Nahrungsmittelgutscheine - ein Stück Normalität für syrische Flüchtlinge

Veröffentlicht am 27 Februar 2013

Aziza und ihr ein Monat altes Baby leben im Flüchtlingscamp in der türkischen Region Hatay. Sie ist eine von mehr als 20.000 Syrern in der Türkei, die elektronische Gutscheine  von WFP bekommen. Copyright: WFP/Jane Howard

WFP hilft syrischen Flüchtlingen in der Türkei mit elektronischen Gutscheinen, so dass sie Nahrungsmittel in den lokalen Geschäften kaufen können. Die Möglichkeit, Nahrungsmittel selbst auszuwählen und zuzubereiten wie in der Heimat, ist eine der wenigen Freuden für die Flüchtlingsfamilien und unterstützt zusätzlich die lokale Wirtschaft.

Seit der Flucht in die Türkei lebt die junge syrische Mutter Aziza in einem Zelt im Flüchtlingscamp nahe der syrischen Grenze. Ihre Gedanken kreisen ständig um die Heimat.

„Das wichtigste für mich ist, dass mein Sohn nach Hause zurückkehren und seine Heimat kennenlernen kann“ sagt sie.

Aziza ist eine von mehr als 20.000 Syrern in der Türkei, die elektronische Gutscheine von WFP bekommen.

WFP und das türkische Rote Kreuz helfen Aziza mit einer elektronischen Karte, die mit 80 türkischen Lira (zirka 34 Euro) im Monat aufgeladen wird. Dieses Geld kann sie in 15 verschiedenen Läden im der naheliegenden Stadt Yayladagi für Essen ausgeben. 

Heimweh

“Ich mag das System, weil ich die gleichen Mahlzeiten kochen kann wie Zuhause” sagt Aziza, deren Ehemann in Syrien blieb. Sie hat ihn seit 8 Monaten nicht gesehen und macht sich nun Sorgen. 

Die türkische Regierung schätzt, dass etwa 200.000 Syrer Zuflucht  in der Türkei gefunden haben. 14 Camps wurden eingerichtet, manche sind Zelt-Camps, andere befinden sich in alten Gebäuden oder bestehen aus aneinanderreihten Containern. 

Sechs Kugeln

In der türkischen Stadt Altinozu, stützt sich der Koch und frühere Restaurantbesitzer Hossein Mohammad beim Einkauf auf eine Krücke. “Wir waren in einem Feuergefecht und auf einmal hatte ich sechs Kugeln in meinem Bauch“.

“Wir sind wegen der medizinischen Versorgung gekommen – nicht weil wir Syrien verlassen wollten” sagt er. Auch er ist dankbar für das Gutschein-System, das ihm erlaubt für seine 12-Köpfige Familie zu kochen.

Die Gutscheine sind auch gut für die lokale Wirtschaft, weil die Flüchtlinge ihr Geld in den Geschäften vor Ort ausgeben. Der Bäcker Yusuf Coban, der wie viele Hatay-Bewohner Türkisch und Arabisch spricht, hat angefangen arabisches Fladenbrot zu produzieren, das von den Syrern bevorzugt wird. Dadurch konnte er seinen Umsatz verdreifachen.