Südsudan: Ein Tag im Leben eines Flüchtlings

Veröffentlicht am 07 November 2012
Der anhaltende Konflikt im Sudan führt dazu, dass immer mehr Menschen im Südsudan Zuflucht suchen. Erfahren Sie in unserem aktuellen Bericht, mit welchen Herausforderungen vor allem Frauen in ihrem Leben in Flüchtlingscamps im Südsudan konfrontiert sind.

Hier sehen Sie Umjima Yacob, sie ist eine 32-jährige Mutter von sieben Kindern. Vor kurzem musste sie ihr Zuhause im Sudan verlassen und ist mit ihrer Familie in den Südsudan geflüchtet. 

Sie ist eine von über 110.000 Flüchtlingen im Bundesstaat Obernil im Südsudan, die von WFP Ernährungshilfe erhalten. Unser Kollege Philipp Herzog, der für WFP im Südsudan arbeitet, hat Umjima Yacob einen Tag lang begleitet, um herauszufinden, welche Hürden diese Flüchtlinge jeden Tag bewältigen müssen. 

„Das hier bin ich mit meiner Familie. Wir mussten vor einigen Monaten unser Zuhause verlassen, weil Bomben über unserem Dorf abgeworfen wurden. Wir hatten so furchtbare Angst und waren wochenlang unterwegs, um hier im Flüchtlingscamp Obernil Unterschlupf zu finden. Solange wir also nicht zurück in unser Dorf können, bleibt dieses Zelt unser Zuhause. Wir sind glücklich, am Leben zu sein und dankbar für die Hilfe.“ 

„Jeden Morgen mache ich Essen für meine Familie. Ich erhalte einmal im Monat Nahrungsmittelrationen von WFP, mit denen  wir einen Monat über die Runden kommen. Neben Hülsenfrüchten und Öl erhalten wir auch Salz und Sorghum.“

 

 „Ich liebe meine Familie über alles und es freut mich, dass ich mit der Hilfe von WFP und den anderen humanitären Organisationen nach wie vor die Möglichkeit habe, mich um meine Kinder zu kümmern. Meine drei jüngsten Kinder, Ramada, Ferida und Huda, erhalten zusätzliche Rationen. Als wir im Camp angekommen sind, waren die drei sehr geschwächt. Mittlerweile haben sie sich wieder erholt.“ 

„Es ist sehr wichtig, dass wir neben ausreichend Nahrung auch gesundes Trinkwasser zu uns nehmen. Darauf wird im Camp viel Wert gelegt.“

 

 

Mangelernährung  und Hunger in südsudanesischen Flüchtlingscamps

 Zehntausende Flüchtlinge kamen wie Umjima Yacob mit ihren Familien in Flüchtlingscamps im Südsudan. Oft erreichen sie die Camps sehr krank und sind geschwächt von den vielen Strapazen ihrer Flucht. Weil sie auf ihrem Weg in der Regel keinen Zugang zu Nahrungsmitteln haben, ernähren sie sich von wildwachsenden Pflanzen und trinken verunreinigtes Wasser. Deshalb sind Mangel- und Unterernährung ein ernsthaftes Problem  in den Flüchtlingscamps.  

WFP weitet deshalb die Hilfe für junge Mütter und Kleinkinder aus, um Mangelernährung vorzubeugen und  zu bekämpfen.