Ramadan - Erstes Fastenbrechen im Camp Zaatari

Veröffentlicht am 17 Juli 2013

Die Bewohner des Zaatari Camps finden sich am ersten Tag des Ramadan nach Sonnenuntergang für das „Iftar“, das Fastenbrechen, zusammen. Copyright: WFP/Jane Howard

Iftar, das erste Fastenbrechen, im heiligen Monat Ramadan ist eine besondere Zeit für muslimische Familien auf der ganzen Welt. Für syrische Flüchtlinge wie Umm Majd im Zaatari Camp in Jordanien jedoch hat Iftar in diesem Jahr auch einen bitteren Beigeschmack.

ZAATARI (Jordanien)—Als sie abends das Essen, Huhn mit Reis und Rosmarin, für ihre Familie zubereitet erinnert sich Umm Majd an glücklichere Tage. “Vor dem Konflikt war Ramadan eine Zeit, in der alles leuchtete. Das Leben war strahlend“ sagt sie. „In dieser Zeit besuchten wir Familie und Freunde, oder Nachbarn kamen zu uns nach Hause. Wir waren Teil einer Gemeinschaft. Zu Beginn des Ramadan haben wir Obst und Gemüse für den Monat gekauft, auf den Märkten war alles vorhanden. Sie können sich nicht vorstellen, wie gut alles schmeckte.“

Seitdem sie im Camp ist, kocht sie für ihren Ehemann und drei Söhne, Majd, Yousef, und Omar, das, was Teil der WFP-Rationen ist: Reis, Nudeln, Buchweizen und Linsen. Aber für die erste Nacht des Ramadan hat die Familie auf etwas Besonderes gespart. 

Huhn und Reis
“Wir haben dieses Essen vermisst – Huhn und Reis. Wir sind seit sieben Monaten hier und hatten nur einmal Hühnchen zu essen“ sagt sie. Ihr Ehemann, Abu Majd, verdient etwas Geld als Pförtner, aber das Meiste schickt er seiner Mutter und Schwester, die in Syrien geblieben sind. 

Als die Abenddämmerung einsetzt herrscht im Camp eine fast festliche Atmosphäre, während die Bewohner auf den Aufruf zum Gebet warten, das Zeichen zum Fastenbrechen. Kleine Stände verkaufen Süßigkeiten, Saft aus Tamarinde und riesige Wassermelonen. Aber die Preise sind vor dem Fastenmonat in die Höhe geschossen und die meisten Familien können sich solche Leckereien nicht leisten.  

Zum Ramadan haben die Bewohner von Zaatari dieses Jahr ein Geschenk vom Königreich Saudi Arabien erhalten. Die Rationen wurden von WFP und Save the Children verteilt und enthalten Datteln, Marmelade und andere Leckerbissen. „Sie können sich nicht vorstellen, wie das Gesicht meines jüngsten Sohnes vor Freude strahlte, als er den Käse sah“ sagt Umm Majd. In den kommenden Monaten plant WFP, die Flüchtlinge mit Gutscheinen statt Nahrungsmitteln zu versorgen, sodass sie ihr Essen selbst auswählen können. 

Ramadan zuhause 
Ihre Nachbarin Umm Mimyesser, 64, war eine der ersten im Zaatari Camp, das nun ein vorläufiges Zuhause für über 100.000 Menschen ist. „Ramadan hier ist völlig anders, kein Vergleich“ sagt sie. „In Syrien haben alle Menschen ihre Nachbarn eingeladen und wir hatten dieses Gemeinschaftsgefühl. Heute haben wir dieses Gefühl nicht. Lasst uns hoffen, dass wir zum nächsten Ramadan zuhause sind – so Gott will, schon früher.“