Deutschland verstärkt Hilfe für Flüchtlinge im Iran – Mädchen profitieren besonders

Veröffentlicht am 01 August 2016

Dank der Unterstützung aus Deutschland kann WFP im Iran Ernährungshilfe für afghanische und irakische Flüchtlinge leisten. Foto: WFP/Archiv 

TEHERAN – Mit einer beispiellosen Zuwendung in Höhe von 2 Millionen Euro unterstützt die deutsche Bundesregierung die Ernährungshilfe des UN World Food Programme (WFP) für afghanische und irakische Flüchtlinge im Iran und fördert die Schulbildung geflüchteter Mädchen.

“Wir sind Deutschland sehr dankbar für diese Zuwendung, die uns hilft, sehr bedürftige Flüchtlinge und insbesondere Frauen und Kinder zu ernähren“, sagt Negar Gerami, WFP-Landesdirektor im Iran. „Wir hoffen, dass die internationale Gemeinschaft ihre Unterstützung für Flüchtlinge im Iran ausbauen wird, denn viele von ihnen sind vollständig auf Ernährungshilfe durch WFP angewiesen.“

WFP unterstützt 30.000 der bedürftigsten Flüchtlinge mit monatlichen Notrationen, die Grundnahrungsmittel wie Brot, Reis, Zucker, Linsen und Speiseöl enthalten. Zusätzlich erhalten 3.000 Schulmädchen sowie deren Lehrerinnen in 19 Flüchtlingssiedlungen sogenannte „take-home“-Rationen aus Speiseöl, die sie mit nach Hause nehmen. „Take-home“-Rationen unterstützen Familien, die ihre Töchter regelmäßig zur Schule zu schicken. Dies fördert die Bildung der Mädchen und hilft, geschlechtsspezifische Unterschiede abzubauen.  

Mit den deutschen Geldern wird WFP 2.156 Tonnen mit Vitaminen und Nährstoffen angereichertes Weizenmehl, 194 Tonnen angereichertes Speiseöl, 186 Millionen Tonnen Linsen und 321 Tonnen Reis einkaufen für afghanische sowie irakische Flüchtlinge, die im Iran Schutz gefunden haben und jetzt in Siedlungen leben. Die meisten Nahrungsmittel erwirbt WFP lokal, was die schnelle Lieferung und Einhaltung iranischer Standards gewährleistet. 

In diesem Jahr hat Deutschland seine Zuwendung für WFP im Iran verdoppelt und zählt damit zu den wichtigsten Partnern vor Ort. 

„Leider ist die Flüchtlingsfrage innerhalb der letzten zwölf Monate für die internationale Gemeinschaft ein noch viel größerer Grund zur Sorge geworden als zuvor. Die deutsche Bundesregierung bedauert die Not von Millionen Menschen tief, die vor Krieg und Konflikten fliehen müssen“, sagt Michael Von Ungern-Sternberg, deutscher Botschafter in Teheran. „Der Iran hat viele Flüchtlinge aus den Nachbarländern aufgenommen, besonders aus Afghanistan. Dafür verdient die iranische Regierung internationale Anerkennung. Deutschland will diese Politik unterstützen und leistet deshalb unter anderem einen Beitrag zu den überlebenswichtigen Hilfsprogrammen des WFP für Flüchtlinge im Iran.“

Der Iran bietet der viertgrößten Zahl von Flüchtlingen weltweit Schutz, hinter der Türkei, Pakistan und dem Libanon. Fast 980.000 registrierte Flüchtlinge aus Afghanistan und dem Irak leben im Iran. 

WFP leistet Ernährungshilfe für Flüchtlinge im Iran seit Ankunft der ersten Asylsuchenden aus Afghanistan und dem Irak in den späten 1980er Jahren.