WFP-Frachter mit lebensrettenden Hilfsgütern in Libyen eingetroffen

Veröffentlicht am 08 April 2011

Flüchtlinge erhalten Essensrationen an der tunesisch-libyschen Grenze
Copyright: WFP/Sofiane Essayem

Ein Schiff des WFP, beladen mit lebensrettenden Nahrungsmitteln, Medikamenten und weiteren Hilfsgütern, ist am libyschen Hafen von Misrata angekommen. „Dies ist ein Durchbruch für die humanitäre UN-Operation in Libyen“, so Josette Sheeran, WFP-Exekutivdirektorin.

Das Schiff mit der humanitären Ladung hat den Hafen von Misrata endlich erreicht. An Bord waren auch zwei Ärzte. „Dank der zusätzlichen Hilfsgüter können wir zehntausende Menschen unterstützen, die von dem schwerwiegenden Konflikt betroffen sind“, sagte Sheeran. „Es ist besonders wichtig, dass wir denjenigen helfen, die am meisten gefährdet sind: Frauen und Kinder. Gemeinsam mit lokalen Partnern stellen wir sicher, dass sie die nötige Hilfe erhalten.“

WFP nutzt seine langjährige logistische Expertise, um die humanitäre Gemeinschaft in Libyen darin zu unterstützen, den Flüchtlingen in Libyen und den angrenzenden Gebieten zu helfen. Hier erfahren Sie mehr über die logistische Operation


Das Frachtschiff des WFP „Marianne Danica“ ist am Nachmittag in der Stadt Misrata mit mehr als 600 Tonnen Nahrungsmitteln, unter anderem Weizenmehl, Speiseöl und angereicherten Energiekeksen eingetroffen, mit denen mehr als 40.000 Menschen einen Monat lang unterstützt werden können. Das Schiff liefert außerdem medizinische Hilfsgüter, technische Geräte und Notfallkoffer für UNICEF und die Weltgesundheitsorganisation (WHO), um den dringenden Bedarf von rund 50.000 Menschen pro Monat zu decken.

Notsituation
“Für Zehntausende Kinder in Misrata und weiteren Orten in Libyen, die potenzielle Opfer der Kämpfe sind oder bereits wurden, ist die Situation sehr ernst“, sagte Anthony Lake, Exekutivdirektor von UNICEF. „Diese Lieferungen bedeuten für sie und für alle diejenigen, die durch die Kämpfe abgeschnitten sind, eine Rettungsleine.“

„Die WHO unterstützt die Hilfsmaßnahmen mit ihren Partnern und hat Medikamente und medizinische Hilfsgüter für die Betroffenen zur Verfügung gestellt. Dies wurde trotz der großen Herausforderungen, die in manchen Gebieten die Arbeit der medizinischen Teams hindern, durchgeführt“,  sagte Dr. Margaret Chan, Generaldirektorin der WHO.

WFP nahm die Ernährungshilfe in Libyen kurz nach Entstehung des Konflikts auf und hat mehr als 17.000 Tonnen Nahrungsmittel im Land und in den verschiedenen Regionen bereitgehalten. Dies geschah im Rahmen einer 42 Millionen US-Dollar umfassenden Notoperation, die mehr als 1 Million Menschen in Libyen und benachbarten Ländern mit Ernährungshilfe unterstützt. WFP rechnet damit, in Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Roten Kreuz Nahrungsmittel für mehr als 600.000 Menschen innerhalb Libyens in den nächsten drei Monaten zur Verfügung zu stellen. „Die Nothilfe in Libyen ist komplex und gefährlich, aber wir untersuchen jede Möglichkeit, um die Nahrungsmittel zu den Bedürftigen zu bringen“, fügte Sheeran hinzu. „Das bedeutet,  Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter von Ägypten aus über Land sowie auf dem Seeweg an Libyens wichtigste Häfen an der Mittelmeerküste zu transportieren.“

Als führende Organisation für Logistik- und Telekommunikation im humanitären System der UN, bietet WFP der gesamten humanitären Bevölkerung in Libyen Unterstützung für Transport und Kommunikation.