Hunger in Konfliktgebieten verschärft sich weiter

Veröffentlicht am 30 Januar 2018

In der Demokratischen Republik Kongo warten Frauen auf die Nahrungsmittel von WFP. 

Foto: WFP/ Griff Tapper

In konfliktgeplagten Ländern wird die Ernährungssituation immer schlechter, informierten die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO und das UN World Food Programme (WFP) den UN Sicherheitsrat. Humanitäre Unterstützung für die betroffenen Gemeinden bleibt daher extrem wichtig.

Der jüngste Hunger-Bericht umfasst 16 Länder: Afghanistan, Burundi, die Demokratische Republik Kongo, Guinea-Bissau, Haiti, Irak, Jemen, Libanon mit Fokus auf die Flüchtlingskrise, Liberia, Mail, Somalia, Sudan, Südsudan, Syrien, Ukraine und die Zentralafrikanische Republik sowie die grenzübergreifende Region des Tschadsees. 

In der Hälfte dieser Gebiete, so die gemeinsame Analyse, leidet ein Viertel der Bevölkerung Hunger auf Krisen- und Notfallniveau (Skala der Integrated Food Security Phase Classification (IPC)). Darunter:

Uebersichtstabelle

Das sind bei Weitem nicht alle Länder, deren Lage als besorgniserregend hervorgehoben wurde. In der Demokratischen Republik Kongo leiden – angesichts von Krisen in anderen Teilen Afrikas kaum beachtet – insgesamt 7,7 Millionen Menschen akut Hunger. 

Im Sudan sind 3,8 Millionen Menschen von einer Hungerkrise betroffen. Im Irak sind es 3,2 Millionen und rund um die Tschadsee-Region 2.9 Millionen Menschen. Auch in Burundi und Haiti herrscht Hunger auf Krisenniveau – hier sind 1,8 beziehungsweise 1,3 Millionen Menschen betroffen.


Mädchen nimmt WFP-Nahrungsmittel entgegen im Jemen
Im Jemen herrscht die derzeit schwerste menschengemachte humanitäre Krise – 17 Millionen Menschen haben nicht ausreichend zu essen und sind, wie dieses Mädchen, auf humanitäre Hilfe angewiesen. Foto: WFP/Abdurahman HusseinIm Südsudan muss WFP teils zu den letzten Mitteln greifen, um die hungernden Familien inmitten der Kämpfe zu erreichen – wie hier mit Luftabwürfen von Nahrungsmitteln, die die Frauen davontragen. Foto: WFP/ Sabine Starke


Konflikt befeuert Hunger

Ein gemeinsamer Faktor, der die Ernährung der Menschen in allen 16 Ländern untergräbt: Konflikt. 

Die Eskalation von Konflikten ist eine Hauptursache für den jüngsten Wiederanstieg des Hungers in der Welt – nach jahrzehntelangem Rückgang. 2016 litten 815 Millionen Menschen Hunger, so die im Oktober veröffentlichte Analyse. Im Jahr zuvor waren es noch 777 Millionen. Die Mehrheit der Hungernden lebt in von Konflikt gebeutelten Ländern. Das sind insgesamt 489 Millionen. 

Kein Frieden ohne gesicherte Ernährung

Der Bericht hält fest, dass nachhaltige Entwicklung sowie ausreichende Ernährung nur gesichert werden können, wenn Hilfsmaßnahmen auch Friedensförderung und Konfliktlösung umfassen. Investitionen gegen Hunger können wiederum helfen, Konflikte zu verhindern und anhaltenden Frieden zu erreichen.

UNTERSTÜTZEN SIE HUNGERNDE FAMILIEN IN KRISENREGIONEN. SPENDEN SIE JETZT.