Ghana: Frauen bekämpfen Mangelernährung

Veröffentlicht am 04 Februar 2011

Rund 30 Frauen gehören zu einer Gruppe von Salzverkäuferinnen in Gbumbgum. Die Frauen sind Unternehmerinnen und leisten gleichzeitig Aufklärungsarbeit über die Bedeutung von Jodsalz für eine gesunde Ernährung. Copyright: WFP/Marco Frattini

Eine Gruppe Geschäftsfrauen in der Gbumbgum Region im Nordosten Ghanas hat einen Weg aus der Armut gefunden. Sie verkaufen Jodsalz - ein Produkt, an dem es in der Region mangelt. Jodmangel tritt in Gbumbgum sehr häufig auf. Menschen mit geschwollenen Nacken, ein Symptom der Krankheit, sind keine Seltenheit.

Fatimah Fuseini sitzt mit ihren Geschäftspartnerinnen um einen Tisch und packt Steinsalz in kleine Plastiktüten, die sie anschließend mit einer Maschine einschweißt. Es ist mühsame Arbeit, aber für Fatimah eine der besten, die sie je hatte.

Sie und die anderen Frauen am Tisch sind ihr eigenen Chefinnen. Das Salz, das sie verpacken, gehört ihnen.

“Wir sind im Geschäft”, sagt Fuseini. „Wir verkaufen das Salz auf dem Markt und nutzen das Geld, um uns andere Dinge zu kaufen, die wir dringend brauchen – zum Beispiel Nahrungsmittel.“

Das Geschäft erlernen
Fuseini und ihre Partnerinnern waren nicht immer eigenständig. Wie für die meisten Unternehmen, benötigten sie Grundwissen und Kapital, um es in die Wege zu leiten. Beides erhielten sie im Rahmen eines WFP- Ernährungsprojekts. Zunächst erlernten sie Grundzüge der Betriebswirtschaft und erhielten dann Startkapital, um ihre Idee umzusetzen.

Das Startkapital wurde ihnen in Form von Jodsalz ausgezahlt, ein lebenswichtiger Rohstoff in einer Gegend wie Gbumgbum im Nordosten Ghanas, wo Jodmangel in der Bevölkerung inzwischen epidemieartige Ausmaße annimmt.

78 Prozent der Kinder in Ghana sind anämisch; der Prozentsatz der Frauen ist nicht viel geringer. Um Mangelernährung zu bekämpfen, hat WFP ein Projekt ins Leben gerufen, mit dem Ziel, Mütter über die Bedeutung von Mikronährstoffen zu informieren und sie in der Herstellung von Produkten wie Jodsalz zu schulen.

Rund 56 Prozent der Erwachsenen in Gbumgbum leiden einem Kropf; einer entzündeten Schilddrüse, hervorgerufen durch Jodmangel.

Ein lokales Problem

Jodmangel ist weltweit der Hauptgrund für vermeidbare Gehirnschäden bei Kindern. Schätzungen zufolge schützt Jodsalz jährlich rund 91 Millionen Kinder vor ernsten Hirnschäden.

Fuseini und ihre Partnerinnen verkauften das Salz, das sie ursprünglich von WFP erhielten und nutzen den Erlös, um sich eigenständig ins Salzgeschäft einzukaufen. Durch die Werbung für ihre Ware, konnten sie andere über die Bedeutung von Jodsalz aufklären und für den Gebrauch sensibilisieren.
“Mit Jodsalz zu kochen, schützt vor Jodmangel und ermöglicht den Kindern, gesund und stark aufzuwachsen“, sagt Fuseini.