Bürgerkrieg in Syrien
Schon seit fast vier Jahren herrscht in Syrien ein verheerender Bürgerkrieg. Die Not der Menschen nimmt weiterhin zu. Millionen Syrer sind auf der Flucht: eine humanitäre Krise, in der die Versorgung mit Nahrungsmitteln oberste Priorität hat. 

Die humanitäre Situation in Syrien verschlechtert sich weiter, die politische Lage in Syrien und der Region wird immer komplexer, mehr und mehr Menschen geraten in Not. In vielen Gebieten, die von bewaffneten Kämpfen betroffen sind, mangelt es akut an lebensnotwendigen Gütern wie Nahrungsmitteln, Wasser, Strom und medizinischer Versorgung. Unzählige Menschen haben zudem ihre Arbeit verloren und damit die Möglichkeit, ihre Familien zu versorgen. Steigende Preise für Nahrung und Benzin verschärfen die Situation zusätzlich. 
Trotz der Unsicherheit im Land und logistischer Herausforderungen leistet WFP weiterhin Ernährungshilfe. Wir unterstützen mehr als 4 Millionen Syrer im Land mit lebensrettender Nahrung und überqueren Frontlinien und Landesgrenzen, um den betroffenen Familien in schwer erreichbaren Gebieten zu helfen. Auch in den Nachbarländern unterstützt WFP mehr als 1,7 Millionen syrische Flüchtlinge. 

Neben dem Zugang zu den umkämpften Gebieten stellt die Finanzierung der Nothilfe die größte Herausforderung für die Hilfsbemühungen dar. Derzeit agiert WFP buchstäblich von der Hand in den Mund, musste die Notrationen zeitweise sogar kürzen und die Hilfe über Nahrungsmittelgutscheine in den Nachbarländern Syriens zwischenzeitlich sogar ganz einstellen. Jüngste Zuwendungen konnten bisher nur eine kleine Atempause schaffen, da die Ernährung unzähliger Familien über den Winter gesichert werden muss. 

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Hilfe für Syrien - WFP vor Ort

 

  • Seit Juli 2014 erreicht WFP im Rahmen der UN-Resolution 2165 und dank Verhandlungen mit den Konfliktparteien vor Ort belagerte und schwer erreichbare Gebiete Syriens verstärkt über Fronten und Landesgrenzen hinweg mit Hilfslieferungen – über 215.000 Menschen in den Gebieten Idlib, Aleppo, Quneitra und Dar'a erhielten Notrationen.
  • Seit Oktober passierten 2 weitere Nothilfe-Konvois von der Türkei und Jordanien aus die Grenze nach Syrien. 

  • Durch die Öffnung des Grenzübergangs zwischen Nusaybin und Quamishli an der türkischen Grenze Ende September konnte WFP Nahrungsmittel in den Bezirk Al-Hassakeh bringen, wohin viele Menschen vor Kämpfen fliehen und dringend Hilfe benötigen.

  • WFP unterstützt die Menschen innerhalb Syriens mit Nahrungsmittelrationen, die Bulgur, Reis, Mehl, Hülsenfrüchte, Speiseöl, Nudeln, Salz, Zucker, Konserven und Hefe enthalten.

  • Zusammen mit UNICEF und dem syrischen Bildungsministerium startete WFP im August ein Schulspeisungsprogramm im ländlichen Damaskus in dessen Rahmen im September bereits 44.000 Kinder in 54 Grundschulen nahrhafte Snacks erhielten, die ihnen den Schulbesuch ermöglichen sollen. Das Programm wird auf weitere Schulen in Tartous und Aleppo ausgeweitet.

  • Über 3 Millionen syrische Flüchtlinge sind in Jordanien, Libanon, Ägypten, Irak und der Türkei registriert.

  • WFP unterstützt 1,7 Millionen Flüchtlinge in den Nachbarländern Jordanien, Libanon, Irak, Ägypten und der Türkei mit Ernährungshilfe. Auch die Menschen im neuen Flüchtlingslager Azraq in Jordanien erhalten von WFP Nahrungsmittelgutscheine, die es den Familien ermöglichen, ihr Essen selbst auszuwählen und zugleich die lokale Wirtschaft stärken. Außerdem erhalten Kinder in den Flüchtlingscamps in Jordanien und Irak regelmäßige Schulmahlzeiten.

  • WFP benötigt 35 Millionen US-Dollar pro Woche, um die Nothilfe in Syrien und den Nachbarländern fortzuführen – die größte, komplexeste und teuerste Krise weltweit. Um diese Summe in Bezug zu setzen: Es kostet WFP nur 1 US-Dollar pro Tag, um für eine Person innerhalb Syriens Hilfe zu leisten.