WFP gibt somalischen Flüchtlingen in Südäthiopien neuen Mut

Veröffentlicht am 10 August 2011

Muslimo und ihr Kind sind im Flüchtlingslager Dolo Ado in Äthiopien angekommen. Dort erhalten sie, genau wie die anderen Dürreopfer, Ernährungshilfe von WFP . Copyright: WFP/Natasha Scripture

Um der Hungersnot zu entkommen hat Muslimo, 15, in einem tagelangen Marsch ohne Essen und Trinken, ihr Kind durch die Wüste getragen. Schließlich kam sie erschöpft im Flüchtlingslager Kobe in Äthiopien an. Damit sie wieder zu Kräften kommt, unterstützt WFP Muslimo mit einem Versorgungspaket, zusätzlich zu Nahrungsmitteln, die speziell für die Bedürfnisse von Kleinkindern entwickelt wurden.

„Ich war so hungrig und bin glücklich, jetzt dieses Essen zu bekommen“, sagt Muslimo, 15, während sie ihr müdes Kleinkind, den einjährigen Hussein, in den Armen hält.

 Muslimo lebt seit über einer Woche im äthiopischen Flüchtlingslager Kobe, ungefähr 40 Kilometer von der somalischen Grenze entfernt. Dort erhält sie ein Versorgungspaket, gefüllt mit Weizenmehl, Hülsenfrüchten, Energiekeksen, Salz, Speiseöl und Zucker. Muslimo zählt zu den über 25.000 Flüchtlingen, die von WFP unterstützt werden.

„ Wenn wir diese Ration nicht bekommen hätten, wäre es uns noch schlechter ergangen“, sagt Muslimo. Zusätzlich zu den Nahrungsmitteln versorgen UN-Organisationen die Flüchtlinge mit Unterkünften, medizinischer Versorgung und dem Zugang zu Grundversorgungen wie  Toiletten und sauberem Wasser.

Erholung von den Strapazen

Obwohl der Ansturm der Flüchtlinge in Dolo Ado nachgelassen hat in den letzten Tagen, kommen immer noch bis zu 200 Menschen täglich in den Registrierungsstellen an. Die Mangelernährungsraten sind besorgend hoch unter den Neuankömmlingen. Etwa die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren leidet an akuter Mangelernährung. Um den Neuankömmlingen sofort zu helfen, werden  bereits vor der Registrierung angereicherte Energiekekse verteilt.  Nach der Registrierung bekommt jeder ein Armband, das den Zugang zum Flüchtlingslager und den warmen Mahlzeiten erlaubt.

Noch ein weiter Weg

WFP muss insgesamt 9,7 Millionen Menschen, die von der Dürre betroffen sind, mit Ernährungshilfe unterstützen. Davon sind 1,9 Millionen Menschen in Somalia, 3,7 Millionen in Äthiopien und 2,85 Millionen in Kenia, darunter auch 240.000 Flüchtlinge in Äthiopien und 530.000 Flüchtlinge in Kenia. Derzeit erreicht WFP ca. 7,2 Millionen Menschen.

Mit der Zahl der Hungernden steigt auch die Zahl der ansteckenden Krankheiten wie Masern. Dies wird die Situation der jetzt schon schwachen Flüchtlinge noch verschlechtern. Impfungen gegen Masern werden mittlerweile in allen Lagern durchgeführt, um höheren Sterberaten entgegenzuwirken.