Dürre im südlichen Afrika


Dürre im südlichen Afrika
Das Klimaphänomen El Niño traf das südliche Afrika mit einer verheerenden Dürre – ganze Ernten sind zerstört und Vorräte nahezu aufgebraucht. 18 Millionen Menschen werden bis ins Jahr 2017 hinein humanitäre Hilfe brauchen, wie aktuelle Zahlen der Southern African Development Community (SADC) zeigen. 


Die Vereinten Nationen haben für die gesamte Region die höchste Krisenstufe ausgerufen, immer mehr Menschen droht Hunger. Erfahren Sie, wo und wie WFP die notleidende Bevölkerung unterstützt und mit den betroffenen Gemeinden Schutzmaßnahmen gegen künftige Klimaschocks ergreift.

 

Lesotho

Fast 710.000 Menschen – ein Drittel der Gesamtbevölkerung Lesothos – haben nicht genug zu essen. Nahezu eine halbe Million Menschen benötigen deshalb dringend humanitäre Hilfe. Krankheiten haben sich aufgrund von Hunger und Armut weiter ausgebreitet, so auch HIV – bereits ein Viertel der Bevölkerung sind betroffen. Auch der Anteil der Mangelernährten ist überdurchschnittlich hoch gestiegen. In den am stärksten betroffenen Gebieten unterstützt WFP bereits 260.000 Menschen mit Nahrungsmitteln und Bargeld.

Die Dürre hat ganze Ernten zerstört, das Vieh verdurstet.

Madagaskar

Seit drei Jahren dauert die Dürre im Süden des Inselstaates bereits an. Schätzungsweise 1,1 Millionen Menschen haben keinen gesicherten Zugang zu Nahrung und 665.000 Menschen werden auf Unterstützung angewiesen sein. Auch auf Madagaskar hilft WFP den ärmsten Familien in den am stärksten betroffenen Regionen mit Nahrungsmitteln und Bargeld. Eine Studie vom Februar dieses Jahres zeigte, dass fast jedes zwölfte Kind in den gefährdeten Gemeinden akut mangelernährt ist. WFP unterstützt sie deshalb zusätzlich mit Vitaminen und Mineralstoffen angereicherter Spezialnahrung.

1,1 Millionen Menschen in Madagaskar haben keinen gesicherten Zugang zu Nahrung.

Malawi

Noch nie gab es einen größeren Hilfseinsatz in der Geschichte Malawis, wo derzeit fast 40 Prozent der Bevölkerung – 6,5 Millionen Menschen – auf lebensnotwendige Unterstützung angewiesen sind. Seit Juli unterstützt WFP die am stärksten gefährdeten Familien und wird die Nothilfe in den kommenden Monaten ausweiten, um mindestens 4,5 Millionen Menschen zu erreichen. Dafür hilft WFP den betroffenen Gemeinden, Gemüsegärten und Bewässerungsanlagen anzulegen, damit sie sich langfristig eigenständig ernähren und künftige Klimaschocks besser meistern können. Bevor ab November die Regenzeit einsetzt und damit das Risiko steigt, dass Überflutungen den Zugang zu entlegenen Gemeinden versperren, muss WFP zudem frühzeitige Reserven für die dort lebende Bevölkerung anlegen.

WFP weitet die Nothilfe in Malawi aus, um mindestens 4,5 Millionen Menschen zu erreichen.

Mosambik

Die Folgen der Dürre treffen auch den Küstenstaat Mosambik, wo schätzungsweise 2 Millionen Menschen Nothilfe benötigen. Bis April kommenden Jahres plant WFP, 700.000 Menschen zu erreichen, die sonst keine Möglichkeiten haben sich eigenständig zu ernähren. Weil die Ernten ausgefallen sind und die Landeswährung an Wert verloren hat, sind insbesondere die Preise für Mais, einem Grundnahrungsmittel in Mosambik, um bis zu 148 Prozent gestiegen. Viele Menschen können sich ihr Essen deshalb schlichtweg nicht mehr leisten. Aktuelle Studien belegen zudem, dass Mangelernährung in den Provinzen Tete, Sofala und Manica auf ein alarmierendes Level gestiegen ist.

Die Preise für Mais, einem Grundnahrungsmittel in Mosambik, sind enorm gestiegen.

Swasiland

Mehr als die Hälfte aller Wasserquellen in Swasiland sind wegen des ausbleibenden Regens ausgetrocknet. WFP weitet deshalb die Ernährungshilfe in dem Binnenstaat aus, um 150.000 Menschen in den am stärksten betroffenen Gebieten des Landes bis Ende des Jahres zu unterstützen. In Swasiland ist HIV zudem besonders stark verbreitet: Mehr als ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung ist daran erkrankt. Ihr Gesundheitszustand hat sich in den vergangenen Monat zudem stark verschlechtert, weil sie nicht die notwendigen Nährstoffe und Vitamine bekommen.

Mehr als die Hälfte aller Wasserquellen sind ausgetrocknet.

Sambia

Vor allem die Menschen im Süden Sambias leiden unter der Dürre. Zusammen mit der Regierung unterstützt WFP deshalb knapp 250.000 Kinder mit Schulmahlzeiten aus lokaler Produktion und stärkt damit auch die Wirtschaft vor Ort. Zugleich fördert WFP die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden mithilfe innovativer Technologie: Über Mobiltelefone liefern Kleinbauern wichtige Daten und Informationen, woraus WFP die Qualität der Nahrungsmittel, Marktpreise und -zugänge sowie eine effektive Logistik ermittelt. Das hilft den Kleinbauernfamilien, ihre Ernten besser zu verkaufen.

WFP unterstützt Kleinbauern mit innovativer Technologie und hilft ihnen, Ernten besser zu verkaufen.

Simbabwe

Mehr als 4 Millionen Menschen – knapp die Hälfte der gesamten ländlichen Bevölkerung in Simbabwe – benötigen dringend Ernährungshilfe. In einigen Landesteilen ist Mangelernährung dramatisch gestiegen. WFP unterstützt bereits hunderttausende Menschen mit Bargeld und Nahrungsmitteln und plant, insgesamt 2,2 Millionen Menschen bis Anfang nächsten Jahres zu erreichen. Wo möglich, baut oder repariert WFP mit den betroffenen Gemeinden Regenwasserspeicher oder Bewässerungsanlagen. Die Teilnehmer dieser Food- oder Cash-for-Work Programme bezahlt WFP Nahrungsmitteln oder Bargeld. In Zusammenarbeit mit der Regierung erhalten Kinder außerdem WFP-Schulmahlzeiten, damit sie weiterhin zur Schule gehen können anstatt für ihr Essen arbeiten oder sogar betteln zu müssen.

Mangelernährung ist in Simbabwe dramatisch gestiegen.


Bis Januar 2017 will WFP über 13 Millionen Menschen in der Krisenregion mit Notrationen, Bargeld und langfristiger Entwicklungshilfe wie Cash-for-Work-Programmen unterstützen, damit sie künftige Klimaschocks besser meistern können.

 

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