Warum WFP Geld besonders in die Hände von Frauen legt
Story | 30. März 2023
Krisen
Haiti gehört zu den Ländern, die von Hurrikan Melissa getroffen wurden, nachdem dieser Ende Oktober und Anfang November 2025 eine Spur der Verwüstung in der Karibik hinterlassen hat.
Entlang der Südküste – der am stärksten betroffenen Region – wurden Häuser und Infrastruktur weggespült. Insgesamt sind fast 6 Millionen Menschen in Haiti, Jamaika und Kuba betroffen.
Bis Anfang November hatte das Welternährungsprogramm (WFP) bereits 12.700 Menschen in den südlichen Regionen Haitis mit Nothilfe in Form von Lebensmitteln erreicht und baute die Hilfe aus, um 190.000 Menschen zu unterstützen.
Schon vor der Katastrophe gehörte Haiti weltweit zu den fünf größten Hunger-Hotspots.
Die Hauptstadt Port-au-Prince ist zunehmend isoliert. Familien geraten immer stärker in Richtung Hungersnot, da die Gewalt durch bewaffnete Gruppen eskaliert und den humanitären Zugang einschränkt. Berichten zufolge kontrollieren bewaffnete Gruppen mittlerweile fast 90 Prozent der Hauptstadt.
Insgesamt sind 5,7 Millionen Menschen – mehr als die Hälfte der Bevölkerung – von Ernährungsunsicherheit betroffen, darunter 1,9 Millionen auf Notstandsniveau.
Die anhaltende Gewalt hat zur Vertreibung von 1,4 Millionen Menschen geführt. Viele Familien leben nun in Schulen und öffentlichen Gebäuden – ohne Einkommen oder Zugang zu Bildung. Mehr als die Hälfte der Vertriebenen sind Kinder, was zu hohen Raten von Mangelernährung bei Kindern beiträgt.
Wirtschaftlicher Zusammenbruch und gestörte Lebensmittelproduktion verschärfen die Krise zusätzlich.
Trotz der sich verschlechternden Sicherheitslage und wachsender Herausforderungen bei der Finanzierung konnte WFP im Jahr 2025 insgesamt 2,2 Millionen Menschen in Haiti erreichen und Tausende vor der Hungersnot bewahren.
Haiti ist die am stärksten unterfinanzierte Krise weltweit. Finanzierungsengpässe gefährden sowohl die Nothilfe als auch Projekte zur langfristigen Ernährungssicherung.
WFP musste lebensrettende Mahlzeiten für neu vertriebene Familien aussetzen und die Rationen halbieren, da die Finanzierungslücken besonders gefährdete Familien treffen. Dennoch konnte WFP in von bewaffneten Gruppen kontrollierten Gebieten Resilienzprojekte starten, um Bewässerungssysteme wiederherzustellen und die lokale Lebensmittelproduktion zu stärken.
Gleichzeitig stehen humanitäre Organisationen weiterhin vor großen Herausforderungen beim Zugang zu Gemeinden in von bewaffneten Gruppen kontrollierten Gebieten.
Für die laufenden Einsätze bis April 2026 benötigt WFP 44 Millionen US-Dollar.