Nahrung, Laster und Radios: Die Rolle des UN World Food Programme (WFP) im ‚Cluster‘ System


Humanitäre Logistik

In einer akuten Notlage müssen Dutzende UN-Organisationen und ihre Partner schnell reagieren. Sie arbeiten dabei in ‚humanitären Clustern’, in denen sie genau in den Bereichen aktiv werden, wo sie die meisten Kapazitäten und Erfahrungen haben. Das UN World Food Programme (WFP) leitet die Cluster Logistik und Notfall-Telekommunikation und zusammen mit der UN Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) auch das Cluster Ernährungssicherheit.
 

In Notfalleinsätzen kann effektive Koordination den entscheidenden Unterschied zwischen Versagen und Erfolg der Mission ausmachen. Aus diesem Grund entwickelte die UN 2005 das ‚Cluster System‘, welches es den UN-Organisationen und ihren Partnern erlaubt, ihre Stärken auf spezifische Einsatzgebiete zu konzentrieren.

Insgesamt gibt es elf Cluster, die für diese unterschiedlichen Einsatzbereiche – von der Koordinierung und dem Management eines Flüchtlingscamps bis zur Versorgung der Betroffenen mit Wasser sowie Sanitär- und Hygieneeinrichtungen – zuständig sind. Jedes Cluster wird von derjenigen Organisation geleitet, die in dem Bereich die meiste Erfahrung und die höchsten Kapazitäten hat.

Das UN World Food Programme (WFP) beispielsweise leitet die Cluster für Logistik und Notfall-Telekommunikation sowie, zusammen mit der UN Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), das Cluster für Ernährungssicherheit. Im Detail bedeutet das Folgendes:

Telekommunikation ist wichtig für die Nothilfe

Notfall-Telekommunikations-Cluster (ETC)
Wenn humanitäre Hilfskräfte nicht kommunizieren können, können sie nicht effektiv arbeiten. Aus diesem Grund sind die Teams des Notfall-Telekommunikations-Cluster häufig die Ersten vor Ort. Innerhalb von 48 Stunden nach einer Katastrophe installiert dieses Cluster Sicherheitskommunikationsdienste, Telefone und Internet für die gesamte Gemeinschaft der Hilfsorganisationen. 

Um das zu schaffen, sind umfangreiche Trainings notwendig, die eine weitere Aufgabe des Clusters darstellen. Seit ihrem ersten Einsatz 2012 hat die Einheit über 3500 Hilfskräfte bei Notfalleinsätzen imSüdsudan und Mali mit Weiterbildungen unterstützt.

Logistik Cluster
Als weltweit größte Hilfsorganisation ist es die Kernkompetenzen des WFP, die Verteilung der Hilfsgüter zu organisieren. Aus diesem Grund leitet WFP das Logistik Cluster, dessen Aufgabe es ist, während einer Notlage humanitäre Hilfsgüter zu transportieren. Dazu zählen neben Nahrungsmitteln und anderen lebensnotwendigen Dingen auch Zelte, Medizin und die Hilfskräfte selbst.
Logistik ist entscheidend für die Nothilfe

Das Logistik Cluster kam bisher in über 40 Notsituationen zum Einsatz. Dabei wurde Frachtgut für über 210 Organisationen transportiert, die in Ländern wie HaitiSomalia und Syrien Nothilfe leisten.

Ernährungssicherheits-Cluster
Das globale Ernährungssicherheits-Cluster (gFSC) arbeitet mit Partnerorganisationen zusammen, um sicherzustellen, dass die von einer humanitären Notlage Betroffenen mit ausreichend, nahrhaften und sicheren Nahrungsmitteln versorgt werden. Es wird von WFP und FAO gemeinsam geleitet und umfasst 35 weitere UN Organisationen, NGOs und andere Stellen. Das gFSC arbeitet eng mit Partnern, den betroffenen Bevölkerungen, Regierungen und anderen Stakeholdern zusammen, um sowohl die beste Form der Nahrungsmittelversorgung während der Notlage zu bestimmen, als auch, welche Aufbau- und Präventionsmaßnahmen in Zukunft ergriffen werden müssen.

Die Aktivierung der Cluster
Die Cluster werden im Fall einer Notlage als Teil der humanitären Hilfe ‚aktiviert‘. Dies geschieht basierend auf der Analyse des humanitären Bedarfs und der Koordinationskapazitäten vor Ort, sowie in Absprache mit nationalen Partnern. In der Praxis wird der Koordinator für humanitäre Hilfe in einem konkreten Notfall empfehlen, die notwendigen Cluster zu aktivieren, die UN-Nothilfe-Koordinatorin Stephen O'Brien muss der Entscheidung zustimmen.