Deutschland leistet Millionenhilfe für notleidende Familien im Tschadsee-Becken

Veröffentlicht am 01 Juni 2017

Um Mangelernährung zu bekämpfen, erhalten Kleinkinder unter 5 Jahren angereicherte Spezialnahrung von WFP. Foto: WFP/Marco Frattini 

DAKAR – Die deutsche Bundesregierung hat die Nothilfeprogramme des UN World Food Programme (WFP) in den vier Staaten des Tschadsee-Beckens mit 25,5 Millionen Euro unterstützt. Mehr als 710.000 Menschen, die infolge der Gewalt Boko Harams Hunger leiden, werden dank der deutschen Gelder lebenswichtige Ernährungshilfe erhalten. 

Im Einzelnen unterstützt Deutschland die WFP-Programme in Nigeria mit 10,5 Millionen Euro, in Kamerun mit 5,6 Millionen Euro sowie in Tschad und Niger mit jeweils 4,7 Millionen Euro. Die Hilfe kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da die bevorstehende Hungersaison – die Zeit zwischen den Ernten – die Ernährungssituation der Menschen noch weiter verschlimmert. 

Die jüngste Zuwendung ist zudem Bestandteil einer großzügigen und anhaltenden Reaktion Deutschlands auf den Appell der Vereinten Nationen für globale und schnelle Hilfe in der Tschadsee-Krise – dem größten humanitären Notfall in Afrika. Im Nordosten Nigerias, wo der Großteil der Gelder eingesetzt wird, droht den Familien eine Hungersnot

„Als ich vor kurzem ins Tschadsee-Becken reiste, erlebte ich eine dramatische humanitäre Situation“, sagte Hinrich Thölken, Botschafter und Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei den Internationalen Organisationen in Rom. „Sehr viele Vertriebene benötigen dringend Ernährungshilfe und WFP ist in der Lage, schnell und effektiv zu helfen. Wir sind deshalb froh, WFP mit zusätzlichen Mitteln dabei zu unterstützen.“ 

Dank der deutschen Gelder kann WFP mehr als 650.000 Vertriebenen und Flüchtlingen in den vier Krisenländern mit Nahrungsmitteln und Bargeldtransfers helfen. Zudem erhalten 17.000 Kinder in Niger und Kamerun Schulmahlzeiten sowie weitere 40.000 Kleinkinder unter 5 Jahren angereicherte Spezialnahrung, um Mangelernährung zu bekämpfen.

„Angesichts der erheblichen Finanzierungslücken unserer regionalen Nothilfe sind die deutschen Gelder eine besonders gute Nachricht“, erklärte Abdou Dieng, Leiter des WFP-Regionalbüros für West- und Zentralafrika. „Sie werden uns dabei helfen, Tausende der gefährdetsten Menschen zu erreichen – gerade jetzt, wenn Hunger mit der kommenden ertragsarmen Saison stärker wird und die Vorräte der Menschen kaum noch bis zur nächsten Ernte reichen.“

Deutschland gehörte in den letzten Jahren stets zu den Top-Unterstützern von WFP und war 2016 der zweitgrößte staatliche Geber der UN-Organisation. Mit ihrer Großzügigkeit haben die deutsche Bundesregierung und die deutsche Bevölkerung in vielen Krisengebieten geholfen, Leben zu retten – wie auch in Syrien und den Nachbarländern, wo Millionen Menschen jeden Tag auf die Hilfe von WFP angewiesen sind.