Südsudan: Vor dem Konflikt geflohene Familien kehren in verwüstete Heimat zurück

Veröffentlicht am 21 Februar 2014

John Mathiek Bawar zeigt seine Registrierungskarte, mit der er in Bentiu Ernährungshilfe  von WFP und den lokalen Partnerorganisationen bekommen kann. WFP/George Fominyen

Die Krise in Südsudan zwang hunderttausende Familien ihr Zuhause auf der Suche nach Sicherheit zu verlassen. Das UN World Food Programme (WFP) hat bislang 250.000 Vertriebene mit Ernährungshilfe unterstützt, vor allem Menschen die an UN-Stützpunkten Zuflucht gefunden haben. WFP arbeitet nun daran, noch mehr Menschen außerhalb der UN-Gelände zu erreichen. Auch solche, die in zerstörte Städte wie Bentiu zurückkehren.

BENTIU – In einem Fußballstadion in Bentiu, einer Stadt im Norden in Südsudan,  zeigt John Mathiek Bawar glücklich seine Identifikationskarte, die ihn berechtigt, Notrationen von  WFP und Partnerorganisationen zu erhalten.

Seit im Dezember Kämpfe zwischen Splittergruppen der südsudanesischen Armee begannen, hat die nördliche Stadt Bentiu mehrmals die Führung gewechselt. Mitte Januar haben Kräfte um Präsident Salva Kiir die Stadt zurückerobert. Seitdem ermuntern lokale Behörden die geflohenen Bewohner zur Rückkehr. John Mathiek Bawar ist einer von tausenden Bewohnern, die nach den Kämpfen nach Bentiu im Norden des Landes  zurückkehren. „Ich habe mich mit meiner Familie für 18 Tage in der Nähe der Stadt versteckt“, sagt Bawar, „Wir lebten von Pflanzen, die wir aus dem Fluss zogen und ein wenig Hirse, die wir vor der Flucht mitgenommen haben.“
 
Die Rückkehrer stehen nun jedoch vor einer verwüsteten Stadt. Viele Häuser, Geschäfte und Büros sind zerstört, geplündert oder niedergebrannt. Mittlerweile öffnen einige Märkte wieder, auf denen es jedoch bislang kaum Nahrungsmittel zu kaufen gibt. Die meisten Menschen könnten sich allerdings auch auf geöffneten Märkten gar keine Lebensmittel leisten, da sie ihre gesamte Lebensgrundlage verloren haben.
 

Verteilung von Nahrungsmitteln

Mit Hirse, Erbsen, Pflanzenöl und Salz beladene Lastwagen kommen von einem UN-Stützpunkt zurück nach Bentiu. „Wir versuchen die vor den Kämpfen sichergestellten Nahrungsmittel so schnell wie möglich an die zurückkehrenden Bewohner zu verteilen, damit sie nicht hungrig schlafen gehen müssen.“, sagt Francis Sarpong, der Leiter des WFP-Büros in Bentiu.

Das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) schätzt, dass ungefähr 720.000 Menschen innerhalb Südsudans aufgrund der Krise vertrieben sind.

WFP verteilt Nahrungsmittel an möglichst viele Rückkehrer in Bentiu, die dabei sind, ihr Leben wieder aufzubauen. Dabei trifft WFP jedoch auf große Schwierigkeiten. Mehrere Teams sind eingesetzt worden, um die abgelegenen und von den Kämpfen besonders betroffenen Orte in den Bundesstaaten Upper Nile, Jonglei und Unity States zu unterstützen. Laut einer WFP-Analyse zur Ernährungssicherheit litten die Menschen in diesen Regionen bereits vor den Kämpfen unter Nahrungsmittelknappheit und gaben einen Großteil ihres Einkommens für Essen aus.