Die Millenniumsziele


Milleniumsziele

Die acht Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs) der Vereinten Nationen wurden 2000 von einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der UNO, der Weltbank, der OECD und mehreren Nichtregierungsorganisationen formuliert und auf dem sogenannten Millenniumsgipfel beschlossen. Ende 2015 laufen sie aus – ein Überblick zu den Ergebnissen.

Die acht Millenniumsziele der UN

Hungersnot

 

  • Millenniumsziel 1: Beseitigung der extremen Armut und des Hungers
  • Millenniumsziel 2: Verwirklichung der allgemeinen Grundschulbildung
  • Millenniumsziel 3: Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und Ermächtigung der Frauen
  • Millenniumsziel 4: Senkung der Kindersterblichkeit
  • Millenniumsziel 5: Verbesserung der Gesundheit von Müttern
  • Millenniumsziel 6: Bekämpfung von HIV/Aids, Malaria und anderen Krankheiten
  • Millenniumsziel 7: Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit
  • Millenniumsziel 8: Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft

Millenniumsziele – Beseitigung des Hungers entscheidend
 

„Die Beseitigung von Hunger und Mangelernährung ist der Schlüssel für jedes einzelne Entwicklungsziel – sei es Bildung, Gesundheit, Gerechtigkeit, ökonomisches Wachstum oder die Beendigung der Armut.“ Ertharin Cousin, WFP-Executivdirektorin
 

Denn solange Menschen hungern, werden alle anderen Entwicklungsmaßnahmen untergraben. Hungernde müssen oft ihre gesamte Kraft und Zeit für ihre nächste Mahlzeit aufwenden. Hungernde Mütter bringen häufig unterernährte Kinder zur Welt, die oft auch als Erwachsene  Hunger und Armut leiden.

WFP und die Millenniumsziele

WFP hat die MDGs insbesondere im Hinblick auf das MDG 1.C unterstützt: „Zwischen 1990 und 2015 den Anteil der Menschen an der Gesamtbevölkerung halbieren, die Hunger leiden“. Die Organisation hilft Menschen in Not und stellt über Entwicklungsprogramme sicher, dass sich hungernde Menschen langfristig selbst ernähren werden können. Die Arbeit von WFP folgt dem Ziel, Leben zu retten, die Ernährung und die Lebensqualität von gefährdeten Menschen zu verbessern sowie ihre Selbständigkeit zu stärken. Darüber hinaus helfen die WFP-Schulspeisungsprogramme das MDG 2 – die Verwirklichung der allgemeinen Schulbildung – weiter voranzutreiben, da sie Eltern darin bestärken, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Die Kinder können so dem Teufelskreis von Hunger, Armut und mangelnder Bildung entkommen. Zudem hat die Ernährungshilfe von WFP auch eine wichtige Rolle dabei gespielt, fünf weitere der insgesamt acht Millenniumsziele zu verfolgen: die Stärkung von Frauen, die Senkung der Kinder- und Müttersterblichkeit, die Verbesserung der Gesundheit von Müttern, die Bekämpfung von HIV/Aids und die Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit.

Was wurde bisher erreicht?

  • Die Zahl der Menschen, die sich nicht dauerhaft ausreichend ernähren können, ist seit 1990 um 216 Millionen auf heute 795 Millionen Menschen – und damit von 23,3 auf 12,9 Prozent der Weltbevölkerung gesunken.
Kindersterblichkeit-fast-halbiert
  • In den letzten 20 Jahren hat sich die Sterblichkeitsrate von Kindern unter 5 Jahren weltweit mehr als halbiert. Das bedeutet, dass jeden Tag das Leben von fast 17.000 Kindern gerettet wird.
Kindersterblichkeit-fast-halbiert
  •  Der Anteil von Kinder unter 5 Jahren, die untergewichtig sind, hat sich seit 1990 fast halbiert. Doch noch immer wiegt jedes siebte Kind zu wenig.
Muettersterblichkeit-fast-halbiert
  • Die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben hat sich mehr als halbiert – von 1,9 Milliarden 1990 auf 836 in 2015.
 
  •     47 Prozent der Länder konnten die Grundschulbildung ausbauen, so dass der Anteil der Kinder, die für frühkindliche Bildung angemeldet waren, insgesamt um zwei Drittel stieg. 
Grundschule-Entwicklungsländer

Fazit

Das MDG 1 ist global knapp erreicht worden. Positive Nachrichten gibt es vor allem aus den meisten Ländern Lateinamerikas und der Karibik, Ostasiens, Südostasiens, des Kaukasus und Zentralasiens zu vermelden: hier wurde das erste Millenniumsziel sowohl in Hinblick auf den Anteil der Hungernden an der Bevölkerung als auch ihre absolute Zahl bereits ganz oder fast erreicht. Jedoch gibt es regionale Unterschiede: In Afrika ist die Zahl der Hungernden von 182 in 1990 auf heute 233 Millionen gestiegen, wohingegen ihr Anteil von 27 auf 20 Prozent gefallen ist. Auch in Südasien, konnten nur begrenzte Fortschritte erzielt werden. In Teilen Westasiens und Ozeanien ging der Anteil der Hungernden entweder kaum zurück oder die Lage hat sich sogar noch verschlechtert. Lesen Sie hier den kompletten Bericht zu den Millenniums-Entwicklungszielen 2014.

Auch wenn bedeutende Fortschritte im Bereich des MDG 1 gemacht wurden, muss mehr getan werden, damit kein Mensch Armut und Hunger leidet. Hauptursachen dafür, dass sich jeder Neunte nicht ausreichend ernähren kann, sind insbesondere Konflikte und Naturkatastrophen. Grundlegend im Kampf gegen den Hunger sind Investitionen in die Landwirtschaft. Einem Weltbank Bericht zur Folge ist Wirtschaftswachstum, dass aus der Landwirtschaft generiert wird, doppelt so effektiv Armut zu bekämpfen, weil allein zweidrittel der armen Weltbevölkerung für ihren Lebensunterhalt von der Landwirtschaft abhängt. Auch soziale Transfersysteme, die arme Familien auffangen können und zum Beispiel eine Schulmahlzeit für Kinder bereitstellen sind unerlässlich.

Ausblick

Die MDG’s waren die erfolgreichste Bewegung in der Geschichte zur Reduzierung von Armut. Sie haben gezeigt, dass politischer Wille und klare Ziele die drängendsten Probleme anpacken können. Heute hat die Welt das Wissen und die Ressourcen Armut und Hunger zu beenden – dieser Gedanke wird ab 2016 mit den Sustainable Development Goals (SDG’s) weitergeführt. 169 Staaten haben in 17 Zielen erklärt, die ärmsten und verletzlichsten der Welt nicht zurückzulassen. Anders zu den MDG’s liegt ihr Fokus nicht nur auf der Unterstützung von Entwicklungsländern, sondern auch auf Industrienationen und wie sie durch ihre Handlungen im globalen Kontext die lokalen Lebensbedingungen aller Menschen beeinflussen können.

Der Kampf gegen Hunger steht bei den SDG’s wieder mit an oberster Stelle: Bis 2030 soll sich jeder Mensch ausreichend ernähren können.

 

Helfen Sie WFP, den Hunger zu beenden: de.wfp.org/spenden