Kenia: Junge Mutter bekämpft chronische Mangelernährung

Veröffentlicht am 07 März 2012

Der Ernährungszustand von Namuding und ihrem Sohn wird hier in der Turkana-Region im Norden von Kenia im Krankenhaus untersucht. Sie erhalten Spezialnahrung im Rahmen eines EU-finanzierten Ernährungsprogramms  für Kinder unter 5-Jahren und schwangeren und stillenden Frauen. Copyright WFP/Rein Skullerud

Namuding lebt in Turkana, einer Dürreregion in Nordkenia. Die junge Frau konnte ihre Mangelernährung dank eines Ernährungsprogramms bekämpfen, das von der EU unterstützt wird. Am Horn von Afrika hat die vergangene Dürre viele Gemeinden geschwächt - vor allem Frauen und Kinder wurden noch anfälliger für Mangelernährung.
TURKANA – Vor sechs Wochen hat Namuding Akimats Baby, damals erst drei Wochen alt, unaufhörlich geschrien. „Er hat nicht genug Muttermilch bekommen. Ich wusste nicht, was ich tun sollte“, sagt Namuding. “Seit seiner Geburt hatte ich einfach nicht genug Kraft und fühlte mich sehr schwach.“
 
Ermutigt von einem ihrer Nachbarn, hat Namuding ihr Baby schließlich ins Krankenhaus gebracht, um festzustellen, warum es ununterbrochen schreit. Der Nachbar hat ihr erzählt, dass auch sie selbst im Krankenhaus wegen ihrer Müdigkeit behandelt werden könnte. Deshalb lief Namuding nach Lodwar ins Krankenhaus von Turkana, ungefähr fünf Kilometer von ihrem Zuhause entfernt. Turkana liegt im Nordwesten von Kenia. 

“Im Krankenhaus wurde mein Oberarm mit einem Maßband gemessen. Sie haben mir gesagt, dass ich an einem Programm teilnehmen kann, bei dem ich Spezialnahrung bekomme, die mich stärkt.“, erzählt Namuding, während sie ihr inzwischen zwei Monate altes Baby stillt. 

Namuding bekommt nun „Super Cereal“, eine nährstoffreiche Spezialnahrung aus Getreide und Soja. Sie ist eine von 10,000 Personen, die in Turkana diese Ernährungshilfe erhalten. Das Programm ist speziell auf Kinder unter fünf Jahren ausgerichtet sowie für schwangere oder stillende Mütter, die chronisch mangelernährt sind.

Als sie vor sechs Wochen mit dem Programm angefangen hat, hatte Namudings Oberarm in der Mitte einen Umfang von 20,3 cm (unter Ernährungswissenschaftlern ist dieser Wert als ‘MUAC’ bekannt). Inzwischen ist es ein ganzer Zentimeter mehr. Laut Joyce Owigar, Ernährungswissenschaftlerin bei WFP, sind schwangere oder stillende Mütter, mit einem MUAC unter 20 cm stark mangelernährt. „Namudings Zustand hat sich stark verbessert.“, berichtet Joyce.

Das Program, das Namuding unterstützt, ist speziell für Betroffene ausgelegt, die bereits als mangelernährt eingestuft wurden. Um jedoch auch Frauen und Kinder zu erreichen, die nicht von sich aus in das Krankenhaus kommen, hat WFP ein weiteres Programm initiiert. Es zielt darauf ab, alle unter 5-Jährigen sowie schwangere und stillende Mütter mit nährstoffreicher Nahrung zu versorgen. Dieses Programm erreicht in Turkana rund 140,000 Betroffene. 

Die Europäische Union unterstützt (entweder durch einzelne EU-Staaten oder durch ECHO, dem Amt für humanitäre Hilfen in der EU) neben Ernährungsprogrammen weitere Programme von WFP, die den von Dürre betroffenen Menschen in Nordkenia helfen. 

Eines von Namudings fünf Kindern geht zur Schule. Dort bekommt der Junge eine warme, nährstoffreiche Mahlzeit. „Ich bin sehr dankbar für die Nahrung, die er in der Schule bekommt und bete dafür, dass er nach seiner Ausbildung selbst Lehrer werden kann.“, sagt Namuding.