WFP fordert von G8 Hilfe für die Hungernden

Veröffentlicht am 07 Juli 2009
WFP fordert von G8 Hilfe für die Hungernden

Rom, den 07.07.2009 – Mit Blick auf die Debatte des G8 Gipfels zur Welternährungskrise hat das UN World Food Programme (WFP) einen dringenden Appell an die G8 Staaten gerichtet: Um die Krise zu meistern, müssten sowohl langfristig die landwirtschaftliche Produktion erhöht, als auch in akuten Fällen umfassende Ernährungshilfe geleistet werden.

„Wir freuen uns über die Fokussierung der G8 auf die Ernährungssicherheit,“ sagte die Exekutivdirektorin des WFP Josette Sheeran in Rom. „Letztes Jahr konnten wir beobachten, wie steigende Nahrungsmittelpreise eine Hungerepidemie ausgelöst haben, was zu Unruhen in über 30 Ländern führte. Menschen ohne Nahrung rebellieren, emigrieren oder sterben. Keine dieser Möglichkeiten ist akzeptabel.“

Vor zwei Wochen stellte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO (Food and Agriculture Organisation) eine Studie vor, nach der die Zahl der Hungernden 2009 mit 1,02 Milliarden einen historischen Höhepunkt erreichen wird. Auslöser für den anhaltenden Anstieg der Zahl der weltweit Hungernden ist auch die globale Wirtschaftskrise, welche die Nahrungsmittelkrise in Entwicklungsländern durch zurückgehende Auslandsüberweisungen, steigende Arbeitslosigkeit sowie sinkende Exporterlöse und Investitionen noch verschlimmert.

Dies bedeutet das Ende einer positiven Entwicklung, da in den vergangenen vier Jahrzehnten die Zahl der Hungernden stetig gefallen war. Gleichzeitig waren die weltweiten Nahrungsmittelhilfslieferungen im vergangenen Jahr auf dem niedrigsten Stand seit 34 Jahren gefallen, 18 Prozent niedriger als noch 2005. Seit 1995 ist das Volumen der Nahrungsmittelhilfe um 35 Prozent gesunken.

„Wir können es uns nicht leisten eine ganze Generation dem Hunger, der Unterernährung und der Verzweiflung zu überlassen,“ sagte Sheeran. „Die akute Bekämpfung des Hungers ist eine entscheidende Investition in gesunde und stabile Gesellschaften.“

WFP finanziert sich ausschließlich aus freiwilligen Zuwendungen. Zur Jahresmitte 2009 hat die Organisation erst weniger als ein Viertel ihres Jahresbudgets in Höhe von US$ 6,4 Milliarden erhalten.

„WFP ist die soziale Absicherung für die Ärmsten der Welt,“ sagte Sheeran. „Es ist falsch zu sagen, wir müssten uns zwischen Investitionen in die Landwirtschaft von morgen und den heute existierenden dringenden Bedürfnissen der Hungernden entscheiden. Ohne Frage müssen wir beides gleichzeitig tun.“

Das UN World Food Programme (WFP) ist die größte humanitäre Organisation der Welt. Unsere Ernährungshilfe wird 2009 rund 105 Millionen Hungernde in 74 Ländern unterstützen.