Was sind die Ursachen von Hunger?


Hunger Ursachen

Jeder neunte Mensch auf diesem Planeten geht hungrig schlafen. In einigen Ländern ist jedes dritte Kind untergewichtig. Warum hungern Menschen? Was sind die Ursachen von Hunger?

Es gibt in der Welt viele Gründe für Hunger und häufig hängen sie eng mit einander zusammen. Aus Sicht von Ernährungsexperten sind dabei folgende sechs Ursachen zentral:

Armut

 

Wenn Menschen in Armut leben, können sie sich oft kein nahrhaftes Essen für ihre Familien leisten. Darum sind sie häufig körperlich schwächer und weniger gut in der Lage, ausreichend Geld zu verdienen, um wiederum Armut und Hunger zu entfliehen. Wenn Kinder chronisch mangelernährt sind, kann das ihr zukünftiges Einkommen beeinflussen und sie zu einem Leben in Armut und Hunger verdammen.

In Entwicklungsländern fehlt Kleinbauern häufig das Geld für Saatgut, sodass sie die Nahrungsmittel, die ihre Familie ernähren würden, nicht anbauen können. Auch haben sie nicht immer ausreichend Werkzeuge und Dünger, die sie zum Anbau brauchen. Andere haben kein Land, Wasser oder Bildung. Kurzum: Viele arme Menschen hungern und ihr Hunger hält sie in der Armutsfalle gefangen.

Klima und Wetter

 

Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Tropenstürme und lange Dürreperioden nehmen immer mehr zu – mit verheerenden Folgen für die arme und hungernde Bevölkerung in Entwicklungsländern. So führten wiederkehrende Dürren 2011 zu Missernten in Teilen von Äthiopien, Somalia und Kenia und 2012 in der Sahelregion in Westafrika. Viele Bauern verloren ihre Herden, Millionen waren von Hunger bedroht. 

In vielen Ländern verschlimmert der Klimawandel die ohnehin bereits ungünstigen klimatischen Verhältnisse. Immer mehr fruchtbares Ackerland ist durch Erosion, Versalzung und Wüstenbildung bedroht. Waldrodungen von Menschenhand beschleunigen den Verlust von Ackerflächen, die für den Anbau von Nahrungsmitteln genutzt werden könnten.

Krieg und Vertreibung

 

Auf der ganzen Welt beeinträchtigen gewaltsame Konflikte dauerhaft die Landwirtschaft und die Nahrungsmittelproduktion, da Handelswege gestört werden und es für Bauern ist oft zu gefährlich ist, ihre Felder zu bestellen. Kämpfe zwingen darüber hinaus Millionen von Menschen, ihre Heimat zu verlassen, was zu Hungerkrisen führt, weil die Vertriebenen nicht die Möglichkeit haben, sich selbst zu ernähren. Der Konflikt in und um Syrien ist ein aktuelles Beispiel.

Instabile Märkte

 

In den vergangenen Jahren waren die Nahrungsmittelpreise überaus instabil. Schwankende Preise machen es für die ärmsten Teile der Bevölkerung sehr schwer, dauerhaft Zugang zu nahrhaftem Essen zu haben. Preisspitzen können dazu führen, dass eine ausgewogene Ernährung zeitweise unbezahlbar ist, wodurch vor allem kleine Kinder bleibende Schäden davontragen.

Wenn die Preise steigen, kaufen Verbraucher häufig günstigere aber auch weniger nahrhafte Nahrungsmittel, was das Risiko von Mikronährstoffmangel und anderen Formen von Mangelernährung erhöht.

Fehlende Investitionen in die Landwirtschaft

 

In zu vielen Entwicklungsländern ist die landwirtschaftliche Infrastruktur wie Straßen, Lagerhäuser und Bewässerungssysteme nur unzureichend. Die Folge sind hohe Transportkosten, unzuverlässige Wasserversorgung und fehlende Lagermöglichkeiten für die Ernten. Dadurch werden die Erträge knapper und der Zugang zu Nahrungsmitteln schlechter.

Investitionen in bessere Bodenbewirtschaftung, effizienteren Umgang mit Wasser und resistenteres Saatgut können eine große Wirkung erzielen: Untersuchungen der UN-Welternährungsorganisation FAO zeigen, dass Investitionen in die Landwirtschaft für die Reduzierung von Armut und Hunger fünfmal effizienter sind als Maßnahmen in jedem anderen Sektor.

Nahrungsmittelverschwendung

 

Ein Drittel aller weltweit produzierten Nahrungsmittel (1,3 Milliarden Tonnen) wird nicht verzehrt. Diese Verschwendung ist eine vertane Chance, die Ernährungssicherheit in einer Welt zu verbessern, in der jeder Neunte hungert.

Um diese Nahrungsmittel zu produzieren, werden kostbare natürliche Ressourcen verbraucht: Jedes Jahr schlucken Nahrungsmittel, die produziert aber nicht gegessen werden, so viel Wasser, wie jährlich den russischen Fluss Wolga herunterfließt. Darüber hinaus werden durch die Produktion 3,3 Milliarden Tonnen Treibhausgase in die Atmosphäre ausgestoßen mit verheerenden Folgen für das Klima und somit letzten Endes auch die Nahrungsmittelproduktion.


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