Mangelernährung – der versteckte Hunger


 Mangelernährung und ihre Folgen

Tag für Tag nur Reis, Weizen oder Mais auf dem Teller – das ist die Realität für viele Menschen in Entwicklungsländern. Diese einseitige Ernährung füllt zwar den Magen, kann aber zu Mangelerscheinungen, Krankheiten und sogar zum Tod führen, denn den Betroffenen fehlen wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Widerstandskräfte.
 

Stunting ist eine Folge von Mangelernährung

Jedes vierte Kind weltweit ist von Stunting beeinträchtigt, einer zu geringen Körpergröße im Vergleich zu gesunden Gleichaltrigen.

Ähnlich wie bei Unterernährung sind die Auswirkungen von Mangelernährung vielfältig: die Menschen sind geschwächt und anfälliger für Krankheiten. Auch das Risiko, an gewöhnlichen Krankheiten wie Masern oder Durchfall zu sterben, wächst. Bei Erwachsenen sinkt die Arbeitskraft, Mangelernährung kann sich so auf die Produktivität eines ganzen Landes auswirken. In Kambodscha etwa kostet dieses versteckte Problem das Land jährlich bis zu 400 Millionen US-Dollar.

Mangelernährung in der Kindheit kann das Wachstum stark verringern, 160 Millionen Vorschulkinder in Entwicklungsländern sind von Stuntingbetroffen, einer zu geringen Körpergröße im Vergleich zu gesunden Altersgenossen. Während der Schwangerschaft kann Mangelernährung bei Frauen zu Komplikationen führen und das Kind bereits im Mutterleib in der Entwicklung beeinträchtigen. Nach der Geburt haben die Mütter oft keine Muttermilch, um die Kinder zu stillen, oder sie reicht nicht aus.

Mangelware Mikronährstoff

Ein Drittel der Menschen in Entwicklungsländern sind von Mangelernährung betroffen.
Die häufigsten Mangelerscheinungen sind Eisen-, Vitamin-A-, Jod- und Zinkmangel.

  • Eisenmangel ist die am weitesten verbreitete Form der Mangelernährung. Ein Mangel an Eisen führt zu Müdigkeit; Leistungsfähigkeit und Arbeitsproduktivität sinken. In Entwicklungsländern sind 40-60% der Kinder zwischen 6-24 Monaten von Eisenmangel betroffen, der vor allem ihre geistige Entwicklung beeinträchtigt. Schwangere erleiden zudem häufiger Fehlgeburten.
  • Fehlt dem Körper Vitamin A, steigt das Risiko, tödlich an Durchfall, Masern oder Malaria zu erkranken um 20-24%. Rund 140 Millionen Kinder in Entwicklungsländern leiden an Vitamin-A-Mangel, der in diesen Ländern häufigsten Ursache für Blindheit bei Kindern.
  • Jodmangel betrifft rund 780 Millionen Menschen weltweit. Während der Schwangerschaft ist dies eine der häufigsten Ursachen für Hirnschäden bei Kindern: Jedes Jahr werden weltweit aufgrund von Jodmangel etwa 20 Millionen Kinder mit geistigen Behinderungen geboren.
  • Zinkmangel führt bei Kleinkindern zu Wachstumsstörungen und Immunschwäche. Ein Mangel an Zink bewirkt ein höheres Risiko für Durchfallerkrankungen und Lungenentzündungen, an deren Folgen pro Jahr etwa 800.000 Kinder sterben.

 

Mangelernährung in den ersten 1000 Tagen hat schlimme Folgen
Die ersten 1.000 Tage

im Leben eines Kindes, von der Schwangerschaft bis zum zweiten Geburtstag, sind die entscheidende Phase für die Behandlung von Mangelernährung.

Mangel vermeiden – von Anfang an

Besonders die ersten beiden Lebensjahre eines Menschen sind von großer Bedeutung, um Mangelernährung und damit verbundene irreparable Langzeitschäden vorzubeugen.

Außerdem brauchen gerade Kleinkinder, schwangere und stillende Frauen und kranke Menschen wie zum Beispiel HIV-Infizierte eine ausgewogene Ernährung, um ihr Immunsystem zu stärken. WFP unterstützt insbesondere diese Gruppen mit angereicherter, nährstoffreicher Spezialnahrung, wie zum Beispiel Wawa Mum

WFP bekämpft Mangelernährung und seine Folgen, indem es den Betroffenen eine angereicherte und ausgewogene Ernährung bietet. Vor allem aber versucht WFP, Mangelernährung vorzubeugen. Besonders bei Kleinstkindern bis zum zweiten Lebensjahr, kann die richtige Ernährung geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen vorbeugen.

 

Im Kampf gegen Mangelernährung

Mangelernährung ist ein Problem in vielen Teilen der Welt. Hier finden Sie Geschichten über Menschen, denen WFP geholfen hat, den Kampf gegen Mangelernährung aufzunehmen und zu gewinnen:

  • In Burundi erhalten mangelernährte Schwangere, stillende Mütter und Kinder unter fünf Jahren Zusatznahrung von WFP – mit großem Erfolg.

  • Die Hungerkrise in Somalia hat sich entspannt - aber Mangelernährung bleibt ein akutes Problem, vor allem unter Kindern.

  • Eine junge Mutter in Kenia konnte ihre Mangelernährung dank eines Ernährungsprogramms bekämpfen, das von der EU unterstützt wird.Akute Mangelernährung kann mit Spezialnahrung bekämpft werden

  • Der kleine Michael in Haiti war akut mangelernährt - dank der angereicherten Spezialnahrung von WFP ist er heute gesund.

  • Nach der Flut in Pakistan wuchs die Gefahr von Mangelernährung von Millionen Menschen – WFP unterstützte sie mit nährstoffreicher Fertignahrung.

  • Eine Gruppe von Frauen in Ghana verkauft Jodsalz – ein Produkt, an dem es in der Region mangelt.

  • Bevor die vierfache Mutter aus Burkina Faso ihren Sohn in eine WFP-Versorgungsstation brachte, wusste sie nicht, wie wichtig Vitamine und Nährstoffe für die Gesundheit ihrer Kinder sind.

  • Chronisch mangelernährte Kinder im schwer zugänglichen Norden von Laos erhalten Plumpy´Doz, ein speziell angereichertes Nahrungsmittel.