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Weltweit haben bis zu 811 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Jüngsten Schätzungen zufolge drohen 44 Millionen Menschen in 38 Ländern, in eine Hungersnot abzurutschen. Eine Hungersnot ist die extremste Form von Hunger und kann zu Tod durch Verhungern oder Krankheit führen. In Teilen von Jemen, Südsudan und Madagaskar stehen Menschen bereits kurz vor einer Hungersnot oder diese ist bereits ausgebrochen.  

Eine Ernährung, die arm an Vitaminen, Mineralien und anderen Nährstoffen ist, hat Folgen für die Gesundheit und die Lebensaussichten von Millionen weiterer Menschen und kann die Zukunft von Gemeinschaften und ganzen Ländern beinträchtigen.   

Weltweit werden genug Nahrungsmittel produziert, um alle Menschen zu ernähren. Dennoch bleibt das Ziel „Zero Hunger“ - eine Welt ohne Hunger- , wie es in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und insbesondere im Ziel 2 für nachhaltige Entwicklung festgelegt ist, eine große Herausforderung. Grund hierfür ist eine gefährliche Mischung aus Konflikten, Klimawandel, Katastrophen sowie struktureller Armut und Ungleichheit. Im vergangenen Jahr haben die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie die Situation weiter verschärft und Millionen gefährdeter Menschen noch tiefer in den Hunger gestürzt.   

Die größten Hungerursachen

Konflikt

60% der Menschen die weltweit Hunger leiden, leben an Orten, die von Konflikt betroffen sind. In 8 von 10 der schlimmsten Hungerkrisen ist Konflikt die Hauptursache (z.B. im Jemen, Südsudan, der Demokratischen Republik Kongo und Syrien).

Wie wir helfen:

Ernährungshilfe 
Syrien, Aleppo. Kinder stellen sich mit ihren Eltern in die Schlange oder werden allein zum Brot holen geschickt, bevor sie zur Schule gehen. Foto: WFP/Hussam Al Saleh

WFP bringt Nahrungsmittel und Ernährungshilfe zu Menschen, die in Konflikten gefangen oder durch Kriege vertrieben worden sind – überall auf der Welt. Mit Hilfe lokaler Partner erreichen wir Menschen, die Hilfe benötigen auch an den abgelegensten Orten. Dabei nutzen wir Amphibienfahrzeuge oder werfen Nahrungsmittel mit dem Flugzeug ab, wenn alle anderen Wege versperrt sind. 

Unsere Hilfe kann dazu beitragen, den Weg in Richtung Frieden zu ebnen. Dafür wurden wir 2020 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.  

Aussicht auf Frieden 
Mitib Ibrahim (L) und Mohammed Jama'a (R) stammen aus verschiedenen Stämmen und lernten sich bei der gemeinsamen Arbeit an der Instandsetzung eines Bewässerungskanals in Ramadi kennen. Foto: WFP/David Orr

Vorläufige Ergebnisse einer gemeinsamen Forschungsstudie mit dem Internationalen Friedensforschungsinstitut in Stockholm (Stockholm International Peace Research Institute) zeigen, dass die Arbeit von WFP dazu beiträgt, die Aussicht auf Frieden zu verbessern, indem der Zugang zu natürlichen Ressourcen verbessert, der soziale Zusammenhalt gestärkt und Missstände innerhalb und zwischen Gemeinschaften beseitigt werden. Das bedeutet mehr Chancen und gestärktes Vertrauen zwischen Menschen und Regierung durch bessere staatliche Dienstleistungen mehr Transparenz und Verantwortung. Die Studie konzentrierte sich auf El Salvador, Irak, Kirgisistan und Mali.

Klimawandel

Klimabedingte Krisen wie Überschwemmungen oder Dürren wirken sich auf das Leben und die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen aus und verschärfen Armut, Hunger und soziale Spannungen. WFP unterstützt Regierungen und Gemeinschaften dabei, diese steigenden Risiken zu verstehen und gezielte Maßnahmen einzuleiten, um frühzeitig auf die Auswirkungen von Klimakrisen auf Ernährungssicherheit zu reagieren. 

