Lokale Antwort auf Unterernährung in Pakistan

Veröffentlicht am 30 März 2011

Eine Mutter in der östlichen Region Punjab hilft ihrer Tochter dabei, ein Paket mit Wawa Mum zu öffnen. Dies hat sie in den Notunterkünften bekommen, in denen sie seit der Flut leben.
Copyright:WFP/Amjad Jamal
 

Das innovative neue Nahrungsmittel „Wawa Mum“ wird vollständig in Pakistan produziert. Es beugt Unterernährung bei den Jüngsten der Flutopfer vor: den Kleinkindern. Dank des technischen Know-Hows von WFP, werden lokale Kichererbsen zur Bekämpfung der Unterernährung eingesetzt.

Pakistan erholt sich langsam von der schlimmen Flut, die letzten Sommer Millionen von Menschen obdachlos gemacht hat. Tausende Kinder erhalten dank der angereicherten Kichererbsenpaste wertvolle Nährstoffe.

Die Paste wurde von Ernährungsspezialisten des WFP entwickelt und heißt „Wawa Mum”. Sie ist die neuste Ergänzung des WFP Ernährungsangebots für angereicherte Nahrungsmittel. Sie enthält den täglichen Grundbedarf an Vitaminen und Nährstoffen in einer Ration von nur 50 Gramm und kann direkt aus der Verpackung gegessen werden. 

„In Notsituationen, wie der schweren Flut in Pakistan, bietet Wawa Mum viele Vorteile“, erklärt Dominique Frankefort, stellvertretender Leiter der WFP-Operationen in Pakistan. „Sie ist leicht, man kann sie direkt essen  und sie wird lokal hergestellt. Kichererbsen werden in Pakistan gern gegessen“.
 

Wawa Mum

„Wawa Mum” ist eines der vielen innovativen angereicherten Nahrungsmittel, welche entwickelt wurden, um die auf Ernährungsbedürfnisse von Kindern in Krisenzeiten einzugehen. Mehr über die Spezialnahrung des WFP hier.

Wachsende Nachfrage
Laut Frankefort ist „Wama Mum“ aus der wachsenden Nachfrage und dem begrenzten Angebot für verzehrfertige Nahrungsmittel entstanden.

„Zu Beginn einer Katastrophe ist es oft schwierig die Nachfrage verzehrfertiger und angereicherter Produkte zu decken“, sagt Frankefort. „Die Produkte sind sehr teuer und müssen erstmal zu den Krisenregionen transportiert werden. Das erhöht die Kosten“.

Anstatt als Problem, hat Frankefort dies als Chance gesehen. „Wir benutzen häufig Erdnusspasten als verzehrfertige Produkte. Also habe ich mir überlegt, dass wir, wenn wir eine ähnliche Zutat fänden, die in Ländern wie Indien und Pakistan erhältlich ist, die Produkte direkt dort herstellen könnten, wo sie gebraucht werden“.

„Lecker!“

Die Zutat, die Frankefort gesucht hat, waren Kichererbsen, ein nahrhaftes Gemüse, das die Basis vieler südasiatischer Gerichte darstellt, beispielsweise „Chana Masala“ oder „Humus“. Geröstet, gemahlen und mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert, entsteht eine Essensration für Kleinkinder, die auf die örtlichen Essgewohnheiten abgestimmt ist.

Der Name bekräftigt die Begeisterung der Kinder aus Pashtun im Nordwesten Pakistans. Sie bekamen „Wawa Mum“, als die Gewalt an der afghanischen Grenze sie zwang, ihre Häuser zu verlassen.
Auf Pashto heißt „Wawa“ soviel wie „gutes Essen“, und „Wawa Mum“ sagen die Kinder zu ihren Müttern, wenn sie mehr davon haben wollen.

Eine aussichtsreiche Zukunft

Direkt nachdem Wawa Mum entwickelt wurde, erzeugte die katastrophale Flut in Pakistan eine enorme Nachfrage für verzehrfertige Nahrung. Nach sechs Monaten produzieren nun drei Fabriken mehr als 200 Tonnen Wawa Mum im Monat. Das ergibt etwa 4 Millionen nahrhafte Mahlzeiten.

Laut Frankefort ist dies jedoch noch nicht ausreichend. „Wir hoffen, die Produktion bis Juni auf 500 Tonnen zu erhöhen, und bis Ende des Jahres sogar auf 1.000 Tonnen. Um das umsetzen zu können, werden wir bis Dezember zwei weitere Fabriken unter Vertrag nehmen“.

Dies kommt natürlich auch der pakistanischen Lebensmittelindustrie zugute. Es entstehen Arbeitsplätze in Zeiten der Krise, genau dann, wenn diese besonders gebraucht werden.
Und da Wawa Mum dort hergestellt wird, wo es gebraucht wird, und die Hauptzutat günstig auf dem lokalen Markt zur Verfügung steht, kostet WFP die Herstellung in etwa zehn Prozent weniger als die anderer verzehrfertiger Nahrung.