen. Da es nicht genug Schlafplatz für alle gibt, schlafen ihre Kinder nachts auf dem Dach.

„Wenn es regnet, suchen sie Schutz im Treppenhaus. Sie schlafen dann dort mit ihren Kissen an die Wand angelehnt”, sagt Aissata. Die 43-jährige Mutter gehört zu den Zehntausenden Menschen aus dem Norden Malis, die im Süden des Landes Zuflucht suchen.


„Ich muss eine Unterkunft mieten und den Schulbesuch meiner Kinder finanzieren. Für alles hier muss ich bezahlen”, sagt sie.

Eines der wenigen Dinge, die sie nicht selbst zahlen muss, sind die Rationen an Mehl, Öl, Zucker und Bohnen, die sie jeden Monat von WFP erhält. „Ohne diese Hilfe müsste ich auf der Straße betteln gehen“, erklärt Aissata.

Ein Leben weit weg von Zuhause

Aissata kommt aus Gao, einer Stadt am Rande des Konfliktgebietes. Aufgrund der Gewalt sind seit April 2012 mehr als 480.000 Menschen aus ihrer Heimat geflohen. Weit weg von Zuhause und ohne Arbeit haben diese Menschen keine Möglichkeiten, ihre Familien zu versorgen.

“Zwei meiner Kinder waren seit einer Woche nicht in der Schule, da sie sich einen schlimmen Husten eingefangen haben und ich mir keine Medizin leisten kann”, sagt sie.

Militärische Auseinandersetzungen im Januar lösten eine neue Welle der Vertreibung aus. Fast 10.000 Menschen mussten in die Städte nahe der Grenze fliehen, wie zum Beispiel nach Mopti und Segou. Als sich die Kämpfe ausweiteten, war WFP zeitweise gezwungen, die Hilfsoperation in diesen Gebieten auszusetzen. Nur wenige Tage später nahm WFP diese wieder auf, um mehr als 58.000 vertriebene Familien mit Ernährungshilfe zu erreichen.

Eine ungewisse Situation

Noch schwieriger zu erreichen sind Familien, die im nördlichen Mali geblieben sind. Nichtsdestotrotz gelang es WFP mithilfe flacher Boote Hilfsgüter über den Niger-Fluss in Regionen wie Tumbuktu oder Gao zu transportieren. Während es immer noch unmöglich ist, den Bedarf im Norden des Landes genau zu ermitteln, wird aus Orten wie Mopti berichtet, dass mehr als 70 Prozent der Familien Mühe haben, sich selbst zu versorgen.

„WFP wird die Situation weiter aufmerksam beobachten und nach alternativen Lösungen suchen, um humanitäre Hilfe leisten zu können, wie z.B. Hilfstransporte in den Norden Malis, oder Lagerung der Nahrungsmittel in Grenzregionen in Mauretanien und Burkina Faso“, sagt WFP-Landesdirektor in Mali, Zlatan Milisic.

Insgesamt muss WFP zurzeit mehr als 564.000 vom Konflikt betroffene Menschen in Mali und den Nachbarländern mit Ernährungshilfe unterstützen.