Welthunger in Zeiten des Klimawandels


Klimaflüchtlinge aus Somalia erreichen Dadaab in Kenia

Der Klimawandel heizt nicht nur die Atmosphäre, sondern auch den Welthunger an. Zwar ist die Zahl der Hungernden dank des ökonomischen Aufschwungs und Verbesserungen in der Landwirtschaft seit 1990 um 205 Millionen gesunken, jedoch droht der Klimawandel, bisherige Erfolge wieder zu vernichten. 

Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf den Welthunger?

Fluten, Stürme und Dürren nehmen Menschen ihre Lebensgrundlage, weil sie Anbau- und Weideflächen für die Viehzucht zerstören. Bereits 2030 könnten Ernten je nach Region um 5 bis 30 Prozent geringer ausfallen. Dadurch steigen Nahrungsmittelpreise, die bis zu 100 Millionen Menschen zusätzlich in Armut treiben könnten (Weltbank, 2015).

Nahrungsmittelproduktion: Zu viel Hitze, Kälte, Trockenheit oder Nässe zerstören Ernten massiv. Regnet es zu viel, kann Getreide nicht keimen, regnet es zu wenig, vertrocknen erste Sprösslinge. Dürreperioden und heftiger Regen machen Böden und Acker unfruchtbar. Zusätzlich werden  Transportwege durch Überschwemmungen und Stürme unbefahrbar, sodass Nahrungsmittel nicht mehr zu den Menschen gelangen.

 

Nothilfe-Philippinen

Nahrungsmittelaufnahme: Fallen Ernten aus, müssen Nahrungsmittel oft aus anderen Ländern importiert werden. In der Folge steigen Nahrungsmittelpreise und erschweren es armen Familien, sich ausreichend zu versorgen. Gleichzeitig wird dieser Effekt verstärkt, weil Landwirtschaft für viele Menschen in gefährdeten Regionen die Haupteinkommensquelle ist (Weltbank, 2008). Dadurch sinkt ihr Einkommen bei gleichzeitig steigenden Preisen – das Risiko zu hungern steigt weiter.

Nothilfe-Philippinen

 

Wer ist besonders vom Klimawandel betroffen?

Laut des Weltrisikoberichts 2015 leben 80 Prozent der 815 (Stand: September 2017) Millionen hungernden Menschen in Regionen wie wie Subsahara-Afrika, Südostasien und Lateinamerika, die besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen sind (SOFI, 2015). 2013 hat der Taifun Haiyan gezeigt, wie klimabedingte Naturkatastrophen Familien in den Hunger treiben können: Felder, Straßen und Trecker wurden zerstört, sodass nach dem Taifun Nahrungsmittel weder produziert, noch transportiert werden konnten. 

COP 21­: Klimakonferenz in Paris 

WFP hat das Klimaschutzabkommen, auf das sich 195 Staaten im Dezember 2015 in Paris (COP21) einigten, mitformuliert. Die Staaten verpflichteten sich, die Erderwärmung auf 1,5 bis 2 Grad zu begrenzen. Die kürzlich Einigung ist ein erster Schritt, die „Lücke zwischen den globalen Nachhaltigkeitszielen – zwischen Theorie und Praxis zu schließen“, sagte WFP-Exekutivdirektorin Ertharin Cousin.

Stark gegen Klimaschäden

Durch innovative Lösungen hilft WFP den Menschen, die besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen sind, ihre Widerstandsfähigkeit (Resilienz) zu stärken. Mit gut verständlichen Wetterprognosen unterstützt WFP beispielsweise Regierungen und Gemeinden, sich auf extreme Wetterlagen vorzubereiten. In dem Monsun geplagten Bangladesch hilft WFP Frauen, den Reisanbau in höher gelegene Regionen zu verlagern. Dadurch können sie etwas zum Familieneinkommen hinzuverdienen und Ersparnisse für Krisenzeiten bilden.