Klima und Resilienz
- 96 Millionen
- Menschen, die aufgrund von Wetterextremen von Ernährungsunsicherheit betroffen sind
- 29 Millionen
- Menschen, die durch die WFP-Programme zu Klima und Resilienz erreicht wurden
Wetterextreme, bewaffnete Konflikte und wirtschaftliche Krisen stürzen jedes Jahr mehr als 300 Millionen Menschen in Not. Humanitäre Hilfe allein reicht nicht aus, um die Ursachen von Hunger langfristig zu bekämpfen. Deshalb investieren WFP und seine Partner in die Stärkung der Widerstandsfähigkeit gefährdeter Gemeinschaften. Sie unterstützen Menschen dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen, sich an veränderte Bedingungen anzupassen, nach Katastrophen wieder auf die Beine zu kommen und ihre Lebensgrundlagen nachhaltig zu sichern. Dabei konzentriert sich WFP auf Länder, die von den schwersten Ernährungskrisen betroffen sind, und arbeitet eng mit Regierungen und lokalen Partnern zusammen, um die Ernährungssicherheit und Ernährung der Menschen zu verbessern.
Wie unterstützt WFP Menschen vor einer Krise?
WFP arbeitet mit Regierungen und lokalen Partnern zusammen, um Klimaschocks vorzubeugen, indem es folgende Maßnahmen stärkt:
Mithilfe moderner Prognoseinstrumente kann WFP die Auswirkungen von Überschwemmungen, Dürren und Stürmen frühzeitig einschätzen und rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, um Leben, Lebensgrundlagen und die Ernährungssicherheit der Menschen zu schützen. Das rettet nicht nur Leben, sondern spart auch Kosten: Jeder US-Dollar, der in Vorsorgemaßnahmen investiert wird, kann bis zu sieben US-Dollar an vermiedenen Schäden und zusätzlichen Vorteilen einbringen.
Darüber hinaus unterstützt WFP Gemeinden dabei, Risiken zu verringern, etwa durch den Bau von Hochwasserschutzanlagen. Gleichzeitig fördert WFP eine nachhaltige Land- und Wasserbewirtschaftung, beispielsweise durch Boden- und Wasserschutzmaßnahmen sowie Systeme zur Wassergewinnung und -speicherung.
Was geschieht während einer Krise?
Wenn Katastrophen eintreten, stellt WFP Bargeld, Lebensmittel oder Gutscheine bereit, damit Familien ihren unmittelbaren Nahrungsbedarf decken können. Gleichzeitig unterstützt WFP Gemeinden dabei, ihre Lebensgrundlagen wiederherzustellen, Infrastruktur aufzubauen und den Zugang zu natürlichen Ressourcen sowie wichtigen Dienstleistungen zu verbessern. So schlägt WFP die Brücke zwischen akuter Nothilfe und langfristiger Widerstandsfähigkeit.
Darüber hinaus arbeitet WFP mit Regierungen zusammen, um schockresponsive Systeme der sozialen Sicherung zu stärken. Dadurch kann Hilfe über bestehende nationale Systeme schneller, gezielter und inklusiver geleistet werden.
WFP unterstützt Regierungen und Gemeinden zudem dabei, Zugang zu verlässlichen Finanzierungsinstrumenten für Katastrophenrisiken zu erhalten, darunter Versicherungen, Kredite und digitale Finanzdienstleistungen. Diese Instrumente ermöglichen es Regierungen, ihre Hilfsmaßnahmen im Krisenfall rasch auszuweiten und von Ernährungsunsicherheit betroffene Menschen besser zu schützen. Seit 2017 haben die von WFP unterstützten Finanzierungslösungen für Katastrophenrisiken rund 6,2 Millionen Menschen nach klimabedingten Schocks unterstützt. Dafür wurden fast 100 Millionen US-Dollar ausgezahlt.
Wie stärken wir die langfristige Widerstandsfähigkeit gegenüber Krisen?
- Wiederaufbau von Infrastruktur und Ökosystemen
- WFP unterstützt Gemeinden dabei, die Grundlagen für ihre Zukunft zu stärken. Jedes Jahr profitieren durchschnittlich 8,6 Millionen von Ernährungsunsicherheit betroffene Menschen von Programmen, die kommunale Infrastruktur und geschädigte Ökosysteme wiederherstellen, auf die ihre Lebensgrundlagen angewiesen sind. Darüber hinaus arbeitet WFP mit Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zusammen, um Nachernteverluste zu verringern und den Zugang zu Märkten zu verbessern. Dazu gehören die Instandsetzung von Verkehrswegen, die Vernetzung mit Abnehmern sowie der Zugang zu Spar- und Kreditangeboten.
- Qualifizierung und bessere Marktanbindung
- Seit 2020 hat WFP fast 800.000 Menschen in 30 Ländern durch Qualifizierungsmaßnahmen und den Zugang zu Märkten unterstützt. So können sie ihre Einkommensquellen diversifizieren, ihre Familien versorgen und Krisen besser bewältigen. Gemeinsam mit Partnern aus dem Privatsektor fördert WFP insbesondere bei Frauen und jungen Menschen Unternehmertum und Innovation. Dazu gehören Schulungen, die Unterstützung kleiner Unternehmen und der Aufbau von Verbindungen zu lokalen Märkten.
- Bessere Ernährung und Schulmahlzeiten
- Eine ausgewogene Ernährung ist entscheidend, damit Menschen Krisen besser bewältigen können. WFP fördert deshalb die Produktion, Verfügbarkeit und den Konsum nährstoffreicher Lebensmittel, insbesondere in Zeiten saisonaler Engpässe. Die Programme für lokal beschaffte Schulmahlzeiten stärken zugleich die Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaften: Sie verbinden Kleinbäuerinnen und Kleinbauern mit Schulen, schaffen verlässliche Absatzmöglichkeiten für landwirtschaftliche Produkte und versorgen Kinder mit frischen, nahrhaften Mahlzeiten.
- Lokales Wissen stärken
- Um die Fähigkeit von Ländern zu fördern, langfristig eigene Resilienz aufzubauen, investiert WFP in den Ausbau lokaler Fachkenntnisse. Ein Beispiel dafür ist die „Livelihood Assets Resilience Academy“ (LARA), ein Netzwerk von mehr als 21 nationalen Universitäten. LARA bietet praxisnahe Schulungen an, unter anderem zur Wiederherstellung degradierter Flächen. So werden die Kompetenzen von Regierungen, Partnerorganisationen und Gemeinden gestärkt, um Herausforderungen künftig besser zu bewältigen.
