Versicherung gegen Klimarisiken: Deutschland unterstützt neue Initiative

Veröffentlicht am 19 September 2018

ROM – Das UN World Food Programme (WFP) hat seine erste Versicherung gegen Klimarisiken mit der African Risk Capacity (ARC) der Afrikanischen Union unterzeichnet. Die Versicherung namens ARC Replica ist ein neuer Versicherungsschutz von ARC, die seit 2014 Versicherungen gegen extremes Wetter anbietet.

Die Initiative wird von der deutschen Bundesregierung finanziert – dem ersten Geber für ARC Replica. Der einzigartige Mechanismus zur Finanzierung von Versicherungen gegen Klimarisiken wird von WFP und Start Network unterstützt. ARC Replica ergänzt ARC durch eine planbare und zuverlässige Finanzierungsmöglichkeit für frühzeitige Hilfe nach extremen Wetterschocks. Die ersten Länder, die über WFP von der Versicherung profitieren, sind Mauretanien und in Kürze auch Mali – beide Länder sind immer wieder Dürren ausgesetzt.

ARC Replica wurde entwickelt, damit nun auch humanitäre Organisationen Versicherungen gegen Klimarisiken abschließen können. Sie werden ausgeschüttet, sobald bestimmte Indikatoren wie niedrige Niederschläge oder verminderte Vegetation durch Satellitendaten bestätigt werden. Dank dieser Innovation können gefährdete Haushalte bereits zu Beginn eines Klimaschocks unterstützt werden. Das trägt dazu bei, den Teufelskreis aus Armut und Hunger zu durchbrechen.

„Der ARC Replica-Pilot ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie WFP und Regierungen Fachwissen und innovative Finanzierungsmöglichkeiten bündeln können, um frühzeitig und koordiniert auf Schocks zu reagieren. Das trägt dazu bei, dass auch nationale Regierungen besser vorbereitet sind und schneller reagieren können", sagt Jean-Noël Gentile, WFP-Landesdirektor in Mauretanien. „In der Sahelzone ist das absolut entscheidend. Frühzeitige Interventionen vor dem Höhepunkt der ‘Hungersaison‘ [der Zeit zwischen dem Punkt, an dem die letzte Ernte verbraucht ist und der neuen Ernte] besitzen das Potenzial, die negativen Auswirkungen der Dürren auf Menschen und Lebensgrundlagen zu minimieren.“

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt ARC Replica mit 10 Millionen Euro, die über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) 2018 und 2019 an WFP und Start Network fließen.
„Wir unterstützen ARC Replica, da die herausragende Initiative Kapazitäten internationaler Organisationen stärkt, ARC-Versicherungen gegen Dürre zu erwerben, um die Katastrophenvorsorge, -koordination und -finanzierung zu verbessern“, sagt Thomas Duve, Direktor der Abteilung Südliches Afrika und regionale Fonds der KfW Entwicklungsbank. „BMZ/KfW hoffen, mit der deutschen Zuwendung andere Geber zu ermutigen, Gelder für ARC Replica zur Verfügung zu stellen, damit die Initiative auf andere ARC-Mitgliedsländer ausgeweitet werden kann.“

Von der Gesamtzuwendung erhält WFP 5,8 Millionen Euro zum Erwerb von ARC Replica Versicherungen für Mali und Mauretanien, die – wenn notwendig – frühe Hilfe mittels Auszahlungen der Versicherung erlauben. Das Maximum, das über diese Versicherungsleistungen ausgeschüttet werden kann, liegt bei 15,3 Millionen US-Dollar. Damit können bis zu 240.000 Menschen frühzeitig Hilfe erhalten.  

„ARC basiert auf unterschiedlichen Wettermustern in Afrika und hilft Ländern, Katastrophen finanziell effizient als Gruppe zu managen, indem Risiken gebündelt und übertragen werden“, sagt Mohamed Beavogui, ARC-Generaldirektor. „Die ARC Replica Initiative ist ein gutes Beispiel von Solidarität, wobei die internationale Gemeinschaft nationale Bestrebungen ergänzt, Bedürftige zu schützen.“

Um sicherzustellen, dass die Auszahlungen der Versicherung Menschen in Not schnell erreichen, hat WFP einen operativen Plan für jedes abgedeckte Land entwickelt, der genau erfasst, wie die Ressourcen und Hilfe im Katastrophenfall verteilt werden. Das bedeutet: Entscheidungen wurden schon vor dem Ausbruch der Katastrophe getroffen und der Einsatz von WFP ist mit nationaler Nothilfe abgestimmt.

Die Unterzeichnung der ersten WFP ARC Replica Versicherung stimmt mit dem jüngst veröffentlichen Bericht „The State of Food Security and Nutrition in the World“ überein, der Klimaschwankungen und Wetterextreme – besonders Dürren – als Hauptursachen von Hunger und Mangelernährung von Bedürftigen weltweit identifiziert.