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Was ist Hunger?

Hunger ist ein Unbehagen oder Schmerz, der durch einen Mangel an Nahrung verursacht wird. Er unterscheidet sich von Ernährungsunsicherheit, die den fehlenden regelmäßigen Zugang zu sicheren und nährstoffreichen Lebensmitteln für eine angemessene Entwicklung sowie ein aktives und gesundes Leben bedeutet.

Weltweit sind in 47 Ländern oder Gebieten bis zu 266 Millionen Menschen von akutem Hunger betroffen. Das Welternährungsprogramm (WFP) setzt sich täglich für die Bekämpfung des Hungers ein, mit dem Ziel, eine Welt zu schaffen, in der niemand ohne ausreichende Nahrung auskommen muss.

Statistiken zum Thema Hunger

  • 266 Millionen Menschen leiden akut Hunger
  • 47 Länder oder Gebiete wo diese Menschen leben
  • 110 Millionen Menschen will WFP in 2026 erreichen

Was sind die Ursachen des Hungers?

Konflikte sind die Hauptursache der heutigen Hungerkrise: Sie vertreiben Menschen von ihrem Land und ihren Lebensgrundlagen, stören die Märkte, treiben die Nahrungsmittelpreise in die Höhe und zerstören wichtige Entwicklungserfolge. Ihre verheerenden Auswirkungen sind in allen Hunger-Hotspots zu beobachten, darunter Palästina, Sudan, Syrien, Jemen und die Ukraine.  

Auch Klimakrisen wie Überflutungen, Dürren und Hitzewellen tragen erheblich dazu bei, indem sie Leben, Lebensgrundlagen und Ernten zerstören sowie Böden degradieren und Infrastruktur sowie landwirtschaftliche Vermögenswerte schädigen. 

Wirtschaftliche Ungleichheiten verschärfen den Hunger. Wenn die Nahrungsmittelpreise aufgrund von wirtschaftlichen Schwierigkeiten und externen Faktoren – zum Beispiel dem Krieg in der Ukraine – steigen, haben die ärmsten Menschen noch größere Schwierigkeiten, sich mit nahrhaften Lebensmitteln zu versorgen. Zudem gehen jedes Jahr rund 30 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelproduktion verloren oder werden verschwendet, wobei der mangelnde Zugang zu Technologie und Märkten für viele Landwirte erhebliche Verluste verursacht.

Welche Auswirkungen hat Hunger?

Eine Ernährung, die arm an Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Nährstoffen ist, beeinträchtigt die Gesundheit und die Lebensperspektiven von Millionen von Menschen. Am stärksten betroffen sind Kinder, bei denen dies langfristige Folgen für ihre körperliche und geistige Entwicklung hat. Unterernährte Kinder haben ein bis zu 12-mal höheres Sterberisiko als gesunde Kinder.  Unterernährung bremst das Wirtschaftswachstum, zementiert Armut, beeinträchtigt die Bildung von Kindern und die beruflichen Qualifikationen von Erwachsenen – mit verheerenden Folgen für das Humankapital und die zukünftige Entwicklung der Länder.  

Als Teil eines Teufelskreises kann Hunger Konflikte schüren und umgekehrt. Menschen, die von ihrem Land vertrieben werden, konkurrieren möglicherweise mit anderen um knappe Ressourcen, insbesondere in Gebieten, in denen bereits Armut und Ungleichheit herrschen. 

Wann wird Hunger zur Hungersnot?

Eine Hungersnot ist die schwerste Form der Ernährungsunsicherheit. Sie kann ausgerufen werden, wenn Unterernährung weit verbreitet ist und Menschen aufgrund des fehlenden Zugangs zu ausreichender, nährstoffreicher Nahrung an Hunger sterben. Zu den am stärksten gefährdeten Gruppen zählen Binnenvertriebene und Flüchtlinge, die zwischen den Fronten des Hungers gefangen sind und von denen viele für ihr Überleben vollständig auf Bargeldtransfers und Nahrungsmittel angewiesen sind.

In Teilen des Gazastreifens und des Sudans wurden zwei gleichzeitig auftretende Hungersnöte bestätigt – eine verheerende Premiere in diesem Jahrhundert.

Definition von Hungersnot

  • 2 Personen pro 10.000 an Hunger oder an Krankheiten und Unterernährung sterben
  • 20 % der Haushalte mit extremer Nahrungsmittelknappheit konfrontiert sein
  • 30 % von Kindern an akuter Unterernährung leiden

Wie das WFP den Hunger bekämpft: Ursache für Ursache

Konflikt

Das WFP versorgt von Konflikten betroffene Menschen mit lebensrettender Nahrungsmittel- und Ernährungshilfe und erreicht dabei selbst die entlegensten Gebiete mithilfe von Geländewagen und Lufabwürfen. Diese Hilfe, die 2020 mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt wurde, rettet nicht nur Leben, sondern unterstützt auch Friedensbemühungen, indem sie den Zugang zu umkämpften natürlichen Ressourcen verbessert, soziale Bindungen stärkt und Missstände in Regionen mit Konflikten beseitigt, während gleichzeitig das Vertrauen zwischen der Bevölkerung und den Regierungen gestärkt wird, die sich für staatliche Rechenschaftspflicht und die Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen einsetzen.

Klimaextreme

Das WFP setzt vorausschauende Maßnahmenprogramme ein und nutzt Frühwarnsysteme, um präventiv auf extreme Wetterereignisse zu reagieren und Gemeinden zu schützen. Darüber hinaus fördert das WFP klimafreundliche Energielösungen und erleichtert den Zugang zu modernen Kochgeräten und nachhaltigen Energieanlagen, um Kleinbauern zu stärken und so die Nahrungsmittelproduktion, -verarbeitung und -konservierung zu verbessern.

Katastrophen

Das WFP übernimmt im Rahmen des Logistik-Clusters die Federführung bei der Koordinierung der humanitären Logistik und gewährleistet so eine effiziente Reaktion auf Großkatastrophen. Darüber hinaus leitet das WFP den Cluster für Notfalltelekommunikation und sorgt so in Krisen für lebensrettende Kommunikationsverbindungen. Durch gezielte georäumliche Analysen ermöglicht das WFP schnelle und maßgeschneiderte Reaktionen auf Naturkatastrophen, indem es deren unmittelbare Auswirkungen kartiert.

Ungleichheit

Das WFP-Programm „Food Assistance for Assets“ bindet Gemeinden in Projekte wie die Renaturierung von Flächen ein und stellt im Gegenzug Bargeld oder Nahrungsmittel zur Verfügung. Durch Initiativen wie die „Farm to Market Alliance“ werden Kleinbauern mit Märkten vernetzt, um ihre Anbaupalette zu diversifizieren und ihr Geschäftspotenzial zu steigern. Das WFP bietet zudem Bargeldtransfers an, die es den Menschen ermöglichen, Entscheidungen zu treffen, die ihre gesicherte Ernährung verbessern, und gleichzeitig Geld in die lokale Wirtschaft einfließen lassen. Darüber hinaus arbeitet das WFP mit Regierungen zusammen, um soziale Sicherheitsnetze wie beispielsweise das Schulmahlzeitenprogramm zu stärken.

Lebensmittelverluste

Das WFP vermittelt Kleinbauern, wie sie verbesserte Methoden der Nacherntebehandlung in Verbindung mit einfachen, aber wirksamen luftdichten Lagerbehältern anwenden können, um ihre Ernte vor Insekten, Nagetieren, Schimmel und Feuchtigkeit zu schützen.