Liechtenstein und WFP – Flexible und schnelle Hilfe


Liechtenstein ist seit vielen Jahren ein verlässlicher Partner des UN World Food Programme (WFP). Nach Klimakatastrophen zählt das Land oft zu den Gebern, die am schnellsten Hilfe bereitstellen. Gleichzeitig leistet Liechtenstein kontinuierlich wichtige Unterstützung für vergessene und unterfinanzierte Krisen.   

Jährliches Koordinierungstreffen von Liechtenstein und WFP in Vaduz: Manuel Frick (links) und Panagiotis Potolidis-Beck (rechts) vom Amt für Auswärtige Angelegenheiten mit Sabine Starke, zuständig für Geberbeziehungen im Berliner WFP-Büro.

 

Zahlen & Fakten zur Kooperation

Federführend für die Zusammenarbeit mit WFP ist das Amt für Auswärtige Angelegenheiten (AAA). Seit 2011 stellt es für WFP im Durchschnitt rund 365.000 CHF (ca. 336.000 Euro) pro Jahr bereit. Das vergleichsweise kleine Land gehört damit zu den Top-Gebern von WFP – betrachtet man das Level der Zuwendungen pro Kopf: So unterstützte 2015 jeder Bürger Liechtensteins WFP mit rund 9,90 Euro über Regierungszuwendungen. Liechtenstein zeichnet sich als besonders flexibler Geber aus. Das ermöglicht WFP, Gelder dort einzusetzen, wo sie am dringendsten benötigt werden. 

Nothilfe

Das AAA gehört regelmäßig zu den Gebern, die besonders schnell nach Krisen Gelder für Nothilfe bereitstellen, beispielsweise 2015 nach dem Erdbeben in Nepal oder im Oktober 2016 nach dem Ausbruch von Hurrikan Matthew. Zudem fördert Liechtenstein jedes Jahr den Immediate Response Account (IRA) des WFP. Der IRA ist ein Finanzierungsmechanismus, der es WFP erlaubt, direkt nach dem Ausbruch einer Krise mit Nothilfe zu starten – noch bevor Geber erste Mittel zur Soforthilfe bereitstellen.
 

Vergessene und unterfinanzierte Krisen

Ein weiterer Schwerpunkt Liechtensteins sind vergessene und unterfinanzierte Krisen. Seit 2011 unterstützt das Land jährlich WFP-Programme in der Demokratische Volksrepublik Korea (DPRK). Dank der Hilfe des AAA können dort angereicherte Spezialnahrung und Energiekekse in mehreren Provinzen lokal hergestellt werden, um Unterernährung und chronische Mangelernährung bei schwangeren und stillenden Frauen sowie Kindern zu vermeiden.  

Innovative Pilotprojekte

2015 stellte Liechtenstein Mittel für das innovative Pilotprojekt „Safe Access to Fuel and Energy (SAFE)“ im kenianischen Flüchtlingscamp Dadaab zur Verfügung. Die Initiative hat zum Ziel, Gewalt an Frauen und Kindern zu reduzieren, die beim Sammeln von Brennholz verstärkter Gefahr ausgesetzt sind. Sie erhalten zum Kochen alternative Brennstoffe wie Briketts, die im Camp selbst hergestellt werden. Gleichzeitig erforscht das Projekt, inwieweit die Pflanze Prosopis als weitere Alternative zu Brennholz eingesetzt werden kann.