WFP muss Hilfe für syrische Flüchtlinge einstellen und warnt vor harschem Winter

Veröffentlicht am 02 Dezember 2014

Copyright: WFP/Dina Elkassaby

ROM – Aufgrund von mangelnden Geldern muss das UN World Food Programme (WFP) die lebensrettende Hilfe mit Nahrungsmittelgutscheinen für Flüchtlinge in den Nachbarländern Syriens einstellen. 

Im Rahmen dieses Programms können Flüchtlingsfamilien in Jordanien, Libanon, Ägypten, der Türkei und im Irak in lokalen Geschäften mit Gutscheinen selbst einkaufen. Ohne diese Gutscheine werden viele Familien nicht ausreichend zu essen haben. 

„Der Stopp unserer Hilfe wird die Gesundheit und Sicherheit dieser Flüchtlinge gefährden und kann dazu führen, dass die Nachbarländer zusätzlich unter Spannungen und Instabilität leiden werden,“ so Ertharin Cousin, WFP-Exekutivdirektorin. “Für viele Familien, die ohnehin unter dem harschen Winter leiden, wird die ausbleibende Hilfe drastische Konsequenzen haben.“

Die syrischen Flüchtlinge sind auf den harschen Winter nicht ausreichend vorbereitet. Dies trifft besonders die Flüchtlinge in Jordanien und im Libanon, wo viele Kinder keine Schuhe und warme Kleidung haben. Viele Zelte sind zudem voller Schlamm und die hygienischen Bedingungen werden immer desaströser. 

Laut Cousin ist WFP extrem dringend auf Finanzmittel für die Hilfe in der Region angewiesen. Viele Spender sind ihren Verpflichtungen noch nicht nachgekommen. WFP benötigt umgehend 64 Millionen US-Dollar, um syrische Flüchtlinge in den Nachbarländern im Laufe des Monats Dezember zu unterstützen.

Sobald im Dezember neue Mittel eintreffen, könnte WFP die Unterstützung für Flüchtlinge fortsetzen, die elektronische Gutscheine erhalten, um Nahrungsmittel in lokalen Geschäften zu kaufen. Seit Beginn dieses Hilfsprogramms konnte WFP über 800 Millionen US-Dollar in die Nachbarländer Syriens fließen lassen. 

"Wir sind sehr besorgt über die negativen Auswirkungen dieser Kürzungen für die Flüchtlinge und die Länder, die sie aufnehmen. Diese Länder haben eine schwere Last geschultert", sagte Muhannad Hadi, WFP-Nothilfekoordinator für die Syrien-Krise.

Seit der syrische Konflikt 2011 ausbrach, ist es WFP gelungen, trotz bewaffneten Kämpfen und Zugangsproblemen, Millionen Binnenvertriebenen in Syrien und bis zu 1,8 Millionen Flüchtlingen in den angrenzenden Ländern mit Ernährungshilfe zu unterstützen.

Dies war dank der langfristigen Finanzierung von WFP-Operationen und der Zusammenarbeit zwischen WFP-Mitarbeitern, Partnerorganisationen und Regierungen vor Ort möglich. Es ist jetzt umso wichtiger, diese Finanzierung und Zusammenarbeit fortzusetzen.

Die deutsche Bundesregierung hat WFP im Zuge der Berliner Syrienkonferenz großzügige Hilfen zukommen lassen, die es kurzfristig erlaubt hatten, eine Einstellung der Operationen in Syriens Nachbarstaaten zwischenzeitlich aufzuschieben.