WFP-Hilfe in Syrien


Die humanitäre Lage in Syrien bleibt katastrophal. In vielen Gebieten, die von bewaffneten Kämpfen betroffen sind, mangelt es akut an lebensnotwendigen Gütern wie Nahrungsmitteln, Wasser, Strom und medizinischer Versorgung. Unzählige Menschen haben ihre Arbeit verloren und damit die Möglichkeit, ihre Familien zu ernähren. Mangelnde Nahrungsmittel und steigende Preise verschärfen die Situation. 

Trotz der Unsicherheit im Land und logistischer Herausforderungen leistet WFP innerhalb des Bürgerkriegsgebietes Ernährungshilfe:

  • WFP unterstützt monatlich rund 4 Millionen Menschen in 13 von 14 Bezirken Syriens mit Ernährungshilfe – mit LKW-Konvois über Gefechts- und Landesgrenzen hinweg, sowie via Luftbrücken und Flugzeugabwürfen. 2017 plant WFP rund 5,7 Millionen Syrer zu erreichen.

  • Die Notrationen enthalten Grundnahrungsmittel wie Bulgur, Reis, Mehl, Hülsenfrüchte, Speiseöl, Nudeln, Salz, Zucker und Konserven. 

  • In Aleppo weitete WFP die Nothilfe für zehntausende Bürger aus, die nach dem Ende der Kämpfe in die zerstörte Stadt zurückgekehrt sind. WFP unterstützt zurzeit rund 100.000 Rückkehrer und Vertriebene mit Notrationen aus Reis, Bohnen, Speiseöl und Linsen und verzehrfertigen Nahrungsmitteln – zusätzlich zu den 500.000 Menschen in Not, die WFP über die reguläre Ernährungshilfe erreicht unterstützt. In Ost-Aleppo stellte WFP Nahrungsmittel für 9 Gemeinschaftsküchen bereit, die täglich 40.000 Menschen mit warmen Mahlzeiten unterstützen. Weitere 68.000 Rückkehrer und Vertriebene erhalten verzehrfertige Nahrungsmittel bzw. Notrationen aus Reis, Bohnen, Speiseöl und Linsen. Zudem beliefert WFP 8 Bäckereien in Aleppo, die frisches Brot für die mehr als 100.000 Vertriebenen im Osten der Stadt backen.

  • Der humanitäre Zugang zu den Menschen in belagerten und schwer erreichbaren Gebieten Syriens ist in den vergangenen Wochen stark eingeschränkt worden. Anfang Januar 2017 konnten zwei WFP-Konvois dringende Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter nach Khan Al-Sheh sowie Muadamija bei Damaskus bringen. Über die türkische und jordanische Grenze hinweg, konnte WFP mehr als 686.000 Menschen in oppositionellen Gebieten in den Provinzen Idlib, Aleppo, Hama, Kuneitra und Daraa erreichen. Insgesamt leistete WFP rund 30 Prozent der Ernährungshilfe über diese Grenzen hinweg.

  • WFP beteiligte sich 2016 an 77 organisationsübergreifenden Hilfskonvois, um mehr als 832.000 Menschen in belagerten und schwer erreichbaren Gebieten zu unterstützen. 2015 waren es im Vergleich dazu nur 21 Hilfskonvois.

  • Seit April 2016 leistete WFP bereits mehr als 203 Flugzeugabwürfe über der belagerten Stadt Deir Ezzor, um über 93.500 eingeschlossene Menschen mit dringend benötigter Ernährungshilfe zu erreichen. Zur Verteilung der Nahrungsmittel vor Ort arbeitet WFP eng mit dem Syrischen Roten Halbmond (SARC) zusammen.

  • Für die belagerte Stadt Qamischli weitete WFP die Nothilfe über eine Luftbrücke aus, um bis zu 185.000 Menschen in der Stadt zu unterstützen. Bisher konnte WFP über 360 Luftbrücken Nahrungsmittel für die bedürftige Bevölkerung sowie irakische Flüchtlinge nach Qamischli bringen.

  • 2015 startete WFP Food-for-Work-Programme in Syrien, bei denen die Teilnehmer für den Aufbau grundlegender Infrastrukturen wie die Wasser- und Sanitätsversorgung mit Nahrungsmitteln unterstützt werden. In weiteren Hilfsprogrammen fördert WFP unter anderem Projekte für Gemüseanbau, Geflügelzucht sowie den Aufbau von Baumschulen oder Imkereien. Dies kurbelt die lokale Wirtschaft an, schafft Arbeitsplätze und verbessert den Lebensunterhalt der ländlichen Bevölkerung. 2016 konnten sich 33.000 Menschen in diesen WFP-Programmen ein eigenes Einkommen verdienen und bekamen so die Chance, ihren Lebensunterhalt zu verbessern und ihre Familien zu ernähren.

  • WFP unterstützte 2016 über 309.000 Kleinkinder in Syrien mit speziell angereicherten Nahrungsmitteln, um Mangelernährung frühzeitig vorzubeugen.

  • 2017 plant WFP 750.000 Kinder durch Schulmahlzeitenprogramme zu erreichen. Mehr als 360.000 Kinder in über 600 Grundschulen erhalten derzeit Dattel-Riegel, die mit Vitaminen und Mineralien angereichert sind – zum Teil werden diese Riegel in Syrien selbst hergestellt. Außerdem sollen rund 50.000 Kinder, die nicht zur Schule gehen können mit Gutscheinen unterstützt werden.