Wie wir helfen:

Vorausschauende Hilfe
WFP-Mitarbeiter*innen erklären den Mitgliedern der Irosin-Gemeinschaft, die am WFP-Projekt für vorausschauende Hilfe teilnehmen, das Registrierungsverfahren. Foto: WFP Philippinen/Arete

WFP’s sogenanntes "Forecast-based Financing" ist ein innovativer Frühwarnmechanismus auf Basis von Wettervorhersagen, um Gemeinschaften schon 15 Tage vor Eintritt von Extremwetterereignissen- und anderen Krisen zu warnen und sie mit einer Versicherung zu unterstützen, die ihnen ermöglicht sich entsprechend vorzubereiten.   

Klimaschonende Energielösungen 
Ruanda. Schulkoch, Felicien Rwatangaro. Foto: WFP/Daniel Kibsgaard

Damit die Menschen sicher kochen und essen können, erleichtert WFP den Zugang zu modernen Kochmöglichkeiten wie Gasherden, Mini-Vergasern oder elektrischen Schnellkochtöpfen. Außerdem unterstützt WFP Kleinbäuer*innen mit Ausrüstung und Expertise, um die Entwicklung des Agrarmarktes zu fördern.  

Katastrophen

Wenn ein Erdbeben, ein Zyklon, ein Wirbelsturm oder eine andere Katastrophe eintritt, ist WFP als erstes vor Ort und bringt Nahrungsmittel und andere lebensrettende Hilfe zu den Menschen, die alles verloren haben. 

Wie wir helfen:

Logistik
WFP-Logistiker*innen überprüfen die persönliche Schutzausrüstung (PSA), die im temperaturgeführten Lager in Lologo, Juba, ausgeladen wird. Foto: WFP/Giulio d'Adamo

WFP leitet das organisationsübergreifende Logistics cluster. Wenn große Katastrophen eintreten übernimmt WFP die Koordinierung und managt Informationen, damit Hilfe dort ankommt, wo sie dringend benötigt wird. 

Telekommunikation 
Haiti, Port au Prince. Telekommunikationsmast. Foto: WFP/Rein Skullerud

WFP leitet das Emergency Telecommunications Cluster, das in Notsituationen lebensrettenden Kontakt zur Außenwelt herstellt. Das schnelle WFP- IT- und Telekommunikations-Notfall- und -Unterstützungsteam (Fast IT and Telecommunications Emergency and Support Team of responders (FITTEST) kann überall auf der Welt eingesetzt werden, um Kommunikations- und Informationstechnologienetze aufzubauen und wiederherzustellen. 

Geospatiale Analysen 
Geospatiale Analyse. GIS-Bild.

Gezielte raumbezogene Analysen zeigen die unmittelbaren Auswirkungen von Naturkatastrophen und ermöglichen eine schnellere, bedarfsgerechte Hilfe. Unsere geografischen Informationssysteme wie ADAM (Automatic Disaster Analysis & Mapping) ermöglichen WFP Erdbeben und tropischen Wirbelstürmen jederzeit zu erfassen. 

Ungleichheit

Ungleichheit führt zu Hunger, da sie Menschen in ihren Chancen einschränkt. Wenn Menschen zum Beispiel einen besseren Zugang zu Beschäftigung, Finanzen und Märkten haben, können sie sich sehr schnell aus der Armut befreien, ihre Produktivität und Kaufkraft steigern und in lokale Märkte investieren. 

Wie wir helfen:

Food assistance for assets
Das Bewässerungssystem von Kakhobwe im Rahmen des vom DFID finanzierten Prosper-Programms in Malawi. Foto: WFP/Badre Bahaji

In den sogenannten WFP-"Food Assistance for Assets"-Programmen arbeiten Menschen in Gemeinschaftsprojekten und machen etwa Böden wieder fruchtbar. Im Gegenzug erhalten sie Geld oder Nahrungsmittel. Die auf den Privatsektor ausgerichtete Farm to Market Alliance verbindet Kleinbäuer*innen mit Märkten und hilft ihnen, vielfältiger anzubauen und ihr Geschäftspotenzial zu steigern. 

Geldtransfers 
Malawi. WFP verteilt Bargeld an städtische und ländliche Haushalte, die von Klimakatastrophen und den wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 betroffen sind. Foto: WFP/Badre Bahaji

Dort wo Märkte und Finanzsysteme funktionieren leistet WFP Ernährungshilfe in Form von Geld. Ob Bargeld, Gutscheine, Debitkarten, elektronisches Geld oder mobiles Geld - Bargeldtransfers ermöglichen Menschen, selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen, die ihre Ernährungssituation und Ernährung verbessern, und gleichzeitig die lokale Wirtschaft stärkt. 

Soziale Sicherheitsnetze 
Lokale Schulbehörden und WFP verteilen Nahrungsmittelrationen zum Mitnehmen an Schulkinder und ihre Eltern in La Guajira, Kolumbien. Foto: WFP/Miller Choles

WFP unterstützt Regierungen dabei, sozialen Sicherheitsnetze zu stärken, um Bürger*innen vor Armut, Ungleichheit und Hunger zu schützen. Wir arbeiten auch daran, die Fähigkeit dieser Systeme zu verbessern, auf Krisen, etwa Katastrophen oder Massenvertreibungen zu reagieren. 

Nahrungsmittelverluste

Schlechte Lagermöglichkeiten auf Bauernhöfen führen zu Schädlingsbefall und Schimmelpilzbefall, die die Ernte zerstören. Mangelnder Zugang zu Technologie und Märkten bedeutet, dass viele Bäuer*innen gezwungen sind, ihre Ernte auf den Feldern verrotten zu lassen, da die für die Ernte erforderlichen Arbeitskräfte und finanziellen Investitionen oft nicht vorhanden sind. 

Wie wir helfen:

Keine Nahrungsmittelverschwendung nach der Ernte 
Malawi. Stop the Waste. Lagerung von Nahrungsmitteln im Lagerhaus. Foto: WFP/Badre Bahaji

WFP hilft Kleinbäuer*innen dabei Nahrungsmittelverluste nach der Ernte zu verhindern. Kleinbäuer*innen erlernen verbesserte Verfahren, die in Kombination mit einfachen aber effektiven luftdichten Lagerungsmöglichkeiten, die Ernte bei der Lagerung vor Insekten, Nagetieren, Schimmel und Feuchtigkeit schützen. 

COVID-19

Die COVID-19-Pandemie hat Millionen Menschen in den Hunger getrieben. Durch die Pandemie wurden Produktion, Handel und Lebensgrundlagen beeinträchtigt - Millionen Menschen verloren ihre Arbeit. 

Wie wir helfen:

Logistik für die humanitäre Gemeinschaft
UNHRD Panama bereitet sich auf den Versand von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) für die WHO vor. Foto: WFP/Elio Rujano

In Reaktion auf die Pandemie richtet WFP globale Passagier- und Frachttransportdienste (Common Services) ein. Dieses Logistiknetzwerk steht der gesamten humanitären Gemeinschaft zur Verfügung und ermöglicht, dass Helfer*innen, sowie Nahrungsmittel und Gesundheitsgüter, die Menschen erreichen, die sie am dringendsten benötigen und andernfalls von der Versorgung abgeschnitten wären.  

Nahrungsmittel- und Bargeldunterstützung 
Die WFP-Essenskarte hilft 800 LGBTI-Haushalten durch die Pandemie. Foto: WFP/Hetze Tosta

Durch die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der COVID-19-Pandemie sind die humanitären Bedarfe weltweit angestiegen. WFP hat die Nahrungsmittel- und Bargeldunterstützung aufgestockt und Regierungen dabei unterstützt, staatliche soziale Sicherheitsnetze zu stärken.