WFP-Hilfe in Syrien


Die humanitäre Lage in Syrien bleibt katastrophal. In vielen Gebieten, die von bewaffneten Kämpfen betroffen sind, mangelt es akut an lebensnotwendigen Gütern wie Nahrungsmitteln, Wasser, Strom und medizinischer Versorgung.
85 % der Menschen in Syrien leben in Armut und haben kaum Möglichkeiten, ihre Familien zu ernähren. Mangelnde Nahrungsmittel und steigende Preise verschärfen die Situation. 

Trotz der Unsicherheit im Land und logistischer Herausforderungen leistet WFP innerhalb des Bürgerkriegsgebietes Ernährungshilfe:

  • WFP unterstützt monatlich rund 4 Millionen Menschen in Syrien mit Ernährungshilfe – mit LKW-Konvois über Gefechts- und Landesgrenzen hinweg, sowie via Luftbrücken und Flugzeugabwürfen. 2017 plant WFP rund 5,7 Millionen Syrer zu erreichen.

  • Die Notrationen enthalten Grundnahrungsmittel wie Bulgur, Reis, Mehl, Hülsenfrüchte, Speiseöl, Nudeln, Salz, Zucker und Konserven.

  • WFP beteiligte sich 2016 an 77 organisationsübergreifenden Hilfskonvois, um mehr als 832.000 Menschen in belagerten und schwer erreichbaren Gebieten zu unterstützen. 2015 waren es im Vergleich dazu nur 21 Hilfskonvois.

  • Im Juni gelang es WFP erstmals seit über 3 Jahren, die Bezirke Al-Rakka sowie die Stadt Deir Ezzor über den Landweg zu erreichen. Zuvor leistete WFP ausnahmslos Flugzeugabwürfe über dem belagerten Gebiet, um die eingeschlossene Bevölkerung mit dringend benötigten Nahrungsmitteln zu unterstützen. Zur Verteilung der Hilfsgüter vor Ort arbeitet WFP eng mit dem Syrischen Roten Halbmond (SARC) zusammen.

  • Auch für die Menschen im Bezirk Al-Hasakeh steigt die Hoffnung auf dauerhafte Hilfte, nachdem ein WFP-Konvoi Ende Juni erstmals wieder Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter über einen sicheren Landweg nach Qamilschli bringen konnte. Um die seit über 2 Jahren eingeschlossene Bevölkerung zu erreichen, richtete WFP eine Luftbrücke ein, die zweimal täglich Hilfsgüter in die Stadt brachte. Dank des neuen humanitären Zugangs in die Region kann WFP künftig 250.000 Menschen in Al-Hasakeh, satt wie zuvor nur 190.000 Menschen unterstützen. Gleichzeitig spart WFP ohne eine Luftbrücke rund 19 Millionen US-Dollar pro Jahr – genug Mittel, um weitere 100.000 Menschen ein Jahr lang zu versorgen.

  • In Aleppo weitete WFP Anfang des Jahres die Nothilfe für zehntausende Bürger aus, die nach dem Ende der Kämpfe in die zerstörte Stadt zurückgekehrt sind. WFP unterstützte die Rückkehrer und Vertriebenen mit Notrationen aus Reis, Bohnen, Speiseöl und Linsen und verzehrfertigen Nahrungsmitteln – zusätzlich zu den 500.000 Menschen in Not, die WFP über die reguläre Ernährungshilfe erreicht. In Ost-Aleppo stellt WFP Nahrungsmittel für 9 Gemeinschaftsküchen bereit, die täglich 40.000 Menschen mit warmen Mahlzeiten unterstützen. Zudem beliefert WFP Bäckereien in Aleppo mit Mehl, die frisches Brot für Vertriebene im Osten der Stadt backen.

  • 2015 startete WFP Food-for-Work-Programme in Syrien, bei denen die Teilnehmer für den Aufbau grundlegender Infrastrukturen wie die Wasser- und Sanitätsversorgung mit Nahrungsmitteln unterstützt werden. In weiteren Hilfsprogrammen fördert WFP unter anderem Projekte für Gemüseanbau, Geflügelzucht sowie den Aufbau von Baumschulen oder Imkereien. Dies kurbelt die lokale Wirtschaft an, schafft Arbeitsplätze und verbessert den Lebensgrundlage der ländlichen Bevölkerung. So bekamen bisher knapp 70.000 bedürftige Menschen die Chance, ihren Lebensunterhalt zu verbessern und mit dem Einkommen ihre Familien zu ernähren.

  • Um Mangelernährung frühzeitig zu behandeln und vorzubeugen, unterstützte WFP im April 250.000 Kleinkinder und 13.000 schwangere sowie stillende Mütter mit angereicherter Spezialnahrung und Gutscheinen zum Kauf von frischen Nahrungsmittel.

  • Im März WFP zudem das Schulmahlzeitenprogramm ausgeweitet, damit auch Kinder in Aleppo wieder zur Schule gehen können. Bisher haben 150.000 Schulkinder in und um Aleppo Schulmahlzeiten in Form von angereicherten Dattelriegel und Milch erhalten. Weitere 2.000 Grundschüler unterstützt WFP mit frischen Mahlzeiten aus Käsesandwiches sowie Obst und Gemüse. Zur Herstellung und Verpackung der frischen Schulmahlzeiten hat WFP 20 syrische Frauen angestellt, die sich darüber ein eigenes Einkommen verdienen. 2017 plant WFP, 750.000 Kinder durch Schulmahlzeitenprogramme zu erreichen.