Im Flüchtlingscamp Zaatari leben momentan 30.000 Syrer, die vor den Kämpfen in ihrer Heimat geflohen sind. Fast 75% der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder. Copyright: WFP/Jonathan Dumont
Die Temperaturen im Flüchtlingscamp Zaatari in Jordanien sinken. 30.000 Syrer, die vor der Gewalt in ihrer Heimat geflohen sind, haben hier Zuflucht gefunden.
„Es ist kalt, sehr kalt. Mein Sohn hat nur ein kurzärmliges Hemd – dasselbe, welches er bei unserer Flucht getragen hat“, sagt Um Raed, eine Mutter, die gerade in Zaatari angekommen ist.
Da ein Friedensvertrag in Syrien nicht bald erwartet wird, ist es immer wahrscheinlicher, dass die Syrer den ganzen Winter in Flüchtlingscamps verbringen müssen.
Während das Flüchtlingskommissariat UNHCR Decken sowie Brennstoff zum Heizen und Kochen verteilt, stellt WFP die nötigen Nahrungsmittel für die Familien zu Verfügung.
WFP unterstützt syrische Flüchtlinge in Jordanien, im Libanon, Irak und der Türkei.
„Die Temperaturen sinken hier manchmal bis zu minus drei Grad Celsius, besonders in der Nacht“, sagt WFP-Sprecherin Laure Chadraoui. „WFP hilft allen Familien im Camp. Sie bekommen nahrhafte Mahlzeiten und können so besser die Kälte abwehren.“
Reis, Weizen, Hülsenfrüchte
Seit Oktober verteilt WFP im Zaatari Flüchtlingscamp “trockene” Rationen anstatt warmer Mahlzeiten, damit die Flüchtlinge für sich selbst kochen können. Die Monatsration beinhaltet Reis, Weizen, Hülsenfrüchte, Zucker und Salz zusätzlich zu einer Tagesration Brot.
UNHCR und WFP haben knapp 100 Gemeinschaftsküchen im Camp eingerichtet, in denen die Flüchtlinge ihr Essen zubereiten können. Das hilft den Familien auch, ihre Ernährung abwechslungsreicher zu gestalten. 100 weitere Küchen werden derzeit errichtet.
Die 30.000 Flüchtlinge in Zaatari sind nur ein Teil der Syrer, die ihre Heimat in den letzten Wochen und Monaten verlassen haben. Es wird vermutet, dass bis zu 370.000 Syrer in den Irak, in den Libanon, nach Jordanien und in die Türkei geflohen sind.
Nahrungsmittelgutscheine
WFP betreut syrische Flüchtlinge in allen vier Ländern mit verschiedenen Hilfsmaßnahmen: Nahrungsmittelgutscheine, Notrationen sowie warme Mahlzeiten in den Flüchtlingscamps. WFP weitet seine regionale Unterstützung aus und ist darauf vorbereitet, in den kommenden Wochen Hilfe für mehr als 460.000 Menschen in den Nachbarländern zu leisten.
WFP unterstützt 1,5 Millionen Menschen innerhalb Syriens mit Ernährungshilfe. Die jüngste Eskalation der Gewalt erschwert es jedoch, die am stärksten von Hunger betroffenen Regionen zu erreichen. Mehrere WFP-Trucks wurden in den vergangenen Wochen angegriffen.
Neueste Berichte zeigen, dass die Ernährungsunsicherheit in Syrien wächst, vor allem aufgrund der anhaltenden Knappheit von Brot und steigenden Nahrungsmittelpreisen in vielen Teilen des Landes.