WFP in Lateinamerika 2014 – Wie Schüler, Kleinbauern und Mütter den Hunger besiegen

Veröffentlicht am 21 März 2014

WFP ist nicht nur in den aktuellen Krisengebieten wie Syrien, der Zentralafrikanischen Republik und Südsudan aktiv, sondern ist auch auf dem amerikanischen Kontinent, um die 47 Millionen Hungernden in Lateinamerika und der Karibik zu unterstützen. Wo WFP vor Ort aktiv ist und was wir tun, stellen wir Ihnen hier kurz vor: 

  Guatemala
  "Mi comidita" für gesunde Kleinkinder

Eine Mutter gibt ihrem Kind zu Essen im Rahmen des Programms "mi comidita"    WFP/Francisco Fion

In dem mittelamerikanischen Land sind noch immer fast 50 Prozent der Kinder unter fünf Jahren unter- oder mangelernährt. WFP arbeitet hier eng mit der guatemaltekischen Regierung zusammen und hilft in diesem Jahr unter anderem mit dem Programm „mi comidita“ („meine kleine Mahlzeit“) Kindern in den ersten zwei Lebensjahren und schwangeren Frauen mit besonders nährstoffreicher Spezialnahrung. Außerdem werden 300 Mütter ausgebildet, andere Familien zu ausgewogener Ernährung zu beraten, damit Guatemalas Kinder in Zukunft gesund aufwachsen und ihr volles Potenzial erreichen. 

  Honduras

   Schulspeisungen für Bildung und Gesundheit in              Honduras

Diese Schulkinder aus Honduras freuen sich über warme Mahlzeiten   WFP/Hetze Tosta

„Bildung ist das Wichtigste! Ich will, dass alle Kinder in die Schule gehen dürfen, ganz gleich wo sie leben oder ob ihre Eltern Geld haben.“, sagt Juan Orlando Hernández, der Präsident des krisengeschüttelten mittelamerikanischen Landes. Die unruhige politische Lage und wiederkehrende Naturkatastrophen und Dürren haben zur Folge, dass in dem Land fast die Hälfte der Landbevölkerung chronisch mangelernährt ist und 34 Prozent der Kinder von stunting betroffen sind, einer zu kleinen Körpergröße im Vergleich mit Gleichaltrigen. Umso wichtiger ist das Schulspeisungsprogramm von WFP und der Regierung. Auch in diesem Jahr bekommen 1,4 Millionen Schulkinder eine warme Mahlzeit und können sich so gestärkt auf den Unterricht konzentrieren.

 

  Kolumbien

   Elektronische Gutscheine für selbstbestimmte                  Ernährungshilfe

Die elektronischen Gutscheine sind ein guter Schritt: Jeder kann selbst entscheiden welche Nahrungsmittel er braucht  WFP/Zaida Marquez

 

 Anfang Februar hat WFP mit einem Gutscheinprogramm in vier Gemeinden des Landes begonnen. Allein in Puerto Asis, einer Stadt im Südwesten des Landes profitieren 300 Familien von den elektronischen Gutscheinen. Darunter sind vor kurzem erst vertriebene Embera-Katío-Indigene, die so auf würdevolle Weise unterstützt werden. Sie können selbst entscheiden, welche Nahrungsmittel sie benötigen und kaufen möchten, wie etwa dieser Junge, der sich über seine Lieblingsfrucht Maracuja freut. ECHO (European Comission – Humanitarian Aid and Civil Protection) ermöglicht dieses Programm zur Stärkung der indigenen Bevölkerung, damit sich die Neuankömmlinge nährstoffreiche Lebensmittel leisten können.

  Bolivien

  Lokale Nahrung für Schulspeisungen

Die Schulkinder bekommen warme Mahlzeiten und Kleinbauern werden gefördert  WFP/Ximena Loza

Ein Tag, an dem ein Kind nicht isst, ist ein Tag mehr, an dem es nicht gesund aufwächst. In diesem Jahr hat WFP zusammen mit der südbolivianischen Gemeinde von Padcaya ein neues Schulspeisungsprogramm begonnen, damit die Kinder jeden Tag eine ausgewogene Mahlzeit zu sich nehmen und die Schule besuchen. Die Nahrungsmittel für die Schulspeisungen werden alle lokal von Kleinbauern angekauft. Dies sind oft gleichzeitig die Familien der Schüler. So wird sowohl der lokale Markt gestärkt, als auch die Produktion lokaler Nahrungsmittel unterstützt.

 

  Nicaragua

   Starke Kleinbauern und stolze Minderheiten

eine Misquitos-Familie wartet auf die erhoffte Ernährungshilfe

 

 

In eine sehr abgelegenen Region des mittelamerikanischen Landes, wo die indigene Misquitos-Bevölkerung noch ihre eigene Sprache und Bräuche erhält, transportierte WFP über den Wasserweg Ernährungshilfe. Von einer Bucht in der Region Prinzapolka aus, wurde die Ernährungshilfe in kleine abgelegene Gemeinden gebracht. Die Unterstützung wurde dringend benötigt, da die Bevölkerung sehr unter starken Regenfällen und großen Ernteverlusten leidet.

Außerdem unterstützt WFP in Nicaragua Kleinbauern. Anfang dieses Jahres hat WFP eine Schulung für Kleinbauernkooperativen veranstaltet. Dabei haben sich die Teilnehmer wertvolles Wissen über Lagerhaltung, Ungezieferbekämpfung und Feuchtigkeit angeeignet. Nun verkaufen die Landwirte einen Teil ihrer Ernte an WFP, das so für die Hilfsprogramme im Land auf lokale Nahrungsmittel zurückgreifen kann und gleichzeitig die lokalen Märkte unterstützt.

 

                      WFP/Sabrina Quezada