Neue Kämpfe im Süden Syriens: WFP bringt Hilfsgüter zu Binnenvertriebenen

Veröffentlicht am 27 Juni 2018

WFP hat bis jetzt mehr als 30.000 Menschen, die sich in kleinen Dörfern und provisorischen Camps in Sicherheit gebracht haben, mit verzehrfertigen Nahrungsmitteln erreicht. Foto: Afak NGO.

Das UN World Food Programme (WFP) bringt dringend benötigte Nahrungsmittel über die jordanisch-syrische Grenze, um Tausende von neuen Binnenvertriebenen  zu unterstützen. Sie haben ihre Wohnorte im Süden des Landes seit dem Beginn einer militärischen Offensive der syrischen Regierung verlassen. Deren Ziel ist es, Gebiete wiederzuerobern, die von der Opposition gehalten werden.

Wegen der Kämpfe in Dara’a wurden Versorgungsrouten geschlossen. Die Folge: Ein Anstieg der Benzinpreise und der Kosten für andere Mittel des Grundbedarfs. WFP erreicht jedoch von Jordanien aus betroffene Familien über den Ar-Ramtha Grenzübergang – im Einklang mit der UN-Resolution, die eine grenzüberschreitende Lieferung von humanitären Hilfsgütern für Gebiete erlaubt, die nicht durch Hilfstransporte innerhalb Syriens erreicht werden können.

“Die Bombadierung und Zerstörung zwang uns, in dieses Camp zu fliehen”, sagte Nidal, der aus dem Dorf Lajat stammt. “Wir übernachteten unter freiem Himmel, unter Bäumen, in Moscheen und Schulen. Wer so glücklich war, ein Zelt zu finden, musste es mit vier oder fünf anderen Familien teilen. Wir brauchen jede Hilfe, die wir bekommen können”.

Bislang hat WFP Nahrungsmittel für mehr als 30.000 Menschen zu den Betroffenen bringen können, die in improvisierten Camps und Dörfern Zuflucht gesucht haben. Die Rationen reichen für eine Woche und umfassen Thunfisch, Huhn und Bohnen in Konserven, die nicht gekocht werden müssen. Um Mangelernährung bei Kindern unter zwei Jahren zu vermeiden, stellt WFP zudem Spezialnahrungsmittel bereit.

Um der Bombadierung zu entgehen, mussten in der letzten Woche fast 50.000 Menschen ihre Wohnorte im Norden von Dara’a verlassen. Sie fanden Zuflucht in improvisierten Camps im Süden des Regierungsbezirks sowie in der Provinz Quneitra. Von Vergeltungsangriffen ist zudem der benachbarte Regierungsbezirk Swaida betroffen.

“WFP handelte rasch, um Tausende von Binnenvetriebene im Süden zu helfen”, sagte Corinne Fleischer, WFP-Landesdirektorin in Syrien. “Wir sind bereit, die Hilfsmaßnahmen auszuweiten, um noch mehr bedürftige Familien durch grenzüberschreiteende Lieferungen zu erreichen, oder auch durch Hilfstransporte innerhalb Syriens, wenn die Versorgungsrouten wieder geöffnet sind”.

WFP ruft erneut alle Konfliktparteien dazu auf, unverzüglichen, sicheren und gesicherten Zugang zu allen Regionen Syriens zu erlauben, vor allem zu den belagerten Gebieten.