Krise in Syrien


Krise in Syrien
Seit über fünf Jahren herrscht in Syrien ein verheerender Bürgerkrieg. Die Not der Menschen nimmt weiterhin zu. 6,6 Millionen Syrer wurden im Land vertrieben, knapp 4,6 Millionen Menschen sind in die Nachbarländer geflohen (Quelle: UN OCHA, Februar 2016). Die Krise ist nach Einschätzung vieler Experten die größte humanitäre Katastrophe der Nachkriegszeit. Zahlreiche Familien sind vollständig auf externe Hilfe angewiesen. 

Nach Angaben des 2016 Humanitarian Needs Overview ist die Zahl der Menschen, die in Syrien humanitäre Hilfe benötigen, auf 13,5 Millionen Menschen angestiegen – 6 Millionen von ihnen sind Kinder. Seit 2011 wurden durchschnittlich jeden Tag 50 syrische Familien pro Stunde vertrieben. 

Die politische und humanitäre Lage in Syrien und der Region bleibt weiterhin angespannt. In vielen Gebieten, die von bewaffneten Kämpfen betroffen sind, mangelt es akut an lebensnotwendigen Gütern wie Nahrungsmitteln, Wasser, Strom und medizinischer Versorgung. Unzählige Menschen haben zudem ihre Arbeit verloren und damit die Möglichkeit, ihre Familien zu versorgen. Steigende Preise für Nahrung und Benzin verschärfen die Situation zusätzlich. Trotz der Unsicherheit im Land und logistischer Herausforderungen leistet WFP innerhalb des Bürgerkriegsgebietes weiterhin Ernährungshilfe.

 

WFP-HILFE IN SYRIEN

 

  • WFP unterstützt monatlich rund 4 Millionen Menschen in Syrien mit Ernährungshilfe.
  • Die Notrationen beinhalten Grundnahrungsmittel wie Bulgur, Reis, Mehl, Hülsenfrüchte, Speiseöl, Nudeln, Salz, Zucker und Konserven. 
  • 2015 startete WFP Food-for-Work Programme in Syrien, bei denen die Teilnehmer für den Aufbau grundlegender Infrastrukturen wie die Wasser- und Sanitätsversorgung mit Nahrungsmitteln unterstützt werden.
  • Seit 2014 unterstützt WFP gemeinsam mit UNICEF und dem syrischen Bildungsministerium Kinder mit Schulspeisungen. Grundschüler erhalten Dattel-Riegel, die mit Vitaminen und Mineralien angereichert sind – zum Teil werden diese Riegel in Syrien selbst hergestellt. 
  • WFP plant, über 240.000 Kleinkinder in Syrien mit speziell angereicherten Nahrungsmitteln zu versorgen, um Mangelernährung frühzeitig vorzubeugen.
  • Seit Januar 2016 konnte WFP die belagerten Städte Madaya, Foah and Kufraya wieder mit dringend benötigten Hilfsgütern über Konvois erreichen. Im Februar hatte WFP erstmals nach 18 Monaten wieder Zugang in die belagerte Stadt Moadamiyeh.
  • Seit Februar 2016 hilft WFP mit Notrationen Syrern auf der Flucht vor den Kämpfen in Aleppo. Bisher konnte WFP dort 40.000 Menschen unterstützen.
  • Schwer zugänglich bleiben weiterhin die beiden Provinzen Rakka und Deir Ezzor, die von ISIS kontrolliert sind. 

WFP-HILFE IN DEN NACHBARLÄNDERN

 

FINANZIERUNG 2016

Im Rahmen der Syrien-Geberkonferenz in London am 04. Februar 2016 haben WFPs Partner entscheidende finanzielle Hilfen für 2016 versprochen. Die wichtigste Ankündigung für WFP kam von der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, die eine Rekordunterstützung von 570 Millionen Euro für WFP-Programme in Syrien und den Nachbarländern zusagte. Dank der Gelder, die in London zugesagt wurden, kann WFP die Ernährungshilfe für Syrer in vollem Maße wiederherstellen. Die Mittel werden dafür eingesetzt, die regionalen Hilfsprogramme in Jordanien, Libanon, Irak und Ägypten ab März bis Ende des Jahres zu finanzieren. Außerdem ist die Unterstützung für Familien in Syrien mit vollen Notrationen von April bis Oktober 2016 gesichert. Im vergangenen Jahr und auch Ende 2014 musste WFP immer wieder aufgrund fehlender Gelder Rationen kürzen

AKTUELLES

WFP muss Nothilfe weiter kürzenBessere Ernten mindern den Hunger nichtDer tägliche Albtraum in Syrien