Die Schweiz und WFP – Partner mit Expertise


Die Schweiz ist ein engagierter und strategischer Partner des UN World Food Programme (WFP) und gehört seit vielen Jahren zu den Top 10 Gebern. Das Land unterstützt WFP nicht nur finanziell, sondern auch durch seine langjährige Expertise in humanitärer Hilfe und Logistik.

Auf eine starke Partnerschaft: WFP-Exekutivdirektor David Beasley und Manuel Bessler, Leiter des Direktionsbereichs Humanitäre Hilfe der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), bei einem Treffen in Rom im Juni 2017.

 

Schwerpunkte der Kooperation

Der Schweizer Bundesrat verabschiedet Programme zur humanitären Hilfe, Entwicklung, Zusammenarbeit mit Osteuropa und internationalen Organisationen wie dem WFP. Umgesetzt werden sie von der DEZA.

Themenschwerpunkte der DEZA sind Notfallvorsorge, Resilienz, Wiederaufbau sowie Gutschein- und Bargeldprogramme. Wichtig für die DEZA ist zudem der Schutz und die Rechenschaftspflicht gegenüber betroffenen Bevölkerungsgruppen (Accountability to Affected Populations – AAP), die dafür sorgt, dass Hilfeleistungen transparent sind und Menschen in Not in Entscheidungen eingebunden werden.

Die DEZA unterstützt WFP über direkte Zuwendungen sowie durch die Entsendung von Experten.

Die DEZA und WFP in Zahlen

In den vergangenen drei Jahren stellte die DEZA WFP jeweils Rekordsummen von bis zu 85 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Der Großteil davon kam langanhaltenden Krisen und Programmen zum Wiederaufbau zugute. Zu den wichtigsten Partnerländern der DEZA zählen der Sudan, die Demokratische Volksrepublik Korea sowie Algerien und Myanmar. Allein in den letzten zehn Jahren förderte die DEZA in diesen Ländern WFP-Projekte mit über 145 Millionen US-Dollar. WFP ist derzeit der zweitgrößte Partner der Schweiz im Bereich der humanitären Hilfe. 

Immediate Response Account

Aktuell (Stand 6. Juni 2017) ist die Schweiz der wichtigste Förderer des Immediate Response Account (IRA). Der IRA ist ein lebensrettender Finanzierungsmechanismus, der es WFP erlaubt innerhalb von 24 Stunden nach Ausbruch einer Krise flexibel zu reagieren – noch bevor erste Geber Mittel bereitstellen.

Gerade Betroffene vergessener Krisen wie im Jemen, Südsudan oder Somalia profitieren von der Unterstützung. IRA-Mittel sind für kurzfristige, unmittelbare Hilfe bestimmt und von Geberseite nicht zweckgebunden. WFP kann dadurch flexibel auf akute Krisen oder Katastrophen reagieren und so die Menschen unterstützen, die es am dringendsten benötigen. Nachdem beispielsweise im April 2016 ein Erdbeben Ecuador erschütterte, sagte WFP-Landesdirektor Kyungnan Park: „IRA-Mittel halfen uns, lebensrettende Unterstützung für viele der Menschen zu leisten, die den Zugang zu Nahrungsmitteln und ihrem regulären Einkommen verloren. Wir konnten helfen, bevor die internationale Gemeinschaft reagierte.“

Entsendung von Experten

Seit 1996 kann WFP auf Basis eines Partnerabkommens mit der DEZA auf einen Pool an Experten und Ausrüstung zurückgreifen. Die Zusammenarbeit läuft meist über die Entsendung von speziell ausgebildetem Personal des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH), das WFP bei der Programmplanung und Koordination unterstützt. Auch für Notfallvorsorge, Schutz sowie Bargeld- und Gutscheinprogramme stehen Spezialisten zur Verfügung. 2016 förderte die DEZA 28 Einsätze von schweizerischen Experten.

Die Schweiz kooperiert darüber hinaus mit dem Logistiknetzwerk von WFP, dem UN Humanitarian Response Depot (UNHRD). Unmittelbar nach dem Ausbruch einer Krise entsendet UNHRD Experten in betroffene Regionen. Die DEZA unterstützt das UNHRD jährlich mit Experten, um Nothilfe noch effektiver zu machen – wie nach dem schweren Erdbeben in Ecuador im April 2016.