Flexible Mittel ermöglichten WFP 2018 die Bedürftigsten weltweit zu erreichen

Veröffentlicht am 15 Januar 2019

Hamida ist eine der hundertausenden Rohingya-Flüchtlinge, die in Bangladesch Zuflucht gesucht haben. Foto: WFP/Saikat Mojumder

 

ROM – Das UN World Food Programme (WFP) erhielt im vergangenen Jahr 440 Millionen US-Dollar an flexiblen Geldern. Das ist eine Steigerung um zehn Prozent gegenüber 2017. Flexible Beiträge können dort eingesetzt werden, wo der Bedarf am größten ist. WFP kann so schnell auf den Ausbruch von Krisen reagieren, aber auch bei langwierigen und vergessenen Krisen lebensrettende Hilfe leisten.

In der Sahelzone konnte WFP dank flexibler Gelder schnell auf die schlimmste Hungerperiode der letzten vier Jahre reagieren. Das ist die Zeit zwischen zwei Ernten, in der Nahrungsmittel besonders knapp sind. WFP erreichte über drei Millionen Menschen mit Ernährungshilfe und konnte so eine schwere Ernährungskrise in der Region abwenden. Flexible Beiträge halfen auch, die Unterstützung für knapp 900.000 Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch aufrechtzuerhalten, mehr Vertriebene in Kolumbien zu erreichen und Kleinbauern in Madagaskar während der schweren Dürre zu unterstützen. 

 
„Es ist ziemlich einfach: Flexible Finanzierung ermöglicht es uns zeitnah, effektiv und effizient zu sein und für jeden Beitrag, den wir erhalten, die maximale Wirkung zu erzielen", sagt David Beasley, WFP-Exekutivdirektor. „Eine Reihe unserer Regierungspartner sehen den Unterschied, den flexible Gelder machen und wie sie Kosten senken. Wir fordern mehr staatliche Geber auf, diese Art von Finanzierung bereitzustellen: planbar, nicht zweckgebunden und über mehrere Jahre nutzbar."
 
Führende Geber verpflichteten sich 2016 auf dem Weltgipfel für humanitäre Hilfe im Rahmen des sogenannten „Grand Bargain“-Abkommens, die Zweckbindung ihrer Zuwendungen zu reduzieren. Es wird global angestrebt, dass bis 2020 rund 30 Prozent der humanitären Finanzierung flexibel ist.
Regierungen, die multilaterale Unterstützung leisten, sind jedoch immer noch in der Minderheit. Flexible Beiträge machten 2018 nur sechs Prozent des gesamten WFP-Budgets aus und lagen damit deutlich unter der 20-Prozent-Marke im Jahr 2002.
 
2018 waren Schweden, das Vereinigte Königreich, die Niederlande, Deutschland, Norwegen, Dänemark, Australien, Kanada, Irland und Belgien führend bei der flexiblen Unterstützung von WFP. Die Schweiz, Deutschland, Belgien und Kanada waren die wichtigsten Unterstützer des WFP Immediate Response Accounts, des flexibelsten Finanzierungsmechanismus der Organisation, der es WFP erlaubt, innerhalb von 24 Stunden nach dem Ausbruch einer Krise mit Nothilfe zu starten – noch bevor Geber erste Mittel zur Soforthilfe bereitstellen.