Burkina Faso: Mütter bekämpfen Mangelernährung

Veröffentlicht am 29 November 2010

Als ihr 14 Monate alter Sohn Sayouba Zeichen von Mangelernährung aufwies, brachte Assétau Bagagnan ihn zur Versorgungsstation Bemh. Copyright:WFP/Malek Triki

Bevor Assétau Bagagnan ihren Sohn in eine der Versorgungsstationen im ländlichen Burkina Faso brachte, wusste die vierfache Mutter nicht, wie wichtig Vitamine und Nährstoffe für die Gesundheit ihrer Kinder sind. Dieses neue Wissen wird ihr nun helfen, sich besser um die Familie kümmern zu können.


Ohne die Unterstützung der Helfer wäre die 30-jährige Assétau Bagagnan nicht in der Lage gewesen, die Mangelernährung ihres Sohnes zu bekämpfen.

“Ich habe so gut wie kein Geld. Mein Mann und ich arbeiten hart, um auf unseren Feldern Hirse und Mais anzubauen. Wir schaffen es kaum, uns und unsere Kinder zu ernähren“, sagt sie. „Diese Versorgungsstation ist ein Geschenk Gottes. Ohne Gegenleistung haben sie meinen 14 Monate alten Sohn Sayouba behandelt und helfen mir weiterhin, ihn richtig zu ernähren.“

Assétau und ihr Sohn gehören zu den über 185.000 Hilfsempfängern des WFP-Programms für Nahrungsergänzung in Burkina Faso.

Den Teufelskreis durchbrechen

Einer der grundlegenden Schritte im Kampf gegen den Hunger ist die Versorgung von Müttern und Kindern mit speziell auf sie abgestimmten Nährstoffen.

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     Frau im Kampf gegen den Hunger


Die richtige Ernährung

Assétau, Mutter von vier Kindern, wusste nicht einmal was Mangelernährung genau bedeutet,  bevor sie in das von WFP unterstützte Versorgungszentrum kam. Als sie die schwerwiegenden Auswirkungen an ihrem eigenen Kind erfuhr, begriff sie, wie wichtig eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung wirklich ist.

“Ich dachte immer man sei gut ernährt und gesund solange man etwas im Bauch hat. Doch plötzlich wurde ich krank und mein damals erst acht Monate alter Sohn Sayouba wies Symptome von Mangelernährung auf“, berichtet Assétau.

„Ich hatte riesige Angst und wusste nicht, was ich tun sollte. Dann rieten mir die Frauen aus dem Dorf, ins Versorgungszentrum Bemh zu gehen.“
In Bemh leben 2.100 Menschen. Die Gemeinde liegt am Rande der Yatenga Provinz im Norden Burkina Fasos; einer der am schlimmsten von Mangelernährung betroffenen Regionen West Afrikas.

Frauen im Umkreis von bis zu 15 Kilometern kommen ins Bemh Versorgungscenter um ihre mangelernährten Kinder behandeln zu lassen. Die meisten von ihnen beschreiten den langen Weg zu Fuß. Dort erhalten sie außerdem eine Monatsration Pflanzenöl und Mais-Soja-Mischungen, um die Zuhause zubereiteten Nahrungsmittel anzureichern.

Versorgung der Familie

Durch den Austausch mit anderen Müttern und Helfern erhielt Assétau viele nützliche Informationen über Hygienepraktiken, Prävention von Malaria und das Risiko von zu frühem Abstillen. Letzteres ist einer der Hauptgründe für Mangelernährung von Kleinkindern in der Region.

Wie viele Frauen in Burkina Faso ist auch Assétau hauptverantwortlich für die Versorgung der Familie. Erst kürzlich, als sich ihr Mann in der Hauptstadt Ouagadougou auf die Suche nach Gelegenheitsjobs begab bevor die Erntezeit begann, war sie völlig auf sich allein gestellt.

Was es bedeutet, diese Rolle zu übernehmen, lernte sie von ihrer eigenen Mutter. Als ihr Vater die Familie verließ, war Assétau gerade erst drei Jahre alt. Seitdem sorgte die Mutter allein für sie und ihre Geschwister.
Heute ist ihr Sohn wieder gesund und Assétau teilt ihr Wissen mit den anderen Müttern. Dadurch - so hofft sie - sind diese besser in der Lage, für die Gesundheit ihrer Kinder zu sorgen.