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Erdbeben in Venezuela: WFP erreicht mehr als 100.000 Menschen mit Unterstützung

Foto: WFP/Gustavo Vera. Freddy Parada vom WFP verteilt Lebensmittelpakete in Maiquetía, Venezuela
CARACAS – Einen Monat nach den zwei schweren Erdbeben im Norden und Zentrum Venezuelas unterstützt das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) weiterhin die betroffenen Gemeinden mit Nahrungsmittelhilfe. Die beispiellose Nothilfe, die an die unterschiedlichen Bedürfnisse der betroffenen Regionen angepasst ist, hat bereits mehr als 100.000 Menschen erreicht. Bei ausreichender Finanzierung sollen in den kommenden zwei Monaten insgesamt bis zu 500.000 Menschen unterstützt werden.

Innerhalb von 72 Stunden nach Beginn der Krise führte WFP erste Bedarfsanalysen durch. Inzwischen wurden mehr als 80 Gemeinden in sieben betroffenen Bundesstaaten bewertet. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Hilfsmaßnahmen und berücksichtigen unter anderem den Zugang zu Lebensmitteln, die Funktionsfähigkeit lokaler Märkte und Lieferketten sowie Schutzrisiken für die Bevölkerung. Die Bewertungen erfolgten in enger Zusammenarbeit mit der venezolanischen Regierung und humanitären Partnerorganisationen.

„Keine betroffene Familie erlebt diese Katastrophe auf die gleiche Weise, und die Hilfe muss sich genauso schnell anpassen wie die Bedingungen vor Ort“, sagte Stephanie Hochstetter, WFP-Landesdirektorin in Venezuela. „Wir waren bereits vor den Erdbeben hier und werden den Menschen in Venezuela gemeinsam mit den lokalen Behörden und unseren Partnern so lange zur Seite stehen, bis sich die Familien wieder erholen können.“

Hilfe orientiert sich an den tatsächlichen Bedürfnissen vor Ort

WFP passt seine Unterstützung an die jeweilige Situation in den betroffenen Gemeinden an:

  • Warme Mahlzeiten für Menschen in Notunterkünften und Gemeinschaftsküchen: Vollwertige Mahlzeiten mit Eiweiß, Gemüse und Trinkwasser, die vor Ort im Rahmen einer koordinierten Zusammenarbeit mehrerer Partner zubereitet werden.
  • Verzehrfertige Lebensmittelrationen für Menschen ohne Kochmöglichkeiten: Für Personen, die weiterhin unterwegs sind oder dort Schutz suchen, wo sie sich sicher fühlen. Die Rationen müssen nicht zubereitet werden und decken den Nahrungsmittelbedarf einer Person für drei Tage.
  • Lebensmittelpakete für Familien, deren Häuser bewohnbar geblieben sind, deren Einkommen oder Zugang zu Märkten jedoch beeinträchtigt wurde: Die Pakete enthalten haltbare Grundnahrungsmittel und decken 75 Prozent des monatlichen Nahrungsmittelbedarfs einer Familie.
  • Elektronische Gutscheine in Regionen mit funktionierenden Märkten: Diese ermöglichen es Familien, ihre dringendsten Bedürfnisse selbst zu priorisieren und tragen gleichzeitig zur Erholung der lokalen Wirtschaft bei.

Ausweitung der Nothilfe bei gleichzeitiger Unterstützung bestehender Bedarfe

WFP plant, in den ersten drei Monaten der Nothilfe bis zu 500.000 Menschen zu erreichen. Darüber hinaus übernimmt die Organisation eine zentrale Rolle in der Logistik der humanitären Hilfe und transportiert Hilfsgüter in schwer erreichbare Gebiete, um die gesamte humanitäre Gemeinschaft zu unterstützen.

Die Logistikdienste von WFP haben bislang Nichtregierungsorganisationen und UN-Organisationen unterstützt. Dabei wurden 261 Tonnen Hilfsgüter transportiert und mehr als 1.300 Kubikmeter Lagerkapazität bereitgestellt. Zu den transportierten Gütern gehören Materialien für Unterkünfte, Gesundheitsversorgung, Schutzmaßnahmen, den Wiederaufbau sowie Wasser-, Sanitär- und Hygienedienste (WASH).

Die Hilfsmaßnahmen werden in Abstimmung mit der venezolanischen Regierung und ergänzend zu deren Maßnahmen sowie gemeinsam mit humanitären Organisationen und zivilgesellschaftlichen Partnern vor Ort umgesetzt.

Finanzierungslücke

Um die Hilfsmaßnahmen aufrechtzuerhalten und auszuweiten, bittet WFP um 80 Millionen US-Dollar. Ohne rechtzeitige Beiträge von Gebern werden sowohl die geplante Ausweitung der Hilfe als auch die Möglichkeit eingeschränkt sein, die Unterstützung weiterhin flexibel an die sich verändernden Bedürfnisse der betroffenen Menschen anzupassen.

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Themen

Venezuela Krisen Logistik und Liefernetzwerke Food assistance

Kontakt

Svenja von Reuss
Pressereferentin
+49 151 29121845
svenja.vonreuss@wfp.org