Hunger-Hotspots weltweit


Hotspots
Noch nie zuvor war WFP mit so vielen Krisen gleichzeitig konfrontiert: die Menschen in Irak, Jemen, Nigeria, Somalia, Südsudan und Syrien leiden besonders stark unter andauernden Konflikten und Naturkatastrophen. WFP ist in allen sechs Ländern aktiv, geht gegen die Hungersnot in Teilen Südsudans vor und tut alles, um die Menschen in Jemen, Somalia und im Nordosten Nigerias vor diesem Schicksal zu bewahren. In Syrien und im Irak unterstützt WFP zudem die von den andauernden Kämpfen betroffene Bevölkerung. Die Ursachen dieser sechs Krisen sind einzigartig – doch es gibt eine gemeinsame Bedrohung: Hunger. Erfahren Sie hier, wie WFP den Bedürftigen hilft.

Jemen 

 

 

  

Im konfliktgeplagten Jemen hat ein Wettlauf gegen die Zeit begonnen: Millionen Menschen leiden an Hunger und Mangelernährung – vor allem Kinder, Schwangere und Mütter sind betroffen. Bereits vor dem Konflikt war die Rate von Mangelernährung im Jemen, dem ärmsten Land im Nahen Osten, eine der höchsten weltweit. Aktuell haben 17 Millionen Jemeniten, zwei Drittel der gesamten Bevölkerung, nicht ausreichend zu essen, 6.8 Millionen sind dabei vollständig auf Ernährungshilfe angewiesen. WFP plant, 2017 rund 9 Millionen Menschen mit Notrationen sowie  Nahrungsmittelgutscheinen zu erreichen und appelliert an die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft.

Nigeria 

 

 

  

Die Gewalttaten von Boko Haram führten in Nigeria zu einer der weltweit schwersten – und doch am wenigsten beachteten – humanitären Krisen. Erst nachdem immer mehr Gebiete aus der Gewaltherrschaft Boko Harams befreit werden, wird das gesamte Ausmaß der humanitären Tragödie sichtbar. Allein in den am schwersten betroffenen Gebieten der Region droht über 50.000 Menschen eine Hungersnot, mehr als 4,7 Millionen benötigen insgesamt Ernährungshilfe. Die Zahl der Hungernden wird Mitte 2017 vermutlich auf über 5,2 Millionen ansteigen. Gewalt und Hunger haben sich mittlerweile in der Region ausgebreitet, so sind neben Nigeria auch die angrenzenden Länder Niger, Tschad und Kamerun betroffen. Insgesamt sind in der Region 7,1 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen, eine halbe Million Kinder sind akut unterernährt. WFP plant die Nothilfe weiter auszubauen und bis Ende des Jahres rund 1,8 Millionen Menschen im Nordosten Nigerias sowie tausende Familien in den Nachbarländern zu erreichen.

 

Zahlen & Fakten

 


In Somalia, Nigeria, Jemen und im Südsudan sind zusammen mehr als 20 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht. Doch bis jetzt (Stand Mai 2017) sind nur 24 Prozent der Bedarfe gedeckt, die WFP benötigt, um die Menschen bis Ende 2017 unterstützen zu können.

 

Südsudan 

 

 

  

Immer noch müssen Familien im Südsudan aus ihrem Zuhause fliehen – und viele werden immer wieder vertrieben. Die anhaltenden Unruhen machen es den Menschen vor allem im umkämpften Norden des Landes fast unmöglich, sich selbst zu ernähren. Auch im restlichen Land hat der Bürgerkrieg dramatische Folgen für die Familien: die wirtschaftliche Lage verschlechtert sich stetig, Preise steigen und viele Menschen haben ihre Arbeit verloren. 5,5 Millionen Menschen – fast die Hälfte der Bevölkerung Südsudans  leiden Hunger. WFP Nothilfe-Teams sind rund um die Uhr im Einsatz, um die Menschen auch in den abgelegensten Gebieten mit Notrationen zu erreichen.

Somalia 

 

 

  

Nachdem sich die Lage in Somalia nach der schweren Dürre und Hungersnot 2011 langsam wieder gebessert hatte, ist das afrikanische Land nun erneut von einer Katastrophe bedroht. Lange Hitzeperioden und ausbleibende Regefälle ließen Wasser und Futter für die Bauern knapp werden, unzählige Nutztiere sind bereits verendet. Ernteausfälle haben die Nahrungsmittelpreise zusätzlich dramatisch ansteigen lassen. Folglich leidet vor allem die ländliche Bevölkerung unter der Dürre – bereits mehr als 6,2 Millionen Somalis haben nicht genug zu essen, allein 3 Millionen von ihnen sind auf Nothilfe angewiesen. WFP unterstützt die Menschen in Not mit Bargeld- und Gutscheinprogrammen, Notrationen und speziellen Ernährungsprogrammen für Kleinkinder, Schwangere und stillende Mütter. Angesichts der verheerenden Situation, plant WFP 2017 die Hilfe stetig auszuweiten und mehr als 3 Millionen Menschen mit lebensrettender Nahrung zu erreichen.

 

In Syrien und im Irak liegen weitere Krisengebiete:

Syrien 

 

 

  

In Syrien verschlechtert sich die humanitäre Lage nach sechs Jahren Bürgerkrieg weiter. Insbesondere in stark umkämpften, belagerten und schwer erreichbaren Gebieten mangelt es akut an lebensnotwendigen Gütern wie Nahrungsmitteln, Wasser, Strom und medizinischer Versorgung – die eingeschlossenen Frauen, Männer und Kinder sind vollständig auf externe Hilfe angewiesen. WFP tut alles, um knapp 6 Millionen Menschen in Syrien und den Nachbarländern mit lebensrettender Ernährungshilfe zu erreichen. 2017 plant WFP die Hilfe auszuweiten und jeden Monat rund 5,7 Millionen Menschen innerhalb Syriens und mehr als 1,6 Millionen Flüchtlinge in den Nachbarländern zu erreichen.

Irak 

 

 

  

Wegen der anhaltenden Gewalt durch die Terrormiliz "Islamischer Staat" bleibt die humanitäre Lage im Irak dramatisch. Mehr als 3,3 Millionen Menschen wurden bereits im Land vertrieben, viele von ihnen haben keinen Zugang zu Nahrungsmitteln, Wasser und anderen lebensnotwendigen Gütern. Hinzu kommen aktuell knapp 190.000 Menschen, die seit der Offensive auf Mossul auf der Flucht sind. Insgesamt benötigen mehr als 10 Millionen Menschen im Irak humanitäre Hilfe - bei einer Bevölkerung von 37 Millionen. WFP unterstützt jeden Monat rund 1,4 Millionen Vertriebene mit Notrationen, darunter knapp 670.000 Menschen, die in Flüchtlingscamps leben. Mehr als 390.00 Menschen erhalten außerdem von WFP Bargeld und Gutscheine, damit sie ihre Ernährung zusätzlich selbstständig sichern können. 

 


Helfen Sie jetzt Familien in Not!