Syrien-Krise: Alle Flüchtlinge im Zaatari Camp erhalten künftig Essens-Gutscheine

Veröffentlicht am 17 September 2013
AMMAN – Das UN World Food Programme (WFP) in Jordanien hat erstmalig alle syrischen Flüchtlinge des Zaatari Camps, mittlerweile Heimat von mehr als 100.000 Menschen, mit Nahrungsmittelgutscheinen versorgen können. Mit diesen Gutscheinen können die Flüchtlinge nun in Läden innerhalb des Camps das Essen ihrer Wahl selbst erwerben.

Bisher muss WFP jeden Monat allein das Zaatari Camp mit mehr als 2.000 Tonnen Nahrungsmitteln versorgen und pro Tag durchschnittlich eine halbe Million frische Brote im Camp verteilen.Syrische Flüchtlinge haben nun begonnen mit Gutscheinen einzukaufen, die sie in ausgewählten Läden, welche von den örtlichen Gemeinden im Camp errichtet wurden, gegen ein vielfältiges Angebot an Nahrungsmitteln einlösen können. Dazu zählen auch frische Produkte, die normalerweise nicht in den Rationen enthalten sind. Etwaige Gewinne werden genutzt, um Wohltätigkeitsaktionen in den umliegenden jordanischen Gemeinden zu unterstützen.

In der Anfangsphase werden die Flüchtlinge einen Gutschein zusätzlich zu ihrer regulären WFP-Monatsration bestehend aus Hirse, Nudeln, Reis, Linsen, Zucker und Salz erhalten. „Wir führen die Nahrungsmittelgutscheine nach und nach im Zaatari Camp ein, um den Flüchtlingen die Möglichkeit zu geben, sich mit dieser neuen Form der Hilfe vertraut zu machen. In den kommenden Wochen werden wir den Gutscheinwert erhöhen und gleichzeitig die Essensrationen zu verringern, bis alle Menschen vollständig durch Gutscheine unterstützt werden“, erklärt Jonathan Campbell, WFP-Notfallkoordinator in Jordanien. „Durch die Zusammenarbeit mit jordanischen Gemeinden, die Geschäfte errichten und sicherstellen, dass Nachschub von lokalen Händlern bezogen wird, unterstützen die Nahrungsmittelgutscheine zugleich die Dörfer und Städte rund um das Camp sowie die Wirtschaft vor Ort“.

Das Gutscheinsystem funktioniert bereits außerhalb des Camps und unterstützt syrische Flüchtlinge, die in Gemeinden Jordaniens leben. Im August erreichte WFP durch Nahrungsmittelgutscheine mehr als 300.000 syrische Flüchtlinge in Jordanien. In die jordanische Wirtschaft flossen so mehr als 11 Millionen US-Dollar ein.

WFP nutzt Nahrungsmittelgutscheine auch im Libanon, in der Türkei, im Irak und in Ägypten, um syrische Flüchtlinge zu versorgen. Über das Gutscheinsystem investierte WFP in die Volkswirtschaften dieser Länder seit Anfang 2013 mehr als 153 Millionen US-Dollar.