Krise in Syrien


Krise in Syrien
Seit vier Jahren herrscht in Syrien ein verheerender Bürgerkrieg. Die Not der Menschen nimmt weiterhin zu. 7,6 Millionen Syrer wurden im Land vertrieben und weitere 4 Millionen Menschen sind in die Nachbarländer geflohen. Die Krise ist nach Einschätzung vieler Experten die größte humanitäre Katastrophe der Nachkriegszeit. Zahlreiche Familien sind vollständig auf externe Hilfe angewiesen. 

Die humanitäre Situation in Syrien verschlechtert sich weiter. Die politische Lage im Land und der Region wird immer komplexer, mehr und mehr Menschen geraten in Not. In vielen Gebieten, die von bewaffneten Kämpfen betroffen sind, mangelt es akut an lebensnotwendigen Gütern wie Nahrungsmitteln, Wasser, Strom und medizinischer Versorgung. Unzählige Menschen haben zudem ihre Arbeit verloren und damit die Möglichkeit, ihre Familien zu versorgen. Steigende Preise für Nahrung und Benzin verschärfen die Situation zusätzlich. Trotz der Unsicherheit im Land und logistischer Herausforderungen leistet WFP innerhalb des Bürgerkriegsgebietes weiterhin Ernährungshilfe. 

WFP-HILFE IM ÜBERBLICK

  
  • ​WFP unterstützt mehr als 4 Millionen Syrer im Land mit lebensrettenden Notrationen
  • Mit mehr als 3.000 Trucks bringt WFP jeden Monat rund 60.000 Tonnen Nahrungsmittel nach Syrien
  • In den Nachbarländern Jordanien, Libanon, Irak und Türkei hilft WFP 1,6 Millionen Flüchtlingen über elektronische Nahrungsmittelgutscheine
  • Über die Gutscheinprogramme flossen bereits mehr als 1 Milliarde US-Dollar in die Wirtschaft der aufnehmenden Nachbarländer 
  • WFP benötigt 32 Millionen US-Dollar pro Woche, um die Ernährungshilfe in Syrien und der Region fortzusetzen
  • Es kostet nur 1 US-Dollar, um einen syrischen Flüchtling 1 Tag zu ernähren


Neben dem Zugang zu den umkämpften Gebieten stellt die Finanzierung der Nothilfe die größte Herausforderung für die Hilfsbemühungen dar. Derzeit agiert WFP buchstäblich von der Hand in den Mund. Im Dezember 2014 musste die Hilfe über Nahrungsmittelgutscheine in den Nachbarländern zwischenzeitlich komplett eingestellt werden. Um die begrenzten Ressourcen zu strecken, ist WFP derzeit gezwungen, die Ernährungshilfe um bis zu 50% zu kürzen und die Zahl der Familien, denen wir helfen, zu verringern. Für 2015 hat WFP die internationale Gemeinschaft um Unterstützung in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar gebeten, um die Menschen in Syrien und der Region zu ernähren. 

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HILFE FÜR SYRIEN – WFP VOR ORT
 

  • WFP unterstützt die Menschen innerhalb Syriens mit Nahrungsmittelrationen, die Bulgur, Reis, Mehl, Hülsenfrüchte, Speiseöl, Nudeln, Salz, Zucker, Konserven und Hefe enthalten.
  • Seit Juli 2014 erreicht WFP im Rahmen der UN-Resolution 2165 und dank Verhandlungen mit den Konfliktparteien belagerte und schwer erreichbare Gebiete Syriens verstärkt über Fronten und Landesgrenzen hinweg
  • Nahrungsmittel für über 2 Millionen Syrer wurden seither über die Grenze aus Jordanien und der Türkei inin den Oppositionsgebieten von Dar’a, Aleppo, Hama und Idleb gebracht
  • Seit Beginn des Jahres erhielten mehr als 800.000 Menschen Menschen in den Oppositionsgebiete Notrationen durch frontübergreifende Knovois
  • 49 Lastwagen beladen mit über 36.000 Tonnen Nahrungsmitteln passierten im Januar den syrisch-türkischen Grenzübergang Nusaybin und erreichten die WFP-Warenlager in Quamishli. Die Ladung reicht aus, um 183.000 Menschen in der Region Al-Hasakeh zu helfen
  • WFP startete im August 2014 mit UNICEF und dem syrischen Bildungsministerium ein Schulspeisungsprogramm, das 2015 500.000 Schülern im ländlichen Damaskus, Tartous, Aleppo und Al-Hassakeh, wo besonders viele Vertriebene leben, nahrhafte Snacks und die Möglichkeit des Schulbesuchs geben soll
  • In den Nachbarländern Libanon, Jordanien, Türkei, Irak und Ägypten leistet WFP vorwiegend über elektronische Gutscheine – sogenannte e-cards – Ernährungshilfe für Flüchtlinge. Diese werden monatlich aufgeladen und geben den Familien die Möglichkeit, ihr Essen in ausgewählten Supermärkten vor Ort selbst auszuwählen
  • Gemeinsam mit UNICEF startete WFP am 6. Januar das OneCard-System. Flüchtlinge konnten mit der elektronischen Gutscheinkarte von WFP neben Nahrungsmitteln bereits warme Kleidung und Schuhe für den einbrechenden Winter kaufen. 41.000 Kinder unter 14 in den jordanischen Flüchtlingscamps Azraq und Zaatari wurden so erreicht
  • 2015 startet WFP Food-for-Work Programme in Syrien, bei denen die Teilnehmer für den Aufbau grundlegender Infrastrukturen wie die Wasser- und Sanitätsversorgung mit Nahrungsmitteln unterstützt werden.
Bürgerkrieg in Syrien