Durchbruch für humanitäre Hilfe: WFP bringt lebensrettende Notrationen in fünf belagerte Städte Syriens

Veröffentlicht am 18 Februar 2016

Freude in der syrischen Stadt Moadamiyeh. Eineinhalb Jahre lang gab es keinen humanitären Zugang in die belagerte Stadt. Nun konnte WFP dort dringend benötigte Notrationen verteilen. Foto: WFP/Hussam Al Saleh

Das UN World Food Programme (WFP) konnte über 80.000 Menschen, die in fünf syrischen Städten eingekesselt waren, mit dringend benötigten Notrationen erreichen. Die Nahrungsmittel wurden mit mehreren Konvois über Nacht in die Städte gebracht. 

Das ist ein wichtiger humanitärer Durchbruch in Syrien. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass einmalige, sporadische Konvois hungernden und kranken Menschen nur vorläufig helfen“, sagte Jakob Kern, WFP-Landesdirektor in Syrien. „Die Menschen brauchen jeden Tag etwas zu essen. Wir hoffen, dass wir mit den Lieferungen weitermachen und den bedürftigsten Menschen in allen Landesteilen helfen können.“ 

Die humanitären Helfer wurden in Moadamiyeh Zeugen von Menschen, die dünn und ausgezehrt waren, und von Kindern, die sehr klein für ihr Alter aussahen. Moadamiyeh war für über eineinhalb Jahre unzugänglich. Die Zivilisten in dem belagerten Gebiet haben sich von Gras und dem wenigen Reis ernährt, der zu 50 Mal höheren Preisen verkauft wurde, als in der nur wenige Kilometer entfernten Hauptstadt Damaskus.  

Foto: WFP/Hussam Al Saleh

Wir appellieren an alle Konfliktparteien, diesem Beispiel zu folgen, und vollständigen, dauerhaften und ungehinderten Zugang zu allen Bedürftigen im Land zu ermöglichen“, fügte Kern hinzu. 

Neben Nahrungsmitteln brachten die Konvois, die gemeinsam mit anderen Organisationen durchgeführt wurden, medizinische Hilfsgüter und Ausstattung, Impfstoffe, Wasser und sanitäre Artikel in die Städte, um den Menschen zu helfen, die an den schweren Folgen des Konflikts leiden. Die Konvois erreichten neben Moadamiyeh auch die Städte Zabadani, Madaya, Foah und Kefraya im Bezirk Idlib.

Foto: WFP/Hussam Al Saleh

Jede Familie in den fünf Städten erhielt von WFP zwei Säcke Weizenmehl und weitere Grundnahrungsmittel, die dort in den letzten Monaten kaum angeboten wurden – so wie Reis, Bulgur, Linsen, Konservendosen und Öl. WFP stellte zudem mit Vitaminen und Mineralien angereicherte Energieriegel, sowie Spezialnahrung, um Mangelernährung bei Kindern zu verhindern, zur Verfügung.  

WFP versorgt in Syrien monatlich mehr als 4 Millionen Menschen mit Nahrungsmitteln. Die Organisation ist weiterhin über die humanitäre Situation all der Menschen beunruhigt, die in schwer erreichbaren Gebieten im Land leben.