Schulmädchen in Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas, erhalten Schulmahlzeiten und können so dem Teufelskreis aus Hunger und mangelnder Bildung entfliehen. Foto: WFP/Heather Hill.
Für Srin Yor sah das Leben düster aus. Sie hatte nichts zu essen, keine Bildung und keine Zukunft. Sie war nur mit ihrer Arbeit auf der Mülldeponie beschäftigt. Aber das Blatt wendete sich, und Yors Lebenssituation verbesserte sich dank der „Pour un Sourire d'Enfant” (PSE) Schule in Kambodscha, die von WFP unterstützt wird.
Jahrelange musste die 17-jährige Srin Yor um 5:00 Uhr morgens aufstehen: warten auf die Müllabfuhr, die die Abfälle und den Müll von den Märkten, Krankenhäusern, Hotels, Restaurants und Fabriken auf der Deponie in Stung Meanchey ablädt, einem Bezirk von Phnom Penh.
„Wäre ich nicht so früh aufgestanden, wäre nichts mehr übrig gewesen, was ich hätte sammeln können!“, erklärt Yor. Normalerweise verzichtete sie auf ihr Frühstück, um früher auf der Mülldeponie zu sein. Dort musste sie den Gestank ertragen, während sie barfuß in dem Schmutz nach „wertvollem“ Abfall suchte. Oftmals endete ihr Tag erst um 23:00 Uhr.
Arbeiten auf der Mülldeponie

Srin Yor lebt mit ihren Eltern und ihren sieben Geschwistern in einer kleinen Hütte nahe der Mülldeponie von Phnom Penh. „Auf der Suche nach genügend Essen ist meine Familie ständig umgezogen“, sagt Yor. Die Möglichkeit zur Schule zu gehen, war für Yor gleich null. Ihre älteren Geschwister wanderten nach Thailand aus. Auch sie besuchten nie eine Schule oder erreichten höchstens die dritte Klasse.
Vor zwei Jahren wurde Yor in das beschleunigte Bildungsprogramm aufgenommen, das älteren Kindern ermöglicht zwei Klassenstufen in einem Schuljahr zu absolvieren. Die Zulassung zur Schule ließ sie wieder auf ein besseres Leben hoffen. Yor ist mittlerweile im dritten Jahr und besucht bereits die Jahrgangsstufe fünf und sechs.

„Ich bin sehr glücklich, dass ich die Möglichkeit habe wie andere Kinder zur Schule zu gehen“, sagt Yor mit einem Lächeln. WFP unterstützt sie und ihre Klassenkameraden mit einer monatlichen 10kg Ration Reis, so dass die Familien sich nicht um die nächste Mahlzeit für ihre Kinder sorgen müssen und die Kinder sich in der Schule auf den Unterricht konzentrieren können.
Durch das
Schulspeisungsprogramm unterstützt WFP mehr als 1.000 unterpriveligierte Kinder in der Schule „Pour un Sourire d'Enfant” in Phnom Penh. Das Programm schafft Anreize für gefährdete und arme Familien, ihre Kinder auf die Schule zu schicken, regelmäßig am Unterricht teilzunehmen und ihre Grundausbildung abzuschließen